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Turizam - Doði, da ti poka¾em moju Hrvatsku => S vlakom kroz Hrvatsku - Mit der Bahn durch Croatien => Autor teme: Marica - Lipanj 01, 2009, 17:17:16



Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 17:17:16


Kroatien Juli 2006

Für mich ging es das erste Mal im Hochsommer in den Süden und ich rechnete hinsichtlich der Temperaturen mit dem Schlimmsten. Die An-/Abreise fand per Flug statt (Germanwings Hamburg - Zagreb und zurück), ab Zagreb Flughafen hatten wir einen Leihwagen für den zweiwöchigen Aufenthalt bestellt. Anno 2003 hatte ich die für dieses Jahr angepeilten Ecken per Zug bereisen können (zum Reisebericht 2003) und viele mögliche Motive notiert. Um diese möglichen Motive wollten wir uns jetzt mal kümmern, wobei dazu einfach ein Leihwagen unerlässlich war. Im März 2005 waren Nico und ich auch schon mal in Kroatien gewesen, doch hatten wir damals leider viel Pech mit dem Wetter und waren auch eher im Norden des Landes unterwegs gewesen.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/1-In_Hamburg-Fuhlsbuettel_steht_der_Flieger_bereit.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/1-In_Hamburg-Fuhlsbuettel_steht_der_Flieger_bereit.jpg)
In Hamburg-Fuhlsbüttel steht der Flieger bereit...

Samstag, 15. Juli 2006: Hamburg - Zagreb - Kostrena (bei Rijeka)

Pünktlich um 12.55 kamen wir in Zagreb an. Von oben hatte man schon einen netten Ausblick auf die Savebrücke der Karlovacer Bahnstrecke, auf die schnurgerade Bahnlinie in Richtung Sisak und den Güterbahnhof. Die Dame vom Europcar-Schalter fuhr uns unseren Clio vor und wies uns darauf hin, dass der Wagen noch ganz neu sei und keinerlei Kratzer hätte. Wir erzählten ihr nicht, was wir mit dem Auto alles vorhatten...

Heute war der Tag des Bettenwechsels an der Küste, und an diesem Tag verkehren eine Reihe von zusätzlichen Zügen. Wir hatten es diesen Samstag auf den deutschen Urlaubsexpress ab Rijeka abgesehen, dessen Hinfahrt wir zwar nicht mehr schaffen konnten, dessen Rückfahrt uns aber sehr interessierte. Eine Ansaldo-Altbauellok vor deutschen Wagen - ein interessantes Kuriosum!

Unser Clio hatte Klimaanlage und CD-Spieler - das war das Wichtigste! Dass er bereits für 125 km/h 4000 Motorumdrehungen brauchte, war nicht so toll; aber uns standen ja nur wenige längere Autobahnfahrten bevor. Die erste davon erledigten wir gleich. Was die Kroaten da an Autobahnen ins Land gestellt haben, ist der reine Wahnsinn (Wer bezahlt die?). Welches Schattendasein fristet daneben die Bahn, die von Zagreb nach Rijeka im IC fast dreieinhalb Stunden braucht? Über schwindelerregend hohe Viadukte, durch lange Tunnel und Bären-Unterführungen im einsamen Gebirge Gorski Kotar erreichten wir nach knapp zwei Stunden den Küstenort Kostrena, der eingekeilt zwischen den Industriehäfen von Rijeka und Bakar liegt.

Hier kannten wir vom letzten Jahr her noch die 60er-Jahre-Hotelanlage "Lucija", an der seit den sechziger Jahren wohl auch nichts gemacht worden war, die aber dennoch sauber war und in der man auch im großstädtischen Raum mit nettem Meeresblick wohnen konnte. Entgegen unserer Befürchtung, hier in der Hochsaison nichts zu bekommen, wurden wir nett aufgenommen, luden unser Gepäck im Zimmer ab und fuhren dann mal westwärts. Problem ist nämlich, dass die von den deutschen Zügen befahrene kurze Strecke von Rijeka bis zum Grenzbahnhof ©apjane kaum Fotomöglichkeiten bietet. Einzig notiert hatte ich den tollen Bf Opatija-Matulji, doch stand hier das Licht zu spitz.

Zunächst schauten wir im Bahnhof Rijeka rein, kauften Kursbücher und fotografierten das, was gerade da war: Ein IC nach Zagreb (nicht der planmäßige 7123 / vgl DB-612, sondern lokbespannt) und ein einfahrender Güterzug. Viele deutsche Urlauber standen schon bereit, allein der UEx war noch nicht bereit gestellt. 20 Min vor Abfahrt fuhren wir lieber mal an die Strecke. Wir wussten ja nicht, wie lange wir nach einem vernünftigen Standpunkt suchen mussten.

An vielen Stellen kam uns das Licht zu spitz, doch vor Matulji wurden wir fündig. Von einer Straßenbrücke hatte man einen netten Ausblick auf eine schnurgerade Rampe mit Meeresblick. Lediglich ein willenlos in der Luft hängendes Telefonkabel musste unterfotografiert werden. Tja, da standen wir nun, immer wieder interessiert von den vorüberkommenden Einheimischen gemustert. Auch 20 Min später standen wir noch dort. Auch 20 min nach erwarteter UEx-Durchfahrt. Dann tat sich aber etwas: Eine 1061 (die einzige Lok-Baureihe für den kurzen kroatischen Gleichstrom-Abschnitt Moravice - Rijeka - ©apjane) kam langsam die Rampe hoch, der Zug sah allerdings etwas unförmig aus. Ein Güterzug! Also weiter gewartet. Es ging nun auf 18.30 Uhr zu, die Schatten wurden länger, das Licht wurde spitzer. Ein Pu (Putniæki vlak = Personenzug) sollte jetzt eigentlich in Richtung Grenze kommen. Kam er aber nicht. Gutes Zeichen, weil vielleicht nun doch erst der UEx abgelassen werden würde? Nein, nix tat sich. Die Schatten wurden noch länger, erste Möglichkeiten schatteten zu. 18.45. Viel Luft auf dem Gleis. Um 19.02 wurden wir dann endlich erlöst. Zwei 1061 zogen einen Autowagen und eine lange Schlange von Liege- und Schlafwagen die Rampe hoch. Der Zug hatte fast 90 Min Verspätung!


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Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 17:24:49

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/2-Opatija-Matulji-Deutscher_UEx_vor_der_Kulisse_des_Kvarner_und_der_Krk-Bruecke.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/2-Opatija-Matulji-Deutscher_UEx_vor_der_Kulisse_des_Kvarner_und_der_Krk-Bruecke.jpg)
Deutscher UEx vor der Kulisse des Kvarner und der Krk-Brücke.

Wir fuhren nochmal hinterher bis ©apjane, doch ein Wolkenfeld vereitelte weitere Aufnahmen. Über die Autobahn ging es nun schnell zurück. In Kostrena suchten wir eine Konoba aus dem letzten Jahr auf, wo wir direkt am Strand unser Abendessen verspeisen konnten. Der gemischte Grillteller auf kroatisch schmeckt mir ja fast noch besser, als der auf griechisch... Es war nun die Samstagnacht, in der offenbar am Strand durchgemacht wird. Mit zunehmendem Getränkekonsum wurde das Gegröle vom Strand am frühen Morgen immer lauter, so dass wir nur bedingt gut geschlafen haben, obwohl wir sehr müde waren. Wir konnten nur hoffen, dass dies ein spezielles Phänomen der Samstagnacht blieb.
 
Sonntag, 16. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Delnice - Kostrena

Um 7 Uhr war es vom Strand her ruhig. Auf der Veranda frühstückend genossen wir die Stille. Anstelle aber runter zum Strand zu laufen und an paar dort liegenden Alkoholleichen Rache für entgangene Nachtruhe zu nehmen, starteten wir um 7.30 über die Autobahn nach ©krad. Bereits auf dem Weg hoch zur Autobahn fiel uns die nicht enden wollende Blechkarawane in der Gegenrichtung auf. Vor der Mautstation der kleinen Autobahnabfahrt Ostrovica (oberhalb Bf Meja) war regelrecht Stau. Offenbar war ganz Zagreb unterwegs zu einem Badetag am Strand! Manchmal ist es gut, wenn man hobbytechnisch nicht mit dem Strom schwimmt... Wir hatten freie Bahn und standen um 8.30 am nördlichen Ortsrand von ©krad bereit für den IC von Zagreb. Hier hatte man einen netten Landschaftsüberblick über ein Waldtal.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/3-Skrad-Ein_bischen_Bahn_dann_der_Gorski_Kotar.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/3-Skrad-Ein_bischen_Bahn_dann_der_Gorski_Kotar.jpg)
Ein bischen Bahn, dann der Gorski Kotar.

Nur der IC kam nicht. Das Licht kam immer spitzer, die Sonne stieg immer höher. Dass der IC ca 10 Min Verspätung haben würde, wenn er wie gestern nicht als 7123, sondern als Wagenzug mit Lokwechsel in Moravice käme, war ja klar. Aber warum mussten es nun gleich wieder 55 Min Kasni (=Verspätung) sein??? Na ja, der Lichtstand ging gerade noch, und wenigstens hatte man den Gegenzug, einen Pu nach Moravice, im Bf ©krad stehen lassen, so dass wir diesen ohne Eile nach Ortswechsel in Donja Dobra (zwischen den Bfen Brod Moravice und Moravice) nochmal nett und mit richtigem Lichtstand nehmen konnten.

Um kurz nach 11.00 nahmen wir dann noch den durchgehenden Pu Zagreb - Rijeka (Reisezeit 4,5h) auf dem Viadukt Fu¾ine mit. Eigentlich hätte jetzt die Hochlicht-Glocke zur Mittagspause aufrufen müssen, doch sollte der Mittags-B (Br¾i vlak = Schnellzug) ja die zu Probezwecken hier stationierte Dispo-189 vorgespannt haben (Dank an Nil für den informativen Reisebericht), und so begaben wir uns trotz absolutem Hochlicht in den Bf Delnice, wo wenigstens der horizontale Lichteinfallwinkel stimmte. Einige Wolken am absolut stahlblauen Himmel machten die Sache spannend. Aber ein kurzes Wolkenloch und die Fuhre war im Kasten.

Wäre auch doppelt ärgerlich gewesen, wenn nicht. Der Zug hatte nämlich Doppelbespannung aus Dispo-189 und GM-Diesellok der Baureihe 2063. Eine deutsche Lok mit Amidiesel friedlich vereint - zu schön! Die 2063er helfen hier aus, weil der H® (Hrvatske ®eljeznice = Kroatische Eisenbahn) die Gleichstrom-1061er langsam ausgehen, von denen mittlerweile mehr als die Hälfte abgestellt sind. Eigentümlicherweise scheint es in erster Linie Loks mit modernisierter Front getroffen zu haben. Das sollte uns nur recht sein, uns gefiel die klassische Variante eindeutig besser. Die 189 werden hier als mögliche Nachfolge-BR getestet.


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Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 17:37:01

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/4-Delnice-Deutsch-amerikanische_Zusammenarbeit_vor_drei_Wagen.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/4-Delnice-Deutsch-amerikanische_Zusammenarbeit_vor_drei_Wagen.jpg)
Deutsch-amerikanische Zusammenarbeit vor drei Wagen...

Nun war aber Mittagspause angesagt. An der Straße fanden wir einen Wegweiser zu einem Gasthaus, der steil abwärts an einen See, den Lokve jezero, wies. Dort zwischen den Bäumen war ein mega-nettes Waldlokal, in dem es sich die nächsten anderthalb Stunden wohl aushalten ließ. Eine Spezialität des Hauses war (neben Froschschenkeln in allen Varianten) ein gemischter Fleischspieß, den ich mir habe schmecken lassen. Obwohl hier oben im Gebirge auch in der Mittagszeit ein kühlender Wind wehte und die Temperaturen alles andere als unerträglich waren, schmeckte die kalte Cola irgendwie besonders gut...

Um 15.00 wurde der Nachmittag angepfiffen. Mit dem B 700 von Zagreb erwarteten wir gemäß Nils Bericht die Dispo-189 zurück. Wir fuhren bis oberhalb des Bf Plase, von wo aus wir schon letztes Jahr mal einen Weg austesten wollten (damals am Wetter gescheitert), der parallel zur Bahn aufwärts führte. Von meiner Zugmitfahrt hatte ich notiert, dass da oben in der Einsamkeit im Bereich einer Rundkehre offene Landschaft sein soll und die Bahn über mehrere Dämme mit Boramauer (Mauer zum Schutz vor der Bora, einem "Fallwind mit Düsencharakter" lt Reiseführer) fahren würde. Nach ca 20 Min Fußweg öffnete sich tatsächlich der Buschwald und der Blick fiel auf einen ersten Damm mit Boramauer.

Nachdem wir dort den B verarztet haben, der nicht die Dispolok vor hatte, gingen wir weiter. Ein Stück weiter, aber hinter der Rundkehre, tauchte die zweite Boramauer auf. Von einem Felsen westlich der Bahn müsste man einen Super-Ausblick auf beide Dämme hintereinander haben. Das haben wir allerdings dann doch nicht probiert. Wir liefen den Weg einfach weiter und kamen auf einen Hügel in der Rundkehre. Hier einfach mal postiert. Glück gehabt: Es kam trotz Sonntag ein Güterzug aus der richtigen Richtung. Was uns aber besonders erfreute: Der Zug war mit einer 2063 und 1061-Doppeltraktion bespannt!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/5-Plase-Kleiner_Pu_mit_grosser_Bora-Mauer___.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/5-Plase-Kleiner_Pu_mit_grosser_Bora-Mauer___.jpg)
Kleiner Pu mit großer Bora-Mauer...

Nach einem Pu der Gegenrichtung ging es zurück zum Auto. Ein Muss-Motiv war nämlich noch offen: Der Viadukt von Fu¾ine abends von der Kirche aus. Die Wolken hatten sich wieder aufgelöst, es herrschte strahlend blauer Himmel. Auf dem Viadukt konnten wir im netten Abendlicht nun drei Züge in einer halben Stunde erleben, von denen einer besonders positiv überraschte: Eine der polnischen S-Bahn-Garnituren (von denen hier zwei im Gleichstrom-Abschnitt stationiert sind) kam vollkommen ohne Graffiti über die Brücke gefahren. Beide Garnituren kannten wir von den Vorjahren nur übelst beschmiert, und nun kam ein solcher Vierteiler völlig sauber daher. Das gefiel!
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/6-Fuzine.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/6-Fuzine.jpg)
Obwohl wir mit jedem Meter, der vom Zug sichtbar wurde,
auf die Graffitis warteten, kam nix!

Den restlichen Abend verbrachten wir einfach mal am größten Damm mit Boramauer an der Strecke, dem Damm von ©krljevo. Leider tat sich gar nichts - Sonntag halt. Immerhin hatten wir die Hoffnung, dass der B von Osijek vielleicht mal pünktlich käme - dann ginge er hier noch kurz vor Sonnenuntergang. Und was soll ich sagen - er ging, und zwar um 20.12 Uhr. Die Belichtung konnten wir nur raten, hoffentlich haben wir nicht zu arg daneben gegriffen. Der Zug hatte übrigens die Dispo-189 vorgespannt!

Es war spät geworden, daher besorgten wir uns nur aus dem Supermarkt paar Kleinigkeiten, die wir auf unserem Hotelbalkon verspeisten. Danach fielen wir hundemüde ins Bett.

Montag, 17. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - ©apjane - Buzet - Kostrena

Heutiges Hauptanliegen war der deutsche Autozug, der gegen Mittag über ©apjane reinkommen und gegen Abend wieder abfahren sollte. Bis Mittag war allerdings noch Zeit, und die wollten wir eigentlich für den Istrien-Schnellzug Lubljana - Pula nutzen, für den ich von 2003 ein spezielles Motiv bei Roæ im Auge hatte. Doch auch bis zu diesem war noch Zeit, und da fiel uns auf, dass ja der B aus Ljubljana mit Nachtzug-Kurswagen aus München und Wien bald von ©apjane her eintreffen müsste. Den konnten wir quasi auf dem Wege mitnehmen. Dachten wir wenigstens.


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Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 17:49:20

Wir hatten uns unweit der Stelle von vorgestern bei Matulji aufgebaut. Auf dem Gleis aber wieder nur heiße Luft. Hin und her überlegt, ob man lieber abbrechen sollte, um den Istrien-Schnellzug noch zu erwischen, doch ein klärender Anruf bei nserem "Disponenten" (großes Dankeschön!), der für uns im Norden immer HZ-online war, ergab plus 34. Das war jetzt erreicht. Und hier hatten wir ein nettes Motiv, bei dem bloß das Licht schon wieder spitzer und spitzer kam. Endlich, mit 40 Min Kasni, kam der internationale Schnellzug dann vorüber - gezogen von der Dispo-189! Leider kam das Licht schon viel zu spitz.

Den Istrien-Br¾i konnten wir nun vergessen, daher direkt mal nach ©apjane hoch gefahren. Nördlich des Bf war an der Ladestraße eine nette freie Fläche, wo man die Einfahrt von der Grenze her (und noch mit slowenischer Lok) umsetzen konnte. Bis 10.52, der planmäßigen Ankunftszeit, dauerte es auch gar nicht mehr so lange. Wir konnten paar Röhrenverladern zuschauen, die an der Ladestraße tätig waren. Nicht mehr lange, und alles wäre verladen und wir könnten sogar das Form-Esig mit ins Bild nehmen. Entgegen unserer Erwartung interessierte sich niemand für uns - immerhin standen wir zwischen Grenz(polizei)bahnhof und Grenze...

Um 11.05 ging endlich das Esig auf Fahrt. Eine slowenische Ansaldo-Doppellok, vergleichbar der 1061 der H®, kam langsam herein. Allerdings handelte es sich um Wagen, auf denen bestenfalls LKWs transportiert werden könnten, nicht aber um den erwarteten Autozug. Nun denn - horizontal wurde das Licht immer besser, doch vertikal stieg es nun in gewaltige Höhen. Eigentlich hätte jetzt die Hochlicht-Glocke schrill klingeln müssen. Doch wir wollten deutsche Wagen hinter italienischen Altbauloks sehen...

Nun denn, eine geschlagene Stunde später ging die Schranke mal wieder runter, das Signal mal wieder auf Einfahrt. Die Röhrenverlader waren inzwischen mitsamt Kran, Tieflader und Röhren verschwunden, so dass wir das Esig mit drauf bekamen. Und es kam tatsächlich der erwartete AZ aus Hamburg. Immerhin war er auch mit nem Ansaldo-Doppler bespannt (wer will hier vor deutschen Wagen schon Dispoloks haben?). Wie es sich für deutsche Wagen gehört, prangte auf dem dritten ein großes Graffiti - tolle Wurst!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/7-Sapjane-Slowenische_Lok_italienischer_Herkunft_und_deutsche_Wagen_in_Kroatien.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/7-Sapjane-Slowenische_Lok_italienischer_Herkunft_und_deutsche_Wagen_in_Kroatien.jpg)
Slowenische Lok italienischer Herkunft und deutsche Wagen in Kroatien.

Den Grenzaufenthalt nutzend fuhren wir dem Zug nun bis zum Bf Opatija-Matulji vorweg, denn erstens war das EG äußerst sehenswert, zweitens wollten wir gern ne 1061 vor den deutschen Wagen haben und drittens zeigte sich hier die andere, hoffentlich Graffiti-freie Seite der Wagen. Mastentechnisch war es nicht ganz so einfach, den Zug im Bf umzusetzen, aber es ging gerade noch so. Schön bei kroatischen Bahnhofsaufnahmen finde ich es immer, dass der Rotkäppi vorm Gebäude steht und den Zug beobachtet - manchmal sogar zusammen mit dem Weichenwärter. Hier war es so, dass der Weichenwärter die Rotmütze mit dem herannahmenden Zug aus Deutschland im Hintergrund fotografierte. Und wir fotografierten alles.

Einer geht noch, Einer geht noch vor der Mittagspause. Der B nach Ljubljana stand nämlich noch auf dem Zettel. Auch diesen im Bf verarztet, wobei die mit 1061 und 2063 bespannte Fuhre etwas günstiger zu fotografieren war, als der deutsche Zug. Das nächste Ziel hatten wir schon die ganze Zeit vor Augen gehabt: Die O¹taria "Stacion" mit weinberankter, schattiger Veranda und Bahnblick am Bahnhofsvorplatz. Hier gab es lecker Minestrone (ein italienisches Gericht gegenüber einem italienisch angehauchten Bahnhofsgebäude...).

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/8-Opatija-Matulji.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/8-Opatija-Matulji.jpg)
Ob sich die Beförderungsfälle wohl freuen, dass sie gleich ein kostenloses
Orgelkonzert composed by General Motors hören werden?

Zum Nachmittagsprogramm fuhren wir durch den Uèka-Tunnel rüber nach Istrien. Erstmal den einsamen Hp Hum an der Istrienbahn aufgesucht, doch der vollgesiffte 7122 (ex schwedische Baureihe Y1) brachte etwas Ernüchterung mit sich. Der Ort Hum, der weit oberhalb in den Bergen liegt, macht an der Hauptstraße Werbung damit, dass er die kleinste Stadt der Welt sei. Die Festungsorte hoch oben auf Bergkuppen wie auch Roè und Buzet sind schon sehr eindrucksvoll!

Zu letztgenanntem Ort, Buzet, ging es dann auch. Allerdings nicht zwecks Stadtbesichtigung, sondern weil auch hier zwischen Grenzbahnhof und Grenze noch paar Motive offen waren. Der Bahnhof Buzet liegt ca 200 Meter oberhalb der Stadt hoch oben am Hang und besitzt nur zwei Gleise. Dennoch hat die jüngste Geschichte diesen Bahnhof zum Grenzbahnhof gemacht, wo sogar das Güterzugpaar Lokwechsel macht (Preisfrage: Wie läuft das Verfahren bei nur zwei Gleisen ab?). Ein Stück oberhalb vom Bf Buzet (also in Richtung Slowenien) kommt das Gleis aus dem Bereich der bewaldeten Hänge hinaus in den Bereich der senkrechten Felskanten, die hier in der Gegend fast alle Bergrücken krönen.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:02:07

Am Bahnübergang westl des Bf stellten wir den Wagen ab. Auch hier hatten wir ein blödes Gefühl, weil man uns bei der Wanderung am Gleis in/aus Richtung Grenze für Illegale Aus-/Einwanderungswillige halten konnte (wobei wir auf dem Rückweg dann wohl die ersten Flüchtlinge aus der EU hinaus gewesen wären...). Jedenfalls am BÜ erstmal gewartet, bis keine Autos zu sehen waren. Während des Wartens hielt ein Vatrogasci-Auto neben uns und der Fahrer fragte uns hier, inmitten der knochentrockenen Botanik mit der Zigarette in der Hand nach Feuer! Vatrogasci ist übrigens die Feuerwehr...

Dieser Grenzübergang wird nur von drei Zugpaaren befahren: Der B Ljubljana - Pula (nur Juli und August), ein Pu-Paar mit Umsteigen in Buzet (nur Mo-Fr) und der Güterzug (meist nur Mo-Fr). Pu und Güterzug pendeln dabei nachmittags in kurzem Abstand hintereinander vorbei, so dass sich zu dieser auch vom Lichtstand her idealen Zeit, ein Besuch der Felsen durchaus lohnte. Die Felsen waren wirklich nett - da wären sicher noch mehr Motive möglich. Weniger nett war der Pu, der aus einem völlig versifften 715 bestand. Der Gz war dagegen höchst erfreulich, zumal die slowenische GM die richtige Seite, nämlich die kurze Nase, ins Licht hielt.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/9-Buzet-Graffitimurks_am_Winnetoufelsen.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/9-Buzet-Graffitimurks_am_Winnetoufelsen.jpg)
Graffitimurks am Winnetoufelsen.

Ohne verhaftet worden zu sein, verhafteten wir dann noch den abendlichen Schnellzug von Pula zweimal.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/10-Heki-Da_faehrt_er_hin__Die_Sonnenblumen_lassen_traurig_die_Koepfe_haengen.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/10-Heki-Da_faehrt_er_hin__Die_Sonnenblumen_lassen_traurig_die_Koepfe_haengen.jpg)
©apjane - Da fährt er hin. Die Sonnenblumen lassen traurig die Köpfe hängen.

Immerhin sind die wunderschönen 711-Triebwagen anscheinend alle Graffiti-frei. Auf dem Rückweg schauten wir in Lupoglav noch kurz am Bf vorbei. Es stand sogar ein lokbespannter Personenzug im Bahnhof (GM und ein Wagen). Im Online-System der H® hatte ich vor dem Urlaub schon mehrfach beobachtet, dass sowas als VT-Ersatz gelegentlich vorkommt. Fototechnisch war aber nichts zu machen. Mit Tankstopp für Auto und uns ging es nun durch den Tunnel zurück und direkt ins Hotelrestaurant, wo wir nett auf der Veranda in der Abenddämmerung essen konnten. Den Kellner kannten wir noch vom letzten Jahr: Eine schrullige Gestalt von der ganz alten Schule, der sicher von Anfang an in dem Betrieb dabei war und fließend deutsch und englisch sprach...

Das war der Tag der slowenischen Fahrzeuge auf kroatischem Boden...

Im nächsten Teil geht es um die Rampen von Koper und Rijeka, um Waldbrand und "Die Drei von der Zollstelle", und ein wenig Likabahn-Luft schnuppern wir auch schon...

Dienstag, 18. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Koperrampe - Kostrena

Nun wollten wir es aber nochmal wissen mit dem Motiv bei Roè. Wir ließen uns mit dem Frühstück Zeit und fuhren dann gemächlich durch den Tunnel nach Roè. In der Tat war der Ausblick auf kleine Felder und die felsgekrönten Berge dahinter sehr ansprechend. Nach einiger Faulenzerei im Gras hörte man den Signaldraht rasseln und die Scheibe des Formvorsignals klappte auf "Fahrt erwarten". Ein grasegrüner 711 der slowenischen Eisenbahn passierte.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/11-Buzet-Festungsstaetchen_Buzet__Zum_Bahnhof_gehts_erst_runter_ins_Tal_dann_ca_45_Min_aufwaerts.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/11-Buzet-Festungsstaetchen_Buzet__Zum_Bahnhof_gehts_erst_runter_ins_Tal_dann_ca_45_Min_aufwaerts.jpg)
Festungsstädtchen Buzet. Zum Bahnhof gehts erst runter ins Tal,
dann ca 45 Min aufwärts...

Über Buzet fuhren wir nun weiter an die Koperrampe. Hier hatte ich von der Zugmitfahrt eigentlich eher weniger Motive in Erinnerung (außer dem großen Damm natürlich). Doch Nils Bilder zeigten ja, dass schon bischen was möglich sei. Als erstes fuhren wir die Nebenstraße bis Dol und ihrem Ende am Feuerwehrhaus (die Feuerwehr heißt hier nicht Vatrogasci - wär' ja noch schöner, wenn man in Kroatien und Slowenien die gleichen Begriffe verwenden würde - ach ja, hatte ich erwähnt, dass wir hinter Buzet nach Slowenien eingereist sind?).

Gemäß Nil's Wegbeschreibung gelangten wir dann über eine gut befahrbare Schotterpiste hoch zum Geisterdorf Zanigrad, das noch über Ortsschild, Straßenbeleuchtung und die Ruinen von Kirche und Häusern verfügte. Ein solches Geisterhaus diente dann auch als Motiv. Innerhalb einer Dreiviertelstunde bekamen wir die Franzosenloks in rot, gelb und weiß vor die Linse und verabschiedeten uns wieder. Schade war nur, dass selbst der IC eine Franzosenlok vorhatte...


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:17:11

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/12-Hrastovlje-Der_IC_haelt_nicht_im_Geisterdorf.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/12-Hrastovlje-Der_IC_haelt_nicht_im_Geisterdorf.jpg)
Der IC hält nicht im Geisterdorf.
(Zanigrad - Hrastovlje - selo duhova – napu¹teno selo)

Die Hochlicht-Glocke läutete schon wieder sehr schrill und wir beschlossen, mit unserem klimatisierten Clio mal etwas Streckenkunde zu fahren. Steil aufwärts ging es im ersten Gang auf das hoch am Hang klebende Dörfchen Podpeæ zu. Wenn man hier die ebenfalls am Hang klebende Bahn mit den klebenden Häusern zusammen umsetzen könnte... Uns interessierten allerdings auch Motive, die ich seinerzeit auf der Istrienbahn notiert hatte, die sich nur ein Stück höher und ein Tal weiter durch die Berge kämpft.

Von Podpeæ kann man auf einer netten Asphaltstraße nach Ratikoveæ gelangen und kommt dabei durch einsamste, meist baumlose Steppenlandschaft. Dazu diese Felskronen... Man konnte förmlich Winnetou mit Old Shatterhand durch die Gegend reiten sehen. Die Filme sind schließlich auch hier irgendwo gedreht worden, man müsste sie sich eigentlich mal wieder anschauen. Vielleicht erkennt man ja irgendwo im Hintergrund eine grüne GM mit dem Istrien-Güterzug durch die Prärie gleiten?

Also, irgendwann war dann der slowenische Grenzbahnhof Ratikoveæ erreicht. Die Signale waren durchkreuzt, der Fdl offenbar abgezogen. Die paar Züge am Tag (siehe unter Montag) kommen hier wohl auch ohne Fdl klar. Ein Container als Grenzwächter-Herberge erschien uns ebenfalls verwaist. Es war keine Menschenseele zu sehen, nun ja, Mittagszeit. Nördlich des Bf fanden wir meine Notiz von damals in Form einer netten Fotokurve bestätigt. Bis zu den Zügen war aber noch viel Zeit, daher wieder nach Podpeæ zurück gefahren und oberhalb mal auf das gewartet, was da kommen möge.

Wir brauchten Züge von oben, doch es kamen nur Züge von unten (und auch die sehr spärlich). Erst der dritte Zug von unten hatte dann wenigstens eine Nachschub-Lok (Dispo-189, die Dinger werden zum Schrecken des Balkan...), so dass ein Nachschuss ging. Ach, das wollte ich ja gar nicht verraten, die Lok hatte nämlich hinten Spitzenlicht an.

Nun wurde es wieder Zeit für die Winnetou-Prärie-Eisenbahn oben bei Ratikoveæ. Die Hinfahrt des Regionalzuges nach Buzet hatten wir uns in Befürchtung von dessen Aussehen schon gespart, die Rückfahrt bestätigte unsere Befürchtungen: Es war derselbe 715 wie gestern - gestaltet von den Halbwüchsigen der Gegend. Wobei hier eindrucksvoll Getto-Kultur und wunderschöne Natur aufeinander prallen... Richtig nett war trotz falschrummer Lok dann der Güterzug in der Kurve.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/13-Ratikovec-Die_Westernbahn.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/13-Ratikovec-Die_Westernbahn.jpg)
Ratikoveæ Die Westernbahn.

Für die Rückfahrt suchten wir uns eine Stelle, wo die (richtigrumme) Front der GM-Lok Frontlicht gehabt hätte, doch war diese Stelle sehr motivlos. Als der Zug dann nicht kommen wollte und wir gern noch den Abendblick aus Nil's Bericht an der Koperrampe machen wollten, warteten wir nicht länger. Möglicherweise war die Strecke gesperrt worden, ein Stück weiter tobte nämlich mittlerweile ein ordentlicher Waldbrand.

Unter der Waldbrand-Wolke hindurch fuhren wir nun wieder zur Koperbahn. Doch schnell wurden wir gewahr, dass ausgerechnet bei unserem geplanten Motiv keine Sonne hinkam. Die Wolke des Brandes zog dort direkt vor der Sonne her. So also doch mal Podpeæ probiert, erst aus dem Weinberg mit Wehrturm, dann direkt innercity den Desiro. Dessen einziges Graffiti prangte natürlich genau in der Ecke, die wir ganz vorn im Bild hatten. Grrrr...

Der Durst sagte uns, dass wir mal wieder langsam nach Hrvatska rübermachen sollten, denn wir besaßen nur Kuna und keine Tolar. Da oben in Ratikoveæ eine Straße nach Buzet ausgeschildert war, die uns einen Riesen-Umweg über den Grenzübergang an der Hauptstraße erspart hätte, beschlossen wir, dort entlang auszureisen, obwohl dort auf der Karte zwar eine durchgehende Straße, aber keine Grenzstation eingezeichnet war.

Hinter Ratikoveæ fanden wir dann so richtig die "rollende Prärie", wie Karl May sie beschrieben hat (als Ossi durfte er ja nicht nach Amerika, vielleicht aber wenigstens nach Jugoslavien... kleiner Scherz...), also eine steppenartige Hügellandschaft mit einzelnen Bäumen drauf. Und mitten in der Einöde, auf weitem Land, kam dann die Grenze. Schlagartig war es aus mit der Freiheit. Der Grenzübergang war zwar noch bis 22 Uhr geöffnet, aber nur für Einheimische (wir hatten auf den Straßen rund um Ratikovec noch kein anderes Auto gesehen, aber es muss wohl welche geben...). Und unser ©ibeniker Kennzeichen wies uns schonmal nicht als Grenz-Anrainer aus. Die deutschen Pässe erst recht nicht.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:26:58

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/14-Ratikovec-Eine_Grenze_und_die_Welt_ist_zuende__Woran_erinnert_mich_das_bloss.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/14-Ratikovec-Eine_Grenze_und_die_Welt_ist_zuende__Woran_erinnert_mich_das_bloss.jpg)
Eine Grenze und die Welt ist zuende. Woran erinnert mich das bloß?

Die Drei von der Grenze (wir sahen zwei Slowen(inn)en und einen Kroaten) waren aber sehr freundlich und erklärten uns in englisch, dass wir nicht ganz über Podpeæ zurück müssten. Ein Waldweg sei gerade asphaltiert worden, und da entlang käme man über Movra¾ zum internationalen Grenzübergang an der Hauptstraße. Die Frau hätte uns glaub' ich auch so durchgelassen, so einen verdursteten Eindruck müssen wir gemacht haben. Ein fragender Blick von ihr zum Kollegen wurde aber mit dezentem Kopfschütteln beantwortet.

Die Waldstraße runter nach Movra¾ war nett, das ganze Rotwild, das dort rumlungerte, sprang nicht vor den Kühler und von dort war ne andere Straße in spitzem Winkel direkt zum Grenzübergang in der Karte verzeichnet. Diese Straße endete dann allerdings bereits ein Stück vorher in einem Ort namens Dvori, wo wir wahrscheinlich die ersten Fremden seit der Grenzziehung gewesen sind. Tja, und nu?

Ein Bauer meinte: Movra¾, Graèi¹æe, Buzet. Na super! Also gaaanz weit von der Grenze weg, dort auf die Hauptstraße und gaaanz weit an die Grenze ran. Zwischen uns und der Hauptstraße lag halt so'n kleiner Bergkamm... In Buzet fanden wir gerade noch vor 21 Uhr einen Supermarkt, in dem wir die kältesten Getränke aussuchten, die da waren. Gegen 22 Uhr waren wir endlich auf unserem Hotelbalkon in Kostrena, wo nach paar Happen und Dusche Schluss war.
 
Mittwoch, 19. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Meja - Kostrena

Wer sich auskennt, kann an der Tagesüberschrift sehen, dass wir heute nur rund um den Kirchtrm fotografiert haben. Allerdings gab es morgens dann doch eine kleine Programmänderung gegenüber sonst, nämlich einen Vor-Frühstücks-Fototermin mit dem Stadtviadukt in Rijeka. Anscheinend herrscht in Rijeka um 7.00 noch kein Berufsverkehr, denn wir waren ruckzuck in der Stadt und fanden auch sogleich einen Parkplatz auf einer schraffierten Fläche mitten auf einer Kreuzung (da standen schon paar andere).

Eine nette Pu-Garnitur kam durch, 1061 und zwei Wagen (im Gegensatz zu den Triebwagen erlebten wir die Reisezug-Wagen in Slowenien und Kroatien angenehm Graffiti-frei!). Auf dem Rückweg zum Hotelveranda-Frühstück erblickten wir in einer Werft (deren Gelände an das unseres Hotels anschloss) ein Schiff mit Vogelfluglinien-Beschriftung. Erst bei genauerem Hinsehen konnten wir ausmachen, dass es sich um die ihrer Bugklappe beraubte Carl Carstens handelte. Mensch Mensch, was sieht dieses einst schönste Schiff der Vogelfluglinie heruntergekommen aus...

Nach dem Frühstück steuerten wir mal (weil keine Reiseüge auf der Hauptstrecke anstanden) einen Rastplatz oberhalb der alten Stadt Bakar an, die am Ende eines kleinen Fjordes liegt. Das Gleis zum Erzhafen führt von der Hochfläche zweimal hinter der Stadt und dann noch einmal vor der Stadkulisse entlang, um an Höhe zu verlieren.

Einziges Problem: Es tat sich nichts - außer dass der Rastplatz mitten in der prallen Sonne lag und wir uns einen Sonnenbrand holten. Vom letzten Jahr wussten wir allerdings, dass vormittags irgendwann zwar auf der Hauptstrecke nix los ist, aber die Bakarbahn sowohl zum Öl-, wie auch zum Erzhafen bedient wurde. Als wir keine Lust mehr hatten, fuhren wir hoch zum Abzweigbahnhof ©krljevo - und drehten gleich wieder um. Der Tf eines abfahrbereit stehenden Erz-Leerzuges bekam gerade letzte Papiere in die Lok gereicht. Wir erwischten den Zug dann noch auf allen Ebenen der Bakar-Rampe.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/15-Bakar-Die_Bahn_fuehrt_erst_oben_am_Hang_entlang_dann_um_den_Ort_herum.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/15-Bakar-Die_Bahn_fuehrt_erst_oben_am_Hang_entlang_dann_um_den_Ort_herum.jpg)
Die Bahn führt erst oben am Hang entlang, dann um den Ort herum.

Letztes Jahr hatten wir entdeckt, dass an der Hauptstrecke zwischen dem einsam am Steilhang gelegenen Bf Meja und der Straßenbrücke unterhalb Plase ein Asphaltweg zu einem Bahnübergang hochführt. Wir hatten lange gebraucht, bis wir im Dorf Hreljin (weit unterhalb der Bahn) die richtige Zufahrt zu diesem Asphaltweg gefunden hatten. "Bei der Post links ab" hatte ich damals notiert - und es stimmte! Es ist wirklich angenehm, wie viele Nebenwege in Kroatien asphaltiert sind (und wenn Schotterpiste, dann bestens instandgehalten).


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:38:07

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/16-Meja-Weite_Ausblicke_auf_der_Rijekabahn.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/16-Meja-Weite_Ausblicke_auf_der_Rijekabahn.jpg)
Weite Ausblicke auf der Rijekabahn.

Da oben, am BÜ "Tuhobiæ", fanden wir ein nettes Schattenplätzchen zum warten. Von einer Anhöhe hatte man einen schönen Blick auf den Bahnhof Meja, der ein Stück weiter am Hang klebte. Die Hochlicht-Klingel war schon ne Weile zu hören, wir ignorierten sie noch für den Dispolok-189-IC, dann war Mittagspause angesagt. Es ging wieder zu dem netten Lokal am Lokve jezero, wo wir nach einem guten Essen am Ufer des Sees ne Runde geschlafen haben.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/17-Meja-Geht_hier_was-_Ups-_DER_ZUUUUG_KOMMT.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/17-Meja-Geht_hier_was-_Ups-_DER_ZUUUUG_KOMMT.jpg)
"Geht hier was? Ups! DER ZUUUUG KOMMT!"

Erst für die nachmittäglichen Personenzüge ging es wieder an die Rampe zwischen Plase und Meja, wo uns dank der Verspätung des aufwärts fahrenden Zuges zwei abwärts fahrende Gz durch die Lappen gingen. Der abwärts fahrende Pu war wieder die saubere Polen-S-Bahn, die wir diesmal von etwas näher ablichten konnten.

Da uns der Schnellzug von Osijek sehr gefiel, fuhren wir ihm mal ein Stück entgegen. Bei Delnice gab es einen schönen Ausblick von einer Straßenbrücke. Der Zug hatte wieder die Dispolok vor. Nun gemütlich über die Autobahn zurück nach Rijeka gefahren, wobei wir den Schnellzug bereits kurz hinter Delnice eingeholt hatten. Im allerletzten Licht suchten wir dann den Damm von Su¹ak Peæine auf. Allerdings war die Sonne schon so gut wie untergegangen, als der Zug endlich angebummelt kam.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/18-Susak-Im_allerletzten_Lichtfetzen_erreicht_der_Schnellzug_das_Stadtgebiet_von_Rijeka.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/18-Susak-Im_allerletzten_Lichtfetzen_erreicht_der_Schnellzug_das_Stadtgebiet_von_Rijeka.jpg)
Im allerletzten Lichtfetzen erreicht der Schnellzug das Stadtgebiet von Rijeka.

Donnerstag, 20. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Tromilja (bei ©ibenik)

Es passte gut: Wir wollten nun langsam mal weiterziehen, denn die großartige Likabahn sollte nun mal näher beäugt werden. Und das Hotel hatte angekündigt, dass ab Donnerstag wegen Reisegruppen kein Platz mehr sei. Heute war mehr Dunst in der Luft als an den Tagen zuvor und die Hitze war etwas drückender. Allerdings blieb der Tag wie die Tage seit Montag völlig wolkenlos. Vor der Hochlichtphase wollten wir mal paar Wechselstromzüge vor Ogulin machen, denn die Baureihe 1141 (vgl schwedische Rc) ist mit ihren drei Lackierungsvarianten auch immer nett.

Bis Vrbovsko ging es über die Autobahn, dann auf Landstraße durch das einsame Waldtal, durch das auch die Bahn führt. Wir beschlossen, uns mal den Bf Gomirje anzuschauen, den ich mir 2003 notiert hatte und der ein Stück abseits der Hauptstraße tief unten im Tal liegt. Wir fanden bei einem unbewohnten Haus einen schönen Standpunkt mit Blick auf die Westeinfahrt. Der erwartete Pu kam dann allerdings als versiffte Zagreber S-Bahn. Diese eine Leistung wird von den Dingern auf dieser Linie bis Moravice gefahren. Allerdings hatten wir Glück, denn es folgte ein Güterzug mit oranger Rc, äääh, 1141.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/19-Gomirje-Schiebewandwagen_ohne_Graffiti.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/19-Gomirje-Schiebewandwagen_ohne_Graffiti.jpg)
Schiebewandwagen ohne Graffiti!

Da der wegen Kreuzung anhielt, konnten wir einen Bahnhof voraus fahren und ihn in Ogulinski Hreljin nochmal erwischen. Dort durften wir auch mal unsere Fotogenehmigung auspacken. Der Weichenwärter hatte uns angesprochen. Als er den Wisch dann seinem Cheffe unter die Nase hielt, machte der aber nur grinsend eine ironische Respektbezeugung zu der Genehmigung hin und bestätigte uns per Geste, dass gleich der Güterzug käme.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:46:27

Bevor die Hochlicht-Klingel läutete, deckten wir uns schon im Supermarkt für die doch etwas längere Fahrt ein (unter anderem mit den kältesten Getränken des Supermarktes) und saßen bald auf der nagelneuen Autobahn nach Split. Auch hier wieder eindrucksvolle Kunstbauten, wobei die langen Passtunnel durch Mala Kapela und Velebit hervorzuheben sind. Bei einer Rast unter den Felszinnen des Velebit bekamen wir eigentlich zum ersten Mal auf der Tour die Hitze so richtig derbe zu spüren. Danach wurde die Landschaft öde. Endlos ziehen sich hinter Zadar die welligen Ebenen dahin, die mit ihrer Steinigkeit wohl kaum unfruchtbarer sein könnten. Bewachsen sind sie nur mit nem fiesen, undurchdringlichen Buschwerk. Die Schluchten, die diese Ebene durchziehen, sieht man eigentlich erst, wenn man davor steht.

Da wir keine Lust auf Stadt-Übernachtung hatten, fuhren wir mal in Skradin von der Autobahn runter. Die malerische Stadt Skradin liegt in einem dieser "Canyons", die der Fluss Krka hier gegraben hat. Allerdings war der Ort derartig überlaufen, dass wir gleich weitergefahren sind. Auch direkt am Nationalpark-Eingang oberhalb der Krka-Wasserfälle war nichts zu finden. Doch mitten in der Ödnis, in Tromilja, wo die Straße nach Skradin von der Landstraße ©ibenik - Drni¹ abzweigt, fanden wir eine nette Pension, wo wir für 15 Euro die Nacht (pro Person) unterkamen. Die gesamte untere Etage mit mehreren Pensionszimmern und zwei Bädern sollten wir für uns haben.

Mittlerweile war es 15 Uhr und man konnte mal langsam mit der ©ibeniker Piste beginnen. Ein Güterzug könnte im Laufe des Nachmittags kommen (war vielleicht schon durch) und es stand der lokbespannte Pu an (alle anderen Pu auf der Zweigstrecke Perkoviæ - ©ibenik fahren als 7122 / schwed. Y1-Triebwagen). Die Hinfahrt des Pu aus dem Licht raus war die lange Nase voraus, so dass wir für die Fahrt ins Licht mit der richtigen Seite der GM rechnen durften. Das ging dann auch gut unweit Hp Ripi¹te, und sogar ein vorher durchkommender 7122 war sauber gewesen. Der Güterzug wurde uns von unserem "Disponenten" in der Heimat allerdings als stark verspätet avisiert. Er hatte noch nichtmal Knin erreicht.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/20-Ripiste-Der_einzige_lokbespannte_Pu_auf_der_Nebenbahn_Perkovic_-_Sibenik.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/20-Ripiste-Der_einzige_lokbespannte_Pu_auf_der_Nebenbahn_Perkovic_-_Sibenik.jpg)
Der einzige lokbespannte Pu auf der Nebenbahn Perkovic - ©ibenik.

Nun an der nahen Hauptstrecke zwischen Perkoviæ und Primorski Dolac nach einem Motiv für einen zu erwartenden Gz aus Richtung Split Ausschau gehalten und am Scheitelpunkt fündig geworden. Doch was war das? Plötzlich überraschte uns von hinten, aus Richtung Perkoviæ, ein Güterzug (fortan hieß die Stelle nur noch das "Ü-Motiv"). Da es sich um eine recht fotogene Doppeltraktion handelte, sind wir mal hinterher gefahren, denn weiter östlich, bei Prgomet, führt die Strecke ein Stück gen Süden - dort wollten wir ihn dann mal mit Frontlicht erwischen. Das gelang uns auch. Führende Zuglok war sogar eine frisch lackierte 2063, während auf der Likabahn sonst eigentlich nur die GM-Baureihe 2062 (ehemals auch 2061 - sie mögen ruhen in Frieden) eingesetzt wird. In Labin Dalmatinski hatte der Zug Kreuzung mit dem von uns erwarteten Güterzug.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/21-Prgomet.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/21-Prgomet.jpg)
Nur kurz drehte sich die Front des nachmittäglichen Ostfahrers ins Licht.

Diesen hinter Labin gemacht und hinterher gefahren. Bei Prgomet stand der Zug dann aus unersichtlichem Grunde, so dass wir ihn nochmal an der Einfahrt von Priomorski Dolac erwischen konnten. Als der Tf uns sah, winkte er uns lachend zu und hielt seine Fotokamera hoch. Sollte er dort oben bei Prgomet für eine eigene Aufnahme gehalten haben? Überhaupt muss ich sagen, dass die kroatischen Lokführer allesamt freundlich bis fröhlich zurückgegrüßt haben, wenn sie uns gesehen haben. Das war ein sehr sympatisches Arbeiten!

Es gab dann noch den Pu nach Split bei Prgomet, eine Erkundung in die Schlucht südöstlich Labin (2003 hatte ich vermerkt: "Interessante Schluchten mit Formvorsignal Labin, aber Zugänglichkeit???". Dass man alles wunderbar von einem Rastplatz an der Straße einsehen kann, konnte ich aus dem Zug damals nicht erkennen...). Auf der ©ibeniker Piste gab es nun noch einen Y1 in einer netten S-Kurve, dann ging es über Tankstelle und Supermarkt in ©ibenik zurück nach Tromilja. Unterwegs kam uns um kurz nach 20 Uhr ein rosa-weißer Schnellbus der Hamburger Hochbahn aus den achtziger Jahren entgegen...

Im nächsten Teil erkunden wir näher die südliche Likabahn, lernen alte Städte kennen und finden den Fotostandpunkt, der drei Wünsche auf einmal erfüllt...


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 18:54:02

Freitag, 21. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Trogir - Tromilja

Im Supermarkt hatten wir uns kalten Kaffee aus der Dose besorgt, denn Frühstück gab es hier nicht. Als ich auf unserer schönen Terrasse so dasaß und den Kaffee trinken wollte, flogen plötzlich Schwalben regelrechte Angriffe auf mich. Offenbar war gerade Fütterung angesagt, an der Decke über der Terrasse hingen zwei Nester. Zum Glück fühlten sich die Viecher abends nicht gestört - denn den Abend hätten wir nicht gern im Zimmer verbracht.

Erstmal erledigten wir an einer hübschen Bogenbrücke bei Vrpolje auf der ©ibeniker Nebenbahn einen Y1, dann ging es zum gestern entdeckten Rastplatz oberhalb der Schlucht mit Evsig von Labin. Der morgendliche Pu von Perkoviæ nach Split sollte es sein - diese Pu sind allesamt lokbespannt, wobei die GM nach Split immer "vorwärts" fuhr. Ich hatte mir mein Frühstück zum Glück zum Fotostandpunkt mitgenommen und nicht am Auto verzehrt, denn kaum war ich bereit, da kam unten der Nachtzug Zagreb - Split durch. Leicht verspätet, so ca 2,5 Stunden... Ääähm, sorry, Nico, dass ich den Zug erwähne... (Nachtrag: Es handelte sich nicht um den ganzen Nachtzug, sondern nur um die verspäteten Kurswagen aus Budapest, die nachgeführt wurden).

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/22-Labin-Von_nun_an_gehts_bergab%2C_der_Scheitelpunkt_bei_Labin_ist_passiert.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/22-Labin-Von_nun_an_gehts_bergab%2C_der_Scheitelpunkt_bei_Labin_ist_passiert.jpg)
Von nun an gehts bergab, der Scheitelpunkt bei Labin ist passiert.

Den dann auch verspäteten Pu bekamen wir dann beide gut in die Kamera. Da nun ein Güterzug aus Richtung Solin anstehen konnte, der aber auch ebensogut erst Stunden später auftauchen mochte, fuhren wir mal auf die andere Seite von Perkoviæ, wo Nordfahrer mal ein Stück gen Osten kurven. Doch der Gz kam nicht. Rechtzeitig zum ICN (Intercity Nagibni = Neitech-IC, Reihe 7123 / DB-612) wechselten wir zum nächsten Bahnhof: Une¹iæ. Dieser Bahnhof ist insofern bekannt, dass er der einzige Bahnhof des Landes ist, der einzeln für jedes Gleis Form-Ausfahrsignale hat, so dass hier kleine Formsignal-Gruppen stehen. Damit dann den ICN fotografiert, der sich allerdings nicht so schön wie erwartet in die Kurve legte.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/23-Unesic-Der_Nagibni_mit_der_beruehmten_Signalgruppe_von_Unesic.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/23-Unesic-Der_Nagibni_mit_der_beruehmten_Signalgruppe_von_Unesic.jpg)
Der Nagibni mit der berühmten Signalgruppe von Une¹iæ.

Die Hochlichtklingel schellte durchs Tal und hieß uns Mittagspause zu machen. Dazu fuhren wir nach Trogir runter. Die Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und wirklich sehenswert. Durch ein Labyrinth enger Gassen kann man das mittelalterliche, auf einer Insel gelegene Städtchen erleben. Wir entdeckten eine schöne Konoba in einer Seitengasse, wo wir wunderbar schattig speisen konnten. Und Eis gab es auch... Nach paar Fotos von unseren Jachten gab es einen Supermarkt-Besuch (mittlerweile kannten wir uns mit den Kühlschrank-Bauarten der Läden aus; man musste schauen, ob von vorn oder hinten nachgefüllt wird, um die kältesten Flaschen zu bekommen) und Rückkehr zum Auto.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/24-Trogir-Altstadt.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/24-Trogir-Altstadt.jpg)
In Trogir konnten wir direkt vor der Altstadt festmachen...

Den Nachmittag begannen wir in Ka¹tel Stari, wo die Bahn hoch oberhalb des Meeres verläuft. Mit Form-Einfahrsignal und in den Obstgärten einen ICN und einen Pu verarztet, dann nochmal den Rastplatz von heute Morgen aufgesucht. Dort hatte man nämlich auch einen schönen Ausblick auf aufwärts fahrende Züge mit Beleuchtung aus westlicher Richtung. Der Güterzug stellte uns allerdings auf eine sehr harte Probe. Immer wieder dachten wir, dass er käme, aber dann war's doch nur ein LKW oder so. Und als er kam, wurden unsere Gesichter wahrscheinlich noch länger, denn die GM war falschrum und der Zug bestand fast nur aus Flachwagen.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 19:08:10

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/25-Kastel_Stari.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/25-Kastel_Stari.jpg)
Schienengebundener Berufsverkehr aus der zweitgrößten kroatischen Stadt hinaus:
Quasi bedeutungslos.

Deshalb lieber nochmal für den zurückkehrenden Pu von Perkoviæ ein Motiv gesucht. Irgendwie meinte ich, dass ich dazu mal eine Straßenböschung bei Labin emporkraxeln müsste, doch dort oben gab es bis fast an die Kante nur diese knochentrockenen, stacheligen Büsche, so dass ich mich kaum drehen und wenden konnte. An den Abstieg mochte ich schon gar nicht denken. Der Zug ging einigermaßen, der Abstieg dann auch. Die Schuhe musste ich danach allerdings erstmal ausleeren...

Wie üblich erfolgte nun ein Supermarktbesuch in ©ibenik, dann ging es kurz nach 8 die drei Meilen Richtung Tromilja raus. Uns kam mal wieder ein ex-HHA-Schnellbus entgegen. Vom Straßenrand aus konnten wir im tosenden Lärm gleich an der Autobahn-Brücke (wie romantisch!) den Sonnenuntergang über dem Krka-Nationalpark fotografieren. Dem Bild sieht man den Verkehrslärm aber nicht an. Man könnte das Motiv als "herrlich ruhiger Abend in der Einsamkeit" verkaufen.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/26-Krka-Ein_herrlich_ruhiger_Abend_in_der_Einsamkeit___.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/26-Krka-Ein_herrlich_ruhiger_Abend_in_der_Einsamkeit___.jpg)
Ein herrlich ruhiger Abend in der Einsamkeit...

Abends in der Pension wurde uns unter großen Entschuldigungen angekündigt, dass wir uns morgen die Pension mit einigen Italienern würden teilen müssen. Wir durften uns aber das Bad aussuchen, das wir dann weiterhin für uns haben würden. Nun ja, das sollte wohl kein Problem werden...

Samstag, 22. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Drni¹ - Tromilja

Die Nacht hatte kaum Abkühlung gebracht, entsprechend schlecht hatte ich geschlafen. Auch heute fiel - wie schon in den letzten Tagen - der Blick am Morgen zwar auf blauen, aber doch recht dunstigen Himmel. Wir begannen den Tag im Bahnhof Perkoviæ, wo sich morgens um 8.00 die Pu-Züge aller Himmelsrichtungen trafen und zudem noch der erste ICN nach Zagreb durchkam. Der erhoffte Panoramablick vom Feldweg östlich der Gleise war leider nicht so gut, weil hier zwei Güterzüge abgestellt waren. Dennoch gelang der eine oder andere Schuss.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/26-Perkovic-Der_erste_Zug_zum_grossen_Knoten_ist_da.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/26-Perkovic-Der_erste_Zug_zum_grossen_Knoten_ist_da.jpg)
Der erste Zug zum großen Knoten ist da. Ein 7122, ex schwed. Y1.

Größtes Augenmerk wollten wir am heutigen Bettenwechsel-Samstag auf den Urlaubsexpress aus Serbien richten. Dieser tauchte dann schon während des Umsteigeknotens in Perkoviæ auf, als der Pu von Split noch nichtmal da war. Er war damit deutlich vor Plan und sollte ohnehin 25 Min Aufenthalt haben. Sicherheitshalber fuhren wir nun aber doch an die Strecke, denn in Perkoviæ stand das Licht für den Bäderzug ungünstig. Unweit des Hp Preslo wurden wir fündig. Die Bahn steigt hier steil am Hang von Primorski Dolac nach Labin an.

Der Serbenzug musste tatsächlich in Perkoviæ warten. Als erstes tauchte der Pu auf der Rückfahrt nach Split (und mit richtigrummer GM) auf. Der kleine Zweiwagenzug passte vielleicht sogar für dieses Motiv besser. Für den Serbenzug fuhren wir dann zum Bf Labin Dalamtinski weiter. Bahnhofsaufnahmen mit Rotkäppi aufm Bahnsteig kommen ja immer gut. Wir wollten dann auch artig vorher fragen, ob wir uns auf das hinterste Gleis stellen dürften, doch Cheffe war am dauer-telefonieren und ignorierte uns. Also so hingestellt. Es blieb beim Ignorieren, auch als der Zug durchfuhr. Auch gut. Leider hatte der Zug nur ganz hinten einen serbischen Schlafwagen. Alle anderen Wagen waren von der H® gestellt, was uns etwas verwunderte.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 19:17:38

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/27-Labin-Ausfahrt_steht__Bei_Durchfahrten_wird_dies_durch_das_Auf_und_Ab_der_Kelle_signalisiert.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/27-Labin-Ausfahrt_steht__Bei_Durchfahrten_wird_dies_durch_das_Auf_und_Ab_der_Kelle_signalisiert.jpg)
Ausfahrt steht! Bei Durchfahrten wird dies durch das Auf und Ab der Kelle signalisiert.

Das Thermometer im Bahnhof zeigte bereits um 10 Uhr 36° im Schatten an. Das konnte ja heiter werden! Nach einem Frühstück unter den schattigen Bahnhofsbäumen waren wir gerade aufgebrochen, da sahen wir das Esig aus Richtung Primorski auf Fahrt. Und tatsächlich kam auch bald ein Güterzug durch - eindeutig einer der morgens in Perkoviæ abgestellten. Irgendwie war der Güterzug-Fahrplan etwas durcheinander - das mit dieser Abstellerei in Perkoviæ hatte ich so nicht in den Fpl-Auswertungen gesehen...

Daher schauten wir jetzt einfach mal, was sich denn sonst so in Perkoviæ tun könnte. Erst nichts gesehen, doch nachdem wir den Dorfladen nach den kältesten im Kühlschrank vorhandenen Flaschen abgesucht hatten, hörten wir eindeutig eine nach Norden beschleunigende GM. Wir hinterher und bald oberhalb von uns am Hang einen netten Gz mit richtigrummer Lok und Begleitwagen gesehen. Die Begleitwagen sind jetzt alle in H®-Farben lackiert und sehen so'n bischen nach Mittelweserbahn aus (so blau mit gelbem Streifen).

Hinter Une¹iæ und vor Drni¹ sollte die Strecke gen Osten verlaufen, dort konnte was mit richtiger Beleuchtung gehen. Und so war es auch. Ab Une¹iæ wurde die Landschaft anders, es begann diese weite steinige Busch-Steppe. Und rechts und links der Straße tauchten die ersten Minen-Warnschilder auf. Wir fragten uns, wie in diesem unwirtlichen Stachelbuschland die ganzen Flächen irgendwann mal von Minen bereinigt werden können.

Der Bahnhof Zitniæ war 2003 der erste auf unserer Fahrt gewesen, der keine Einfahrsignale hatte und wo der Weichenwärter an der Einfahrt stehen und Zeichen geben musste. Heute sahen wir im Vorbeifahren, dass Ein- und Gruppenausfahrsignale aufgestellt, aber noch durchkreuzt waren. Vor Drni¹ führt die Bahnlinie oberhalb einer Schlucht entlang - und das war wider Erwarten trotz Minenwarnung beiderseits der Straße gut von der Asphaltdecke selbst umzusetzen. Keinen Schritt hätten wir hier in die Botanik gewagt - da kann das Motiv noch so reizvoll sein!!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/28-Drnis-Gueterzug_mit_Begleitwagen_kurz_vor_Drnis.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/28-Drnis-Gueterzug_mit_Begleitwagen_kurz_vor_Drnis.jpg)
Güterzug mit Begleitwagen kurz vor Drni¹.

Die Hochlicht-Bimmel war für den Güterzug bei Drni¹ nochmal ausgegangen, weil der Zug sich so schön in die Außenkurve legte und damit ja besser von oben beleuchtet wurde. Doch jetzt schrillte sie zur Mittagspause, die wir diesmal in der Altstadt von ©ibenik verbrachten. So gut wie mir die Altstadt 2003 auch gefallen hatte, so sehr stand der Eindruck jetzt doch im Schatten der Altstadt von Trogir. Haupt-Problem war allerdings die Hitze. Wir machten den Fehler, draußen zu essen anstelle im klimatisierten Restaurant. Der Schweiß rann nur so an uns runter...

Anschließend wollten wir einen Platz, der drei Wünsche auf einmal erfüllte: Ruhe, Schatten und Bahnblick bei einem Sonnenstand, der einen mehrstündigen Aufenthalt zuließ. Wir fanden den Platz an der Nebenbahn gleich hinter Ra¾ine. Falls der Güterzug, der sonst immer ab 14.00 hier eintrifft, sich denn heute mal die Ehre geben sollte, hätten wir unsere Siesta ja mal unterbrechen können. Er kam, aber nur als Lok. Die Wagen hatte er sicherlich in Perko stehen gelassen...

Spätnachmittags wollten wir rechtzeitig zur Rückkehr des Serben-Zuges an der Hauptstrecke sein. Daher den lokbespannten Nebenbahn-Zug gleich hinter Perko verarztet und dann hoch zu unserem "Ü-Motiv", wo uns am ersten Abend der Güterzug von hinten überrascht hatte, gefahren. Erst kam der Pu zum Nachmittagsknoten in Perkoviæ, dann der Zug nach Belgrad. Leider zeigten uns beide Zugloks die lange Nase *bääääh!*. Dennoch kam gerade der Serbenzug mit dem Schlafwagen an erster Stelle ganz nett.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 19:24:57

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/29-Perkovic-Der_serbische_Baederzug.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/29-Perkovic-Der_serbische_Baederzug.jpg)
Der serbische Bäderzug bei unserem Ü-Motiv.

Den nachfolgenden Gz (auch mit langer Nase voraus, was war heute Abend los?) am Esig von Primorski Dolac verarbeitet, dann den Pu nach Split mit der typischen Steinmäuerchen-Landschaft dieses Tals hoch am Hang fahrend verarztet. Diese Steinmäuerchen waren wirklich hübsch, zeugten aber auch von der Armut in dieser Gegend. Sie teilten winzige Parzellen ab, von denen die allermeisten landwirtschaftlich aufgegeben waren.

In Primorski nochmal auf die Lauer gelegt - vielleicht würde ja noch was kommen. Und tatsächlich klapperte bald der Draht und das Esig wurde gezogen. Eine Lok kam von Split angefahren - immerhin richtig rum. Hmmm, hier eine Lok Richtung Perko, dort viele abgestellte Güterzüge - sollte da ein Zusammenhang bestehen? Er bestand! Die Lok setzte sich in Perko vor einen Zug ans Nordende (und damit Führerstand voraus). Wir fuhren einfach mal nach Une¹iæ voraus, wo wir den Zug dann im Bahnhof mit Rotkäppi und Signalgruppe machen konnten.

Die Entfernungen sind kurz in Kroatien, und nach der Nutzung einer für uns neuen Landstraße waren wir schon bald wieder vor unserer Pensionstür. Allerdings ging es dann doch nochmal zum Supermarkt nach ©ibenik. Gegen 20 Uhr traten wir die dreimeilige Rückfahrt an, unterbrachen allerdings an einer Stelle, wo die Straße noch gut von der Sonne erfasst wurde. Die letzte Streckenaufnahme stand an. Hoffentlich wird er auch am Samstag kommen, der HHA-Schnellbus! Nun, er kam. Und dass heute kein Schnellbus, sondern ein weißroter "normaler" HHA-Stadtbus kam, war nicht weiter schlimm - farblich war's wohl sogar besser. Wagen 2301 passierte in den letzten Strahlen des Tages, bevor wir uns auf der Veranda einrichteten. Die angekündigten Italiener gingen gegen 22 Uhr erstmal auf die Piste, von denen haben wir dann die ganze Nacht nix mehr gehört...

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/30-Tromilja-Wagen_2301_ehemals_Hamburger_Hochbahn_AG_auf_der_Landstrasse_bei_Tromilja.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/30-Tromilja-Wagen_2301_ehemals_Hamburger_Hochbahn_AG_auf_der_Landstrasse_bei_Tromilja.jpg)
Wagen 2301, ehemals Hamburger Hochbahn AG, auf der Landstraße bei Tromilja.

Sonntag, 23. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Perkoviæ - Tromilja

Wir wollten es nochmal mit dem Früh-Knoten in Perkoviæ wissen. Und tatsächlich standen diesmal die Güterwagen nicht ganz so weit, so dass wir vom erhöhten Randweg aus das Treffen der Personenzüge umsetzen konnten. Anschließend suchten wir nochmal östlich von Primorski Dolac in einer Rundkehre nach Motiven und entdeckten ein sehr schönes beim Dorf Bakoviæi. Der Pu kam wie immer Richtung Split mit richtigrummer Lok durch. Anschließend besuchten wir wieder den Tante-Vlatka-Laden in Perko und setzten uns mit kalten Getränken, kaltem Joghurt und weniger kaltem Brot auf den Randweg des Bahnhofes in den Schatten. Vielleicht würde ja mal wieder ne Lok auf der Suche nach nem Güterzug vorbeischauen.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/31-Perkovic-Nochmal_der_morgendliche_Knoten_von_Perkovic.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/31-Perkovic-Nochmal_der_morgendliche_Knoten_von_Perkovic.jpg)
Nochmal der morgendliche Knoten von Perkoviæ.

Tat sie auch. Sie erschien (allerdings mit Wagen und falschrum) aus ©ibenik, rangierte bisken rum und verschwand mit drei E-Wagen wieder nach ©ibenik. Dabei kam sie aber total aus dem Licht, so dass wir uns Fotos weitestgehend ersparten. Dann wollten wir für den ersten ICN aus der Hauptstadt eine Fotokurve aufsuchen, die wir neulich schon ein Stück Richtung Une¹iæ entdeckt hatten. Pünktlich waren wir da. Der Zug aber nicht. Erst kam ne leere GM von oben gefahren, dann der Gegen-ICN von unten und erst mit einer Stunde Kasni (wichtiges Wort auf kroatisch!) der für uns bestimmte ICN. Klar, dass der Hochlicht-Alarm schon längst durch die karge Landschaft hallte (wir standen wenigstens in der Außenkurve).

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/32-Perkovic-Eine_Stunde_des_Wartens_und_der_Nagibni_kam_doch_noch___.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/32-Perkovic-Eine_Stunde_des_Wartens_und_der_Nagibni_kam_doch_noch___.jpg)
Eine Stunde des Wartens und der Nagibni kam doch noch...

Über Mittag zogen wir mit unserer Beute aus einem Tankstellen-Kühlschrank, aus dem wir uns die kältesten Flaschen ausgesucht hatten, zu unserem Drei-Wünsche-auf-einmal-Punkt am Ortsrand von Ra¾ine: Ruhe, Bahnblick und Schatten warteten schon. Erst als der lokbespannte Pu nach Perko hochdieselte, hoben wir mal so langsam die Augenlider, vom nachfolgenden Y1 machten wir gar ein Foto und zur Rückkehr des lokbespannten Pu mit richtigrummer GM standen wir gar an einem Motiv zu Füßen des Kirchlein Sveti Juraj, das mit dem Haltepunkt "Dalmatinski Sveti Juraj" sogar eine eigene Bahnstation hat. Doch was war das? Wir sahen Wolken! Richtig fette Wolken, die nicht von einem Waldbrand kamen! Wolken, die vielleicht sogar Regen bringen würden!?!


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 19:42:00

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/33-Razine-Kirchlein_von_Sveti_Juraj_zu_Dalmatinski.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/33-Razine-Kirchlein_von_Sveti_Juraj_zu_Dalmatinski.jpg)
Der Blick von unserem Drei-Wünsche-auf-einmal-Punkt
mit dem Kirchlein von Sveti Juraj zu Dalmatinski.

Der Zug ging dann auch nur noch im Halblicht. Wir fuhren nochmal zum Ü-Motiv bei Perko, doch der Pu nach Split ging auch nur im Halblicht und der Güterzug von Split ließ auf sich warten. So fuhren wir zurück gen Pension. Da wir etwas früher dran waren, beschlossen wir, eine Konoba zwei Dörfer weiter aufzusuchen, die aus dem Auto ganz nett ausgesehen hatte. Aber man soll ja nicht reingehen, wenn keine anderen Gäste da sind. Auf unsere Frage nach Essen wurde uns gesagt: "Schwein". Soweit ok, wir hatten schon gesehen, dass viele Lokale einfach die fetten Ferkel über'm Grill drehten und wollten das jetzt auch mal probieren. Doch die Grill-Aktion war wohl schon paar Stunden her und das Fleisch entsprechend abgekühlt. Nicht wirklich lecker...

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/34-Wasser.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/34-Wasser.jpg)
Die ehemals kältesten Flaschen irgendwelcher Kühlschränke
waren mittlerweile gut warm geworden.

Die Italiener in der Pension waren wohl von der letzten Nacht noch so müde, dass sie heute um 21 Uhr in ihren Zimmern verschwanden und nix mehr zu hören war... Auch unsere letzte Nacht in der Pension "Ivan" sollte ruhig werden.

Im nächsten Teil geht es entlang der Likabahn gen Norden. Vorbei an Kegelbergen und durchs Hochgebirge. Und wir hören ein stundenlanges Orgelkonzert überm Zrmanja-Tal...

Montag, 24. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Knin

Aufstehen war wie üblich um 6.30 angesagt, doch wandten wir uns dann nicht wie sonst südostwärts, sondern stramm nach Norden. Denn gar nicht mal so weit nördlich von unserer Pension gibt es schon die nächste Bahnstrecke, um die wir uns noch gar nicht gekümmert hatten: Die Linie Knin - Zadar. Da ich diese Strecke auch noch nie gefahren war, mussten wir erstmal Motive suchen. Das Vorgehen war wie üblich, wenn keine festen Motive im Hinterkopf oder im alten Fahrtenbuch existieren: Man schaut erstmal auf der Karte, wo denn der Lichtstand am günstigsten ist.

So steuerten wir Ðevrske an. Doch beim ersten Blick auf die Strecke westlich von Ðevrske wurde uns klar, dass wir einen der imposantesten Abschnitte der Linie vor uns haben müssten. Das Gleis schien in der Ferne einen wirklich kegelförmigen Berg mit Felsspitze oben drauf zu umrunden und gewann dann an einer Felswand, die der in Buzet in nichts nachstand, an Höhe. Bei Ðevrske führte das Gleis durch Landwirtschaft, dann in die bereits beschriebene stachelige, steinige und endlose Buschsteppe. Den 8.15-Y1 nahmen wir so "nebenbei" gern im Ortsbereich von Ðevrske mit, doch unser Haupt-Anliegen war der zuverlässig hinter dem Pu in Bibinje (bei Zadar) startende Güterzug. Den langen Blockabstand nutzten wir erstmal, um uns im Tante-Vlatka-Laden des Dorfes, in dem gerade mal die Hälfte der Häuser wieder bewohnt waren, paar Frühstücksutensilien auszusuchen (u.a. den kältesten im Kühlschrank vorhandenen Trinkjoghurt). Leider lag der vorhin entdeckte Felsabschnitt noch im Schatten, doch auf einem Damm durch die Felder am westlichen Ortsrand von Ðevrske gelang der Güterzug mit seiner richtigrummen Lok wunderprächtig (ich war gerade mit Frühstück fertig, Nico ein Stück entfernt musste sein Brot beiseite legen).
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/35-Dervske-Ein_zuverlaessiger_Gueterzug.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/35-Dervske-Ein_zuverlaessiger_Gueterzug.jpg)
Ðevrske - Ein zuverlässiger Güterzug!

Der vorhin entdeckte Kegelberg musste jetzt natürlich mal untersucht werden. Es ging auf der Hauptstraße ein ganzes Stück gen Westen, bis eine Nebenstraße nach Ostrovica abzweigte. Am Anfang der Asphaltstraße stand ein Schild, das den Wiederaufbau von 50 Einfamilienhäusern in Ostrovica mit deutscher Hilfe verkündete. Bescheidener hätte ich es gefunden, wenn das Schild nicht dort gewesen wäre. Sollte es die Einheimischen auf ewigen Dank an uns tolle Deutsche verpflichten? An Touristen dürften sich eher wenige nach Ostrovica verirren...

Nun denn, nach Querung eines kahlen Hügelrückens lag ein Talkessel vor uns, gerade gegenüber von uns die Felswand mit der Bahnlinie. Links sah man den Kegelberg, an dem sich im unteren Bereich die Häuser des Dorfes hochzogen. Um zum Haltepunkt zu kommen, mussten wir uns links um den Kegelberg herum wenden. Erst auf Asphalt, dann auf Schotter und Steinen ging es steil bergauf. Rund um den Hp waren alle Häuser zerschossen, die Dächer fehlten. Der Haltepunkt Dalmatinska Ostrovica bestand nur aus einem Namensschild ohne Bahnsteig. Mit Kegelberg ließe sich vielleicht am späten Nachmittag für den letzten Zug nach Zadar etwas fotografisch machen. Sicher sind auch vormittags Fotos von der anderen Seite des Bergkegels möglich, doch da hätte man entweder durch einen Tunnel laufen oder sich irgendwie durch das Dorf rechts um den Kegel herum durchschlagen müssen. Da aber jeder Schritt von uns von der einheimischen Bevölkerung genauestens überwacht wurde, sparten wir uns das erstmal.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 19:51:53

Statt dessen fuhren und liefen wir mal an die Stelle, wo der Felsabschnitt westlich Ðevrske in die Steppe übergeht. Dort konnten wir angenehm im kühlenden Schatten eines Felsens sitzen und dann einen Triebwagen zwischen all dem Fels fotografieren. Mit den 7122ern hier im Süden hatten wir Glück: Der einzige beschmierte VT, den wir hier sahen, begegnete uns nie auf Strecke.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/36-Devrske-Recht_felsige_Gegend___.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/36-Devrske-Recht_felsige_Gegend___.jpg)
Ðevrske - Recht felsige Gegend...

Erkundenderweise ging es danach unter dem mahnenden Geklingel der Hochlicht-Glocke ostwärts. Unterwegs nahmen wir an einem BÜ einen entgegen kommenden VT mit, weil's zeitlich gerade passte. Ach ja, das war ja doch der versiffte VT auf Strecke! Das Bild hatte ich wohl schon geistig verdrängt... Man konnte immer mal wieder von der Hauptstraße über Nebenstraßen an die Bahn ran fahren. Das war sehr abenteuerlich in diesem Sicht-undurchdringlichen Buschdschungel mit den vielen Steinmauern. Plötzlich konnte man unversehens auf einem Dorfplatz stehen, ohne die Häuser 10m vorher gesehen zu haben, oder eben auch vor einem Warnkreuz.

Die Ausblicke auf die Bahn waren aber irgendwie immer gleich, bestenfalls brachte die Architektur der Betonunterstandshäuschen, falls denn am BÜ ein Hp war, Abwechslung. Ansonsten nur Buschwald. Das beste Motiv fanden wir ohne Abstecher. Links und rechts der Hauptstraße wurden hinter Kistanje die Bäume immer spärlicher und schwärzer: Eine Waldbrandlichtung! Um die Sache zu vervollkommnen, führte unsere Straße plötzlich in die Luft, um auf einer Brücke mit langgezogenen Rampen die Bahn zu überqueren. Die Brücke einer wenig befahrenen Straße über eine noch weniger befahrene Bahnstrecke konnte eigentlich nur den Sinn haben, als Fotostandpunkt zu dienen. Man hatte einen wunderbaren Ausblick über die weite Steppenlandschaft. Das Motiv wurde erstmal vorgemerkt.

Ab hier verschwindet die Bahn abwärts in der Krka-Schlucht und ist völlig unzugänglich. Dieser Abschnitt steht dem bei Ostrovica sicher in nichts nach. Wir wären gern mal dort gefahren, aber ob die zweieinhalbstündige Fahrt (eine Richtung Knin - Zadar!) in einem Y1 bei dieser Hitze das reine Vergnügen gewesen wäre??? Übrigens waren die Triebwagen erschreckend leer, wir sahen maximal eine Handvoll Fahrgäste. Auch die ICN auf der Hauptstrecke erweckten längst nicht den Eindruck, voll zu sein. Man konnte bei Vorbeifahrt immer viele leere Sitzreihen beobachten.

Nach einem beeindruckenden Abstieg nach Knin, das in einem Talkessel zwischen zwei Schluchten der Krka liegt und oben von der Tvrdjava (das "dj" ist eigentlich ein kleines Ð, das ich aber nicht aus der Zeichentabelle rüberkopiert bekomme), einer der ältesten Festungen Kroatiens, gekrönt wird, brauchten wir etwas Zeit, um das im Reiseführer empfohlene Hotel zu suchen. Der Grund: Es war an den Stadtrand gezogen, wo wir es in einem netten Neubau vorfanden. Die Übernachtung sollte 25 Euro pP inkl Frühstück kosten.

Unser Reiseführer aus dem Jahr 2002 beschrieb Knin quasi als Geisterstadt. Nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens wurden hier die Kroaten durch die serbische Bevölkerung vertrieben, nach der Rückeroberung vertrieben die Kroaten die Serben, so dass niemand mehr da war. Davon merkten wir allerdings absolut Null. Knin empfing uns als eine nicht unbedingt hübsche, aber wie gesagt hübsch gelegene Stadt, in der quirlig das Leben tobte. Zerstörte Häuser sah man praktisch gar nicht. Der Bahnhofsvorplatz machte den Eindruck eines sozialistischen Paradeplatzes. Das Innere des Empfangsgebäudes war dann aber wieder ätzend wie viele größere kroatischen Bahnhöfe: Leer, nüchtern, finster.

Die Hochlichtglocke war übrigens mittags wieder ausgegangen, denn es war gar kein Sonnenlicht mehr. Finstre Gewitterwolken hatten nun den Platz am Himmel eingenommen. Wir starteten daher mal eine Erkundungstour nordwärts an der Likabahn entlang. Als eines der herausragendsten Motive hatte ich einen Viadukt auf einer Bergscharte notiert. Dieser wollte jetzt gefunden werden. Zwar ahnte ich, wo er sein müsse, doch das Hinkommen war dann recht schwierig.

Erst testeten wir eine weiße Straße von Paðene. Diese Straße eröffnete zwar viele Motive an der in Hanglage mit weitem Blick über die Buschsteppe verlaufenden Bahn, doch endete ein Stück vor Plavno die Asphaltdecke. Da gerade ein heftiger Gewitterschauer nach dem anderen runterging, hielten wir eine Fahrt auf Schotterpiste hier in der Einsamkeit für nicht so angebracht und drehten um.

Weiter nördlich verläuft die Hauptstraße als Schnellstraße auf der Westseite der Zrmanja-Schlucht, während die alte "gelbe" Straße unten im engen Tal verläuft. Dort unten sollte nun in Zrmanja-Ort eine gelbe Straße nach Plavno abgehen. Wir fanden aber nur eine Schotterpiste. Also den ganzen Weg bis kurz vor Knin zurück und die letzte in der Karte verzeichnete Anfahrmöglichkeit nach Plavno genommen. Auch hier standen wir plötzlich wieder vor Schotter, doch hatten wir eine Abzweigung übersehen. Der Ort Plavno ist jetzt mit "Bender" ausgeschildert. Nach zwanzig Minuten auf einsamster Asphaltpiste erreichten wir erst den Bahnhof Plavno (auch hier in der Einöde selbstverständlich mit Rotkäppi plus Weichenwärter) und dann den Viadukt.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 20:00:55

Dieser Viadukt war klasse. Wir liefen ein Stück die auf der Karte gelb eingezeichnete Schotterpiste parallel zur Bahn aufwärts und hatten von verschiedenen Stellen einen Super-Ausblick auf die elf Steinbögen mit dem kleinen Dorf zu Füßen und einem großartigen weiten Ausblick auf das Hochgebirge dahinter. Dieser Viadukt war praktisch in Längsrichtung auf eine Bergscharte gebaut worden (während Bergscharten ja sonst eher in Querrichtung als Pass verwendet werden). So fiel also beiderseits des Viaduktes das Gelände ab.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/37-Plavno-Der_Viadukt_von_Plavno__Das_schoenste_Kunstbauwerk_der_Likabahn.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/37-Plavno-Der_Viadukt_von_Plavno__Das_schoenste_Kunstbauwerk_der_Likabahn.jpg)
Der Viadukt von Plavno: Das schönste Kunstbauwerk der Likabahn.

Leider war an Sonne nicht zu denken. Eine GM kam mit nem einzelnen MWB-farbenen Begleitwagen abwärts gerollt und einen Nagibni versuchten wir mal gegen den hellen Himmel aufzunehmen. Doll war das aber nicht. Wir konnten nur auf morgen Nachmittag hoffen... Nun waren wir hungrig genug für eine zünftige Mixfleischplatte im Hotelrestaurant und die eine oder andere Flasche Karlovaæko.

Dienstag, 25. Juli 2006: Knin - Malovan - Knin

Das Frühstück gab es schon ab 6.00 Uhr. Das war gut so, denn ab 7.12 sollten drei Güterzüge hintereinander ab Knin aufwärts ins Gebirge fahren. Das war zwar sehr schön, doch wären uns drei aufeinanderfolgende Güterzüge, die in das Licht fahren, lieber gewesen. Es gab nur wenige Möglichkeiten, diese drei Nordwestfahrer mal mit Frontlicht zu erwischen. Die besten Chancen rechneten wir uns noch von der in Paðene abzweigenden Asphaltstraße aus, die wir gestern getestet hatten.

Nach einem genauen Blick auf die Minenkarten des HCR (aber hier war weit und breit nichts rot eingezeichnet) konnten wir einen schönen Hangstandort beziehen. Es dauerte nicht lange, dann begann das Orgelkonzert. Schon zwanzig Minuten, bevor der Güterzug erschien, waren die zwei GM-Loks akustisch anwesend. Die Vorbeifahrt der Doppeltraktion mit ihren Cement-Eiern im schönsten Morgenlicht war ein Hochgenuss! Ein Stück weiter bezogen wir einen neuen Standpunkt, wobei der leider recht motivlos war (aber mit gutem Lichtstand). Der Güterzug von eben war noch deutlichst zu hören. Er musste den Talkessel von Plavno umrundet haben und die Maschinen donnerten jetzt kriechend in geringer Luftlinie von uns den Berg weiter hoch.

Doch was war das? Widerhall? Während der Zug von oben noch deutlich zu hören war, drängte sich von unten nun ein immer lauter werdender Sound in das Konzert. General Motors' Orgelkonzert im Stereoklang! Eindeutig: Der zweite Güterzug kam. Als auch dieser vorüber war, war es von unten erstmal ruhig. Und auch von oben erstarb der Sound jäh. Offenbar war der Bahnhof Plavno erreicht und der erste Güterzug hatte noch nicht den nächsten Streckenabschnitt bis Zrmanja verlassen. Einige Minuten Stille - dann donnerte der ebenfalls mit zwei GMs bespannte Kesselwagenzug in Plavno wieder los.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/38-Padene-Gueterzug_Nummer_2__Hier_wird_hart_gearbeitet.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/38-Padene-Gueterzug_Nummer_2__Hier_wird_hart_gearbeitet.jpg)
Güterzug Nummer 2. Hier wird hart gearbeitet!

Wir suchten uns nun einen dritten Standpunkt, wobei wir dazu schon ein ganzes Stück den Schotterweg reinlaufen mussten. Die S-Kurve war zwar netter als der Blick eben, doch mussten wir zunehmend zur Uhr schauen. Denn wir wollten ja unbedingt unten auf der Zadar-Strecke den Blick von der Straßenbrücke mit dem Nebenbahn-Güterzug machen. So verließen wir bald wieder den Standpunkt. Als der Sound des dritten Güterzuges in der stillen Gebirgswelt die Oberhand über den des zweiten Güterzuges gewann, waren wir schon wieder am Auto und konnten den Zug nur noch bei der Vorüberfahrt beobachten. Doppeltraktion vor Tads-Wagen. Würde sich unser Verzicht wenigstens rentieren?

Zügig fuhren wir nun runter zur besagten Straßenbrücke zwischen Kistanje und Knin. Der vorausfahrende Pu-VT musste Knin nun erreicht haben, der Güterzug konnte also ab Kistanje folgen. Und lange brauchten wir tatsächlich nicht zu warten! Bald schon sah man eine Kette von Kesselwagen weit hinten, wo wir das Gleis gar nicht vermutet hätten, durch den Buschwald rollen. Die GM stand richtig herum, das Motiv war um Klassen besser als die oben auf der Likabahn verschmähte S-Kurve - der Verzicht war eine gute Entscheidung gewesen. (Ok, im Nachhinein hätte man wohl knapp beide Motive mitnehmen können, aber das wäre ein riskantes Spiel gewesen).

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/39-Kistanje-_Eines_meiner_Lieblingsbilder.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/39-Kistanje-_Eines_meiner_Lieblingsbilder.jpg)
Der Ortswechsel hat sich gelohnt. Besser kann man
die Streckenführung durch die karge Weite wohl kaum
darstellen. Eines meiner Lieblingsbilder!

Jetzt interessierte uns aber mal der weitere Streckenverlauf der Likabahn oben im Gebirge. Ich hatte da ganz nette Erinnerungen an den Passabschnitt bei Malovan. Unterwegs auf einem Parkplatz oberhalb des Zrmanja-Tals Rast gemacht. Und da lag es schon wieder in der Luft - dieses Orgelkonzert. Weit hinten auf der anderen Seite der Schlucht konnten wir ein Stück Bahn oberhalb einer 250m in die Tiefe fallenden Felswand erkennen. Die Meterangabe stammt aus einem alten Baedeker aus einer Zeit, als noch Bahnstrecken und keine Straßenrouten im Reiseführer beschrieben wurden.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 20:08:32

Wir warteten und warteten. Der Sound wurde mal stärker und mal wieder schwächer. Nach fast einer halben Stunde tauchte der Zug endlich auf. Ein vierter Güterzug fuhr hier aufwärts - mit nur einer Lok bespannt. Wir fuhren nun auch weiter und trafen zeitgleich mit dem Zug im Bahnhof Zrmanja ein. Glücklicherweise musste der Güterzug hier auf Kreuzung mit dem Nagibni warten, so dass wir mal nach einer Stelle suchen konnten, wo sich die Strecke ein Stück südwärts neigte. Tatsächlich gab es da eine Talumrundung, wo uns dieser Wunsch erfüllt wurde. Dazu mussten wir ein Stück eine Schotterpiste hochfahren. Mittlerweile wussten wir aber, dass man sich auf kroatische Schotterpisten verlassen kann (in Griechenland gibt's da ja immer gern mal böse Überraschungen...).

Auto auf dem Weg abgestellt und erstmal auf den Nagibni gewartet. Plötzlich hörten wir unter uns das Geknirsche von Autoreifen auf Schotter. Da wird doch wohl nicht...? Doch, natürlich kam da jetzt noch ein weiterer Wegverkehrsteilnehmer, der wohl etwas irritiert war, als unser Auto im Weg stand. Nun, da half alles nichts: Standpunkt verlassen und Auto ein Stück weiter an die Seite gefahren. Im anderen Auto saß übrigens der Postbote! Den ICN konnte ich dann aber doch noch fotografieren.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/40-Zrmanja-Und_er_neigt_sich_doch%21.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/40-Zrmanja-Und_er_neigt_sich_doch%21.jpg)
Und er neigt sich doch!

Nun galt es, auf die Schnelle für den Güterzug was zu finden. Es nützte nichts - wir mussten einen Hang hoch. Auch hier wieder vorher der bange Blick auf die Minenkarten. Weit und breit war aber nichts Rotes zu sehen. Außerdem waren die Minenflächen mittlerweile derartig gut durch Tafeln gekennzeichnet, dass wir hier wohl kaum Sorge haben mussten. Irgendwie war's aber doch ein blödes Gefühl!

Der Ausblick war phantastisch. Hier oben herrschte ein ganz anderes, alpineres Landschaftsbild mit weiten Almwiesen und hohen Bergen rings herum. Wunderschön! Wir ließen uns dann einfach mal im Gras nieder, denn ein Güterzug aus Richtung Norden sollte jetzt auch bald mal kommen. Er kam dann nach etwa einer Stunde auch, doch das Licht war gerade hinter einer der nun rasend schnell quellenden Wolken, außerdem kam die Lok falschrum...

Weiter ging es hoch nach Malovan, wo uns ein weiterer Güterzug unverhofft entgegen kam. Kurz am Scheitelpunkt in die Runde geschaut, dann wieder zurück gefahren. Der zweite Güterzug stand in Zrmanja zur Kreuzung mit einem ICN. Leider kam während des gesamten Aufenthaltes die Sonne nicht hinter so einer blöden Schwaberwaberwolke hervor. Rund um den Bahnhof war übrigens alles zerschossen, die Häuser hatten keine Dächer, das EG fehlte ganz. Fdl und Ww residierten in weißen Containern.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/41-Zrmanja-Eigentuemliche_Stimmung_im_zerstoerten_Bahnhof.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/41-Zrmanja-Eigentuemliche_Stimmung_im_zerstoerten_Bahnhof.jpg)
Eigentümliche Stimmung im zerstörten Bahnhof.

Laut Karte sollte eine weiße Straße von hier parallel zur Bahn bis Plavno führen. Wir fuhren diese Schotterpiste mal ein Stück rein, entdeckten hier schon genug Motive für die Züge eines ganzen Tages, drehten aber bald angesichts der nun wieder einsetzenden Gewitterschauer um. Ich bin sicher, dass diese durchaus gut befahrbare Schotterpiste noch viele weitere Motive - vielleicht auch für die Frühgüterzüge - eröffnet. Bei der nächsten Tour dann...


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 20:21:05

Der Himmel war nun wieder wie gestern völlig dicht. Wir fuhren nach Knin zurück und gaben uns, da wir sehr müde waren, einem Mittagsschläfchen hin. Nachmittags fuhren wir einfach mal zur Tvrðava hoch und besichtigten die Riesen-Festung. Dabei auch einfach mal zu den Bahnanlagen runtergeknipst. Doch der ICN von Split ließ uns ewig warten. Er kam dann eine Stunde verspätet... Ansonsten konnte man hier gut den Verlauf der Krka-Schlucht beobachten. Und überall führten irgendwelche Gleise lang... Abends gab es im Hotelrestaurant wieder lecker Grillplatte.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/42-Knin-Blick_von_der_Tvrdjava_auf_den_Bahnhof.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/42-Knin-Blick_von_der_Tvrdjava_auf_den_Bahnhof.jpg)
Blick von der Tvrðava auf den Bahnhof,
ein ganzes Stück dahinter dann das Betriebswerk.

Mittwoch, 26. Juli 2006: Knin - Karlovac

In der Nacht war eine größere italienische Reisegruppe mit im Hotel. Doch wir waren so müde gewesen, dass wir nicht mehr viel gehört haben. Da wir die drei Früh-Güterzüge weit oben im Gebirge machen wollten, konnten wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit lassen.

Unterhalb des Bf Zrmanja hatten wir ja vom Schotterweg tolle Ausblicke entdeckt. Auch wenn die Güterzüge hier kein Sonnenlicht auf die Front bekommen würden, so musste eines der Motive, ein Damm, hinter dem es steil abwärts ging, mal umgesetzt werden. Die Sonne schien wieder unschuldigst vom Himmel - so, als ob es nie Gewitter gegeben hätte. Oben im Motiv angekommen, empfing uns totale Einsamkeit und Ruhe. Das einzige, was in der Luft lag, war das noch sehr ferne, aber unverkennbare Donnern zweier GM-Lokomotiven. Wir wussten, dass noch viel Zeit sein würde.

Mit dem erwarteten Sounderlebnis wurde es aber leider nichts. Plötzlich kam ein Bagger den Schotterweg entlang gerumpelt. Genau auf unserer Höhe (aber zum Glück nicht im Bildausschnitt!) hatte er sein Ziel erreicht und machte das, was ein Bagger halt so macht: Baggern. Dass das angesichts des felsigen Bodens nicht ruhig zuging, dürfte klar sein. Wir haben uns nur fassungslos angeschaut. Als Videofilmer, dem es auf den GM-Sound angekommen wäre, hätte ich wohl einen Tobsuchtsanfall bekommen...

Nun, der Güterzug war dann irgendwann im Kasten und wir suchten nun oberhalb von Malovan im Bereich des Scheitelpunktes weiter. Doch das Licht kam hier überall schon arg von hinten und vermochte nichtmal befriedigend die Seite zu bestrahlen. Aber was sollten wir machen? Der zweite Güterzug war bald zu hören, er folgte dem ersten im Blockabstand (wobei hier ein Blockabstand bei 30-40 Minuten liegt). Der Sound wurde lauter und lauter, jeden Augenblick erwarteten wir, dass der Zug um die Ecke käme. Doch plötzlich hörten wir nur noch, wie runtergeschaltet wurde und schlagartig war Ruhe! Da hatten die doch glatt den Zug in Malovan an die Seite genommen, um den ICN überholen zu lassen!

Da der ICN unten in Graèac mit dem Gegen-ICN kreuzt, würde der Güterzug hier wohl über eine Stunde stehen! So war es dann auch. Während der Tf des Güterzuges gemütlich einen Spaziergang durch die Hügel begann, lauerten wir dem ICN an einer Steinbogenbrücke auf, die beinahe die höchste Stelle der Bahn markiert. Wir befanden uns gute 800m über Meereshöhe.

Wenn der zweite Güterzug nun also in Malovan stand, musste der dritte Güterzug wohl in Zrmanja warten. Deshalb fuhren wir einfach nochmal an die Talausfahrung zwischen Zrmanja und Malovan, wo wir gestern den vierten Güterzug gemacht hatten. Der dritte Zug kam ja jetzt in derselben Zeitlage. Gesagt - getan. Aus etwas veränderter Perspektive erwischten wir somit den dritten Zug mit ganz guter Ausleuchtung!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/43-Zrmanja-Auf_800m_Hoehe_wird_die_Landschaft_schon_kahler.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/43-Zrmanja-Auf_800m_Hoehe_wird_die_Landschaft_schon_kahler.jpg)
Auf 800m Höhe wird die Landschaft schon kahler.

Auch wenn danach die Hochlicht-Glocke schon wieder tönte, so warteten wir im Bahnhof Malovan auf einem Hügel gegenüber dem zerstörten Empfangsgebäude, in dem die Diensträume aber wieder hergerichtet waren, auf den südfahrenden Güterzug. Leider war das Licht schon etwas zu weit rum, als dieser kam, aber die Szene mit Fdl und Weichenwärter war nett.

Nun wollten wir einen großen Sprung nordwärts machen. Das war allerdings schwierig, weil wir, nachdem wir im Supermarkt von Graèac nach den kältesten Getränken geforscht hatten, im Bahnhof den Nahgüterzug entdeckten, der einen Wagen in Mittelweserbahn-Farbe und eine nette Reihe von E-Wagen mit Holz führte. Nicht zu vergessen die richtigrumme Lok! Dieser Zug gelangt an den meisten Tagen nur von Ogulin bis Peru¹iæ und zurück. Deshalb suchten wir uns einen Punkt, der zwei Dinge auf einmal erlaubte: In Ruhe Supermarkt-Einkäufe vernichten und Sammler-Zug aufnehmen. Dabei entdeckten wir einen Haltepunkt mit nagelneuem Bahnsteig. Lässt das auf eine baldige Wiederaufnahme des Nahverkehrs schließen? Zur Zeit verkehren zwischen Knin und Vrhovine nämlich nur die ICN- und Nachtzüge.

Auch nach Vertilgung der Einkäufe gab es höchstens mal wieder einen Nagibni zu bewundern, der mit Affenzahn über irgendwelche technisch nicht gesicherten BÜs bretterte. Also ein Stück weiter gefahren, weil die Stelle so dolle nicht war. Von der Straße sahen wir das Empfangsgebäude von Lovinac, das wirklich nur noch eine Ruine war. Der gesamte Dachstuhl fehlte! Auch wenn der Anblick alles andere als ergötzend ist, so fanden wir das EG aus fotografischer Sicht hochinteressant, denn nirgendwo sonst wurde so deutlich, was dieser Strecke in den neunziger Jahren widerfahren ist...


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 20:33:24

Allerdings fuhr dann der Sammler auch schon ein, ohne dass wir bereit standen und machte, indem er wegen Kreuzung stehen blieb, das "Motiv" auch für den Gegenzug unbrauchbar. Wir fuhren lieber ein Stück voraus. Die Bahn fährt hier durch die Lièko Polje, einer wilden, relativ ebenen Landschaft vor imposanter Hochgebirgskulisse. Ein genialer Bergkegel ließe sich von der Autobahnbrücke aus umsetzen (hatte ich sogar 2003 notiert, als nur die Brücke ohne Autobahn da war), doch gibt es nun keine Möglichkeit mehr, auf die Brücke zu kommen.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/44-Lovinac-_Die_Gleisanlagen_sind_generalueberholt-die_Bahnhofsgebaeude_jedoch_zerschossen.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/44-Lovinac-_Die_Gleisanlagen_sind_generalueberholt-die_Bahnhofsgebaeude_jedoch_zerschossen.jpg)
Lovinac: Die Gleisanlagen sind generalüberholt,
die Bahnhofsgebäude jedoch zerschossen.

So gelangten wir erst im nächsten Bahnhof, Medak, wieder an die Bahn. Von der östlichen Einfahrweiche aus konnte man den Kegelberg auch noch schwach im Dunst erkennen. Plötzlich gesellte sich der Weichenwärter zu uns und machte, als der Zug auftauchte, mit seiner roten Fahne stramme Auf- und Abwärtsbewegungen. Diese Bewegungen waren so zackig, dass das Tuch der Fahne durch den Luftzug regelrecht knallte. Die Zeichen mussten wohl heißen "Einfahrt frei", denn das Esig war nur eine Tafel.

Weiter ging es nach Gospiæ. Die Stadt machte einen hübschen Eindruck. Zwar sah man durchaus noch viele Kriegsschäden, aber mindestens ebenso viel frische Farbe auf den renovierten Hausfassaden. Vor Gospiæ waren wir wieder durch Minengürtel gefahren. Man hatte nicht nur Warnschilder, sondern auch sehr genaue Landkarten (schätze mal 1:25000), auf denen die Minenflächen rot eingezeichnet waren, als Schautafel aufgestellt.

Mittlerweile zogen wieder fette Gewitterwolken durchs Land, aber wie wir gerade die Aktion abblasen wollten und schon auf der Autobahn-Zufahrt waren, da sahen wir, dass weiter nordwärts eigentlich schon wieder viel blauer Himmel zu sehen war. Da ich von 2003 die Ecke bei Vrhovine (oben auf dem zweiten Gebirgspass der Likabahn) noch als sehr nett im Hinterkopf hatte und dort in über einer Stunde der Nachmittags-Pu anstehen sollte, fuhren wir dort einfach mal hin.

Auf den herrlich genauen Minenkarten-Tafeln an der Straße (rund um Vrhovine war nix rot!) waren einige Wege zu einer Fotokurve nördlich des Bf Vrhovine eingezeichnet, die sich aber dann als unbefahrbar erwiesen. Auf der anderen Seite der Bahn konnten wir allerdings einen Asphaltweg reinfahren, der geradewegs in eine Rundkehre der Bahn führte. Über paar Wiesen konnte man das Gleis queren und schön von leicht erhöht die Rundkehre einsehen. Der Bummelzug kam mit richtigrummer GM-Lok und der nachfolgende Nagibni machte sich auch gut. Seeehr nett!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/45-Vrhovine-Pu_nun_die_Rundkehre_durchfahren_und_sein_Ziel_Vrhovine_fast_erreicht.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/45-Vrhovine-Pu_nun_die_Rundkehre_durchfahren_und_sein_Ziel_Vrhovine_fast_erreicht.jpg)
Eben noch hinter den Häusern langfahrend, hat der Pu nun
die Rundkehre durchfahren und sein Ziel Vrhovine fast erreicht.

Für den zurückfahrenden Bummelzug fanden wir dann auch noch einen netten Ausblick mit Gewitterwolken im Hintergrund. Da machte auch die lange Loknase mal nichts... Nun war es schon 18 Uhr und wir sahen zu, dass wir in Otoèac auf die Autobahn kamen, denn wir wussten ja nicht, ob wir auf Anhieb in Karlovac im altbekannten Hotel Carlstad ein Zimmer bekämen. Das ging dann jedoch wieder mal problemlos. Wir erhielten sogar dasselbe Zimmer wie im Vorjahr ganz am Ende eines verwinkelten Ganges - also schön ruhig. Da machte es auch nichts, dass nach wie vor als deutsche TV-Sender nur RTL2 und Südwest3 funktionierten... Und nochwas: Dieser Raum war klimatisiert! Mitgebrachtes Wasser würde auch nach einer Stunde noch nicht warm sein!

Selbstverständlich gab es keine zwei Meinungen, wo wir essen gehen würden: Natürlich im klimatisierten (!) Lehrlingsrestaurant der Hotelfachschule! Für etwa 8 Euro pro Person gab es Zwiebelsuppe, ein wahnsinnig zartes Rumpsteak mit Pfeffersoße, dazu Reis und gegrillte Champions, hinterher Palatschinken und als Getränke Weißwein und Mineralwasser. Da schmeckte das Bäuerchen hinterher doch doppelt gut!

Der letzte Teil des Reiseberichtes führt uns in völlig andere, fast heimische Landschaft. Es geht um die Überbleibsel des europäischen Fernverkehrs und um einen Wolkenkrimi, der es in sich hatte.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 20:40:01

Donnerstag, 27. Juli 2006: Karlovac - Savetal - Karlovac

Heute entschieden wir uns mal für das absolute Kontrastprogramm. Nicht mehr in Richtung Wildnis sollte es gehen, sondern nordwärts an eine der wichtigsten europäischen Magistralen: Die Savetalbahn. Über die Autobahn ging es bequem innerhalb einer Stunde über die slowenische Grenze nach Kr¹ko, wo wir nördlich der Stadt einen ersten idealen Fotostandpunkt für Programmpunkt 1, den Nachtzug aus Zürich, entdeckten. Eine Anwohnerin rief freudig bei Ansicht unseres ©ibeniker Kennzeichens "Aaaah, Dalmatia!". Offenbar wurden Gedanken an Urlaub und Strand bei ihr wach. Mit paar englischen und kroatischen Brocken wurde sie aufgegleist...

Der Nachtzug ließ sich Zeit, was auch gut war, denn ein Wolkenfeld musste sich noch auflösen. Da wir innerhalb einer halben Stunde auch sonst keinen Zug gesehen hatten, befürchteten wir schon irgendwelche Streckensperrungen. Doch alles wurde gut, ein roter Franzose brachte den Zug ca 20 Min nach Planzeit vorbei.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/46-Krsko.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/46-Krsko.jpg)
B 415 (Zürich -) Schwarzach-St.Veit - Beograd: WR (serbisch),
AB und B (slowenisch), B (serbisch), Bc (schweizerisch).
Der Schlafwagen ist wohl verloren gegangen...


Nun schauten wir mal weiter. Auch vor Sevnica schienen uns einige Fotomöglichkeiten zu sein, doch dachten wir, dass hinter Sevnica das Licht besser stände, und mittelfristig wollten wir uns auch in das enge Tal hinter Zidani Most orientieren - zumal dort mehr Verkehr sein müsste.

Hinter Sevnica noch eine Rechtskurve des Tals - und es gab keine zwei Meinungen. Hier war so einiges drin. Nach dem nächsten Bahnhof benannten wir das, was vor uns lag, die "Saveschleife von Breg". Die Bahn lief im Bereich dieser Schleife kilometerlang unmittelbar am Ufer entlang. Wieder so ein Punkt, an dem man sich den ganzen Tag aufhalten könnte!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/47-Sevnica.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/47-Sevnica.jpg)
Die "S-Bahn" ausnahmsweise mal sauber!

Bei uns stand neben der Desiro-S-Bahn bald aus Richtung Nordwesten der "Kurvenzug" an, der EC 157 von Wien nach Zagreb, der die slowenische Hauptstadt rechts liegen lässt und in Zidani Most die Verbindungskurve nutzend nach Kroatien abzweigt. Er kam mit ner 342 (Ansaldo-Einteiler) und einem ÖBB-Wagen im Altlack an der Spitze. Dahinter dreimal H® in drei verschiedenen Farben, dann zweimal ÖBB neu. Aber auch aus der Gegenrichtung rollte es: Neben einem EC Richtung Villach (342 rot, 4 Wagen - S®,H®,H®,S®) beehrte uns auch noch ein Zug, den ich paar Monate zuvor zwischen Thessaloniki und Idomeni fotografiert hatte: Der D 410 "Olympus" mit ca 4,5h Verspätung und Ansaldo-Doppler davor.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/48-Sevnica.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/48-Sevnica.jpg)
B 410 "Olympus" Thessaloniki - Ljubljana: WL (bulgarisch, Kurswagen von Sofia),
WL (serbisch), zweimal B (slowenisch), Bc (makedonisch).

Wir fuhren dann mal die Straße oberhalb der Bahn weiter. Immer wieder entdeckten wir Möglichkeiten, doch wir wollten mal hinter Zidani Most schauen. Tja, das Tal ist wirklich interessant, doch fotografisch entdeckten wir nicht gar so viel. Wir glaubten, die eine oder andere Möglichkeit vom Hang auf der anderen Talseite ausgemacht zu haben, doch waren da immer viele hohe Bäume vor. So klapperten wir also hauptsächlich die Brücken ab. Ein Optima-Express kam uns entgegen und blieb unfotografiert.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 21:32:54

Mittags zogen Quellwolken auf. Und wir hatten Hunger. An einer Tankstelle bei Hrastnik besorgten wir uns erstmal paar Baguettes und nahmen die kältesten Getränke aus dem Kühlschrank mit. Tolar hatten wir zwar nicht, doch Visa wurde auch akzeptiert. Am "Weg der Wiederkehr" (alle, auch wir, dachten, der Asphaltweg sei der Talweg auf der rechten Flussseite - dabei führte er nur steil bergauf und endete bei paar Häusern; mehrere Radfahrer strampelten hier schweißüberströmt hoch und kamen bald wieder zurück...) packten wir die Einkäufe aus. Durch eine kleine Waldschneise hatten wir einen Ausblick auf den Bahnhof Hrastnik.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/49-Bahnhof_Hrastnik.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/49-Bahnhof_Hrastnik.jpg)
Nur ein Desiro. Die internationalen Züge kamen im Wolkenschatten...

Mal ein Desiro oder eine Lz oder der ICS gingen noch. Doch die Wolken quollen immer mehr und für die besonders interessanten internationalen Züge zwischen 14 und 16 Uhr war das Licht dann endgültig weg. Hilflos sahen wir bunteste Züge, die Reste des europäischen Bahn-Fernverkehrs an uns vorüberfahren... Wir hatten beide denselben Gedanken, doch Nico sprach ihn als Erster aus: Morgen müsse man hier nochmal herkommen. Vielleicht nicht ins enge Tal, aber an die Strecke jedenfalls. Wer weiß, wie lange hier noch diese bunten Züge fahren? Eigentlich hatten wir am morgigen letzten vollständigen Tag unserer Reise nochmal rund um Ogulin und an der Metlikabahn was machen wollen, aber dies hier war ja schon nett...

Da das Wetter völlig dicht gemacht hatte, die Uhr aber erst ca 15 Uhr zeigte, fuhren wir mal erkundenderweise "über die Dörfer" zurück. Von Sevnica starteten wir zeitgleich mit einem neulackierten 715 (ohne Graffiti hätte er prächtig ausgesehen!) entlang der Nebenbahn über Mokronog nach Trebnje, wo wir ca 5 Min vor dem Zug und 6 Minuten vor dem Gewitter-Starkregen eintrafen. Einige "Stimmungsbilder" mit Regen und Sonnenstrahlen im Hintergrund sind leider gar nix geworden.

Durch denselben Starkregen setzten wir die Fahrt auf der Schnellstraße nach Nove Mesto und auf Landstraße nach Metlika fort. Die Schnellstraße war wohl das letzte Stück zwischen Mitteleuropa und Split, das noch nicht zur Autobahn ausgebaut war. Bauarbeiten waren aber im Gange. In Metlika schauten wir natürlich kurz am Bahnhof vorbei. Es standen dort zwei 715 in alter und neuer Farbgebung. Auch hier mal ne fotografische Spielerei versucht, bis uns so'n Soupski zulabern wollte.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/50-Metlika-Baureihe_715_in_Alt-und_Neulack.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/50-Metlika-Baureihe_715_in_Alt-und_Neulack.jpg)
Baureihe 715 in Alt- und Neulack.

Am Grenzübergang wurden wir mal wieder gewahr, welchen Wert deutsche Pässe haben. Wir wurden sofort durchgewunken. Natürlich mussten wir jetzt mal im Bahnhof Kamanje vorbeischauen. Denn wenn die letzten Meldungen von der Metlikabahn stimmten, so müsste dort ein Schienenbus stehen, der zwischen hier und Metlika pendelt. Der Rest der Strecke sollte wegen einer schadhaften Brücke nicht im Personenverkehr bedient werden. Letztes Jahr waren ja gerade die letzten 7221 (vgl DB-795) Kroatiens durch 7122 (ex schwed. Y1) ersetzt worden, doch traut man sich momentan bestenfalls, die schadhafte Brücke zwecks Tankfahrt mit nem kleinen Schienenbus ohne Fahrgäste zu belasten. Daher die vorübergehende Reaktivierung der 7221.

Tatsächlich standen in Kamanje sogar zwei 7221 (028 und 033) friedlich nebeneinander. Eigentlich wäre es eine Sünde, morgen nicht die "letzte Gnadenfrist" für die silbernen VTs nochmal zu nutzen und hier was zu machen. Hin- und Herüberlegerei ging los, ob sich denn vielleicht beides vereinen ließe? Dumm war halt, dass die Schienenbusse praktisch nur über Mittag zwischen 12 und 15.30 aktiv werden (sonst nur bei Dunkelheit). Und das war gerade die Zeit der bunten Züge im Savetal...

Während eines leckeren und ausführlichen Abendessens im Lehrrestaurant zu Karlovac kristallisierte sich der Plan für morgen heraus. Er war völlig verrückt, beinhaltete aber alles, was wir noch machen wollten, komprimiert auf einen Tag!

Freitag, 28. Juli 2006: Karlovac - Ogulin - Savetal - Karlovac

Die Vormittagszüge im Savetal hatten wir ja passabel bekommen. Schienenbusse gingen auch erst am Mittag, deshalb konnten wir ja morgens erstmal in Richtung Ogulin fahren. Allerdings verzichteten wir lieber auf die um ca 7 und ca 8 Uhr in Richtung Likabahn startenden Güterzüge zugunsten eines entspannten Hotelfrühstücks. Danach ging es über die Autobahn nach Ogulin, wo wir nach dem soundsovielten Vorbeifahren am Motiv (vor allem letztes Jahr) nun mal einen Zug mit dem Klek fotografieren wollten.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 21:39:09

Trotz soundsovielen Vorbeifahrten kannten wir noch immer nicht auf Anhieb die Stelle, wo man stehen musste. So vermurksten wir dann schon mal den verspäteten IC nach Rijeka, der unverhofft auftauchte. Aber wir hatten es ja auf den nachfolgenden Pu abgesehen. Für diesen fanden wir nun auch den richtigen Standpunkt, doch was nicht kam, war der Pu. Zudem kam langsam die Befürchtung in uns auf, dass es zeitlich genau hinkäme, wenn jetzt so'n Siff-S-Bahn-Zug nach Moravice hochführe. Tja, was soll ich sagen - wir hatten richtig vermutet!

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/51-Ogulin-Siffzug_vorm_Klek-1181m.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/51-Ogulin-Siffzug_vorm_Klek-1181m.jpg)
Siffzug vorm Klek (1181m).

Zwar stand danach schon bald der durchgehende Pu Zagreb - Rijeka an, doch für den war die Sonne leider schon einen Tick zu weit rum. Immerhin hatte er eine schön saubere orange 1141 vor. Die Zwischenzeit hatte Nico damit verbracht, einer dicken Spinne, die da gierig in ihrem Netz wartete, Futter zuzuführen. Irgendwie mochte sie das alles aber nicht...

So langsam musste an den nächsten Programmpunkt gedacht werden: Bevor es ins Savetal ging, wollten wir wenigstens noch den ersten der mittäglichen Schienenbusfahrten beim Schrankenposten oberhalb Kamanje machen, wo wir letztes Jahr am Wetter gescheitert waren. Danach müsste man es zu den bunten Zügen ins Savetal schaffen. Binnen einer Stunde waren wir in Kamanje, wobei wir unterwegs in Mahiæno etwas irritiert waren: Der dortige Schrankenposten stand vor seiner Hütte bereit, als wenn er irgendwas erwarten würde. Vielleicht eine Tankfahrt? Doch als wir in Kamanje ankamen, standen beide Schienenbusse nebeneinander im Bahnhof.

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/52-Kamanje-anno_2006-_Ein_Bahnhof_voller_Schienenbusse.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/52-Kamanje-anno_2006-_Ein_Bahnhof_voller_Schienenbusse.jpg)
Kamanje anno 2006: Ein Bahnhof "voller" Schienenbusse!

Pech war jetzt aber, dass das Licht noch gar nicht weit genug für unseren Schrankenposten rum war. Wir drückten trotzdem mal ab, doch irgendwie waren wir uns einig, dass das Ohne-Sonne-Bild im letzten Jahr bald besser gewesen war... Angesichts der nun wieder stark quellenden Wolken und einer sich von Südwesten heranschiebenden dicken Wolkenfront (gestern auf dem Satellitenbild konnten wir sehen, dass weiter nördlich über den Alpen viel weißes Zeugs waberte) begann nun wieder das Gehader. Würde sich die Fahrt ins Savetal überhaupt noch lohnen oder sollte man hier noch versuchen, mehr rauszuholen?

Irgendwie stachen bei uns beiden dann jedoch interessante lokbespannte Züge die kleinen mickrigen (tschuldigung!) Schienenbusse aus und wir beschlossen, die weitere Tour gen Norden zu wagen. Die Grenzabwicklung war mal wieder erquickend schnell, und schon saßen wir auf der Landstraße nach Nove Mesto. Hier waren wir so weit westlich, dass erste Schleier der fetten Bewölkung die Sonne dämpften. Doch die Autobahn nach Kr¹ko führte nun ostwärts und brachte wieder mehr Distanz zwischen uns und die Schleier. In Kr¹ko wollten wir schauen. Entweder dort gleich bleiben, oder doch noch wieder nordwestwärts an die Saveschleife von Breg.

Bei Kr¹ko waren nur paar Quellwolken am Himmel, auch westwärts sah man die geschlossene Bewölkung nicht direkt. Also riskierten wir es und fuhren in Richtung Sevnica und weiter Richtung Breg, diesmal in die Innenseite der Flussschleife. Denn hier hatten wir die Möglichkeit, Züge beider Richtungen mit optimalem Seitenlicht zu bekommen. Um 14.25 Uhr waren wir dort. Der Uferweg ermöglichte bestes Arbeiten. Die Wolkenfront war gerade hinter den Bergen im Südwesten auszumachen. Die ersten Züge würden doch vielleicht wenigstens gehen? Laut Programmheft sollten von Sevnica die interessanten Züge um 14.26, 14.44 und 15.01 westwärts starten, Ankünfte der Ostfahrer waren für Sevnica um 14.30 und 15.21 vorgesehen.

Gestern waren die Züge allerdings furchtbar verspätet gewesen. Das konnten wir heute gar nicht gebrauchen. Paar Schatten herkömmlicher Wolken zeigten sich am Rande unseres Motives. Zogen aber wieder ab. Um 14.34 dann erste Zuggeräusche! Von Sevnica näherte sich gemächlich der IC 210 Belgrad - Villach. Es handelte sich wohl um die bunteste Zuggarnitur. Hinter der 342 ein slowenischer AB, zwei österreichische B ohne Klimaanlage, dann der Wagen für die serbische Bohnensuppe und ein ebenfalls serbischer B. Alles in allem fünf Farbvarianten bei einer Lok und fünf Wagen.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 21:48:45

Dann hatte ein weniger bunter, aber hier doch sehr fremd wirkender Zug seinen Auftritt: Der "Goldoni" Venedig - Budapest bestand aus einer reinrassigen FS-Garnitur. Die Wolkendecke war der Sonne mittlerweile doch schon recht nah auf die Pelle gerückt. Die Uhr zeigte 14.50. Komm, einer muss noch gehen! Nein, kein beschmierter Desiro, Kusch! Weg mit Dir, mach den Block frei! Die Sonne verdunkelte sich, kämpfte sich aber zwischen den ersten Dunstzungen der Bewölkung immer wieder heraus. Auch in dem Moment, als der EC 156, der "Kurvenzug" nach Wien kam. Zwar war schon arg viel in neuer ÖBB- und H®-Farbgebung (also farblos...) lackiert, aber je ein altlackierter Wagen war auch noch dabei. Dummerweise haben wir den unerwarteten Liegewagen am Ende nicht mehr mit drauf bekommen. Aber wir hatten jetzt drei verschiedene Züge mit vollem Sonnenlicht bekommen - und das war mehr, als womit wir rechnen konnten.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/53-Breg.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/53-Breg.jpg)
EC 156 "Zagreb" (toller Name...) Zagreb - Wien: A und WR (österreichisch),
dreimal B (kroatisch), B (österr.), Bc (österr., apl. Überführung).

Das Licht ging aus. Für den bunten Serbenzug 211 in der Gegenrichtung drückten wir trotzdem nochmal ab, wir konnten einfach noch nicht zusammenpacken. Doch wir waren glücklich, dass immerhin so viel geklappt hatte. Gemütlich hinter einem LKW herbummelnd ging es nun nach Kr¹ko zur Autobahn und auf dieser nach Kroatien zurück. An der Grenzstelle war's wie bei Aldi. Erst nur eine Schlange. Dann wurden zwei weitere Kontrollhäuschen aufgemacht und alles stürzte sich drauf - nicht ganz ungefährlich, wenn man statt Einkaufswagen einen PKW steuert...

(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/54-Breg.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/54-Breg.jpg)
IC 211 "Sava" (München -) Villach - Beograd: AB und WR (serbisch),
zweimal B (österr.), AB (slowenisch); normalerweise sind die ÖBB-Wagen
 nicht klimatisiert, dafür aber der slowenische AB, heute war's umgekehrt.
In der ersten Klasse durfte geschwitzt werden!

Die Kontrolle war wieder unproblematisch. Dann wurden wir gewahr, dass es weiter ostwärts noch richtig sonnig war. Schon schaute ich im Kursbuch nach (als Beifahrer natürlich), was man machen könnte und spekulierte auf den B Osijek - Rijeka zwischen Zagreb und Karlovac. Doch dann machten wir einen Fehler. Anstelle auf die Landstraße zu fahren (die uns ja viel direkter ins Motiv gebracht hätte), fuhren wir auf die Autobahn Richtung Karlovac rauf. Besser gesagt: Wir stellten uns hinten an. Es ging nämlich nicht wirklich vorwärts! Erst dachten wir ja nur, dass es ein Stau vor der nun kommenden Mautstelle sei, doch dahinter ging es so weiter. Freitag-Nachmittag, na klar! Warum sollte es in Kroatien anders sein, als in Deutschland?

Vor Jastrebarsko (das ist weit!) gab es keine Möglichkeit, die Autobahn zu verlassen. Aber es gab da eine Brücke über die Bahnstrecke. So konnten wir wenigstens sehen, dass "unser" Schnellzug mit der Dispo-189 bespannt war. Hrmpf! Die hätten wir ja schon gern auch mal auf dem Wechselstrom-Abschnitt bekommen! Tja, in Jastrebarsko bezahlten wir dann brav die 8 Kuna für's Im-Stau-stehen und klapperten südwärts mal alle möglichen Bahnübergänge ab. Vernünftig was machen konnte man aber erst im Bahnhofsbereich von Draganiæi. Die Zufahrtsstraße zum Ort war zwar gesperrt, Umleitung aber nicht angegeben. Na ja, ein Durchlass wurde neu gebaut, man konnte aber über ne Wiese drum herum fahren.

Leider wurden wir nun etwas von einem Wolkenfeld geärgert, so dass beide Pu, die noch kamen, ohne volles Licht abgingen. Dennoch - wir waren mit dem Tag noch den Umständen entsprechend zufrieden. Das Abschlussessen fand natürlich wieder an altbekannter Adresse statt.
 
Samstag, 29. Juli 2006: Karlovac - Zagreb - Hamburg

Unser Flieger ging um 13.25. Großes würden wir bis dahin nicht mehr vollbringen können, das war klar. Also kümmerten wir uns einfach nochmal etwas um den Wechselstrombetrieb zwischen Karlovac und Zagreb. Als erstes steuerten wir wieder mal den Bahnhof Draganiæi an. Diesmal baggerte ein Bagger auf unserer Umfahrung der Durchlass-Baustelle. Da aber ein weiteres Auto durch wollte, machte er für uns Platz und klopfte mit der Schaufel sogar die Sandrampe von der Wiese auf die Straße glatt.


Naslov: Reisebericht Croatien 2006.
Autor: Marica - Lipanj 01, 2009, 21:58:35

Einen Pu mit einer 1141 in der selteneren blau-roten Farbgebung konnten wir schön an der Einfahrt aufnehmen, dann den B nach Osijek im Bahnhof. Als er kam, schmodderte gerade ein Wolkenfeld vor der Sonne rum, doch zum Glück musste er halten, um einen Befehl zu bekommen. Während des Aufenthaltes kam das Licht wieder voll raus.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/55-Draganici-Der_Schnellzug_muss_zum_Befehlsempfang_anhalten.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/55-Draganici-Der_Schnellzug_muss_zum_Befehlsempfang_anhalten.jpg)
Der Schnellzug muss zum Befehlsempfang anhalten.

Danach wollten wir mal weiter gen Norden schauen. Um den Bagger nicht wieder bei seiner Arbeit unterbrechen zu müssen, wollten wir mal einen anderen Weg ausprobieren. Schließlich musste es ja eine Umleitung geben! Dazu die Dorfstraße einfach weiter gefahren. Doch diese querte bald die Autobahn und ging in einen Schotterweg über. Wenn man sich die Kroatien-Karte ansieht, so stellt man fest, dass südlich von Zagreb und östlich unserer Bahnlinie nur ein riesiger grüner Klecks ist. Ein Waldgebiet ohne Ansiedlung weit und breit. Lediglich paar Wege führten durch diesen gigantischen Sumpfwald.

Und in diesen Wald steuerten wir geradewegs hinein! Eine Kette am Waldanfang war offen - na klar, wegen der Umleitung natürlich! Irgendwann sollte man laut Karte mal wieder nach links abbiegen und in die Zivilisation zurückkehren können. Die Schotterpiste war wenigstens gut zu fahren, kaum Schlaglöcher. Immer tiefer fuhren wir in den Wald hinein. Mal kreuzte ein schilfbestandener Graben, sonst nur Wald. Erstaunlich wenig Verkehr auf dieser Umleitung! Streng genomen gar keiner! So langsam dachten wir dann natürlich auch mal drüber nach, ob denn am anderen Ende des Waldes auch eine Kette sei und ob diese denn vielleicht nicht offen wäre?

Immerhin - die Karte stimmte. Nach etwa 20 Minuten Fahrt, auf der wir keine einzige Notrufsäule für Autopannen gesehen haben, konnten wir scharf nach links abbiegen. Eine schnurgerade Piste lag nun vor uns. So langsam wurde vor uns ein weiterer Wegverkehrsteilnehmer sichtbar. Ein Trecker mit Holzanhänger! Er machte brav Platz, doch die Blicke der Besatzung sagten eindeutig "Verrückte ©ibeniker, sind die total bekloppt?" Über den Trecker waren wir allerdings erleichtert, denn er garantierte uns, dass wir wieder aus dem Wald hinauskämen. Wäre ja ein Jammer, wenn wir unseren Flieger nur von unten gesehen hätten...

Am Waldausgang war sogar ein massiver Schlagbaum - zum Glück zur Seite gedreht. Über Autobahn und Bahn ging es zur Hauptstraße zurück und wir steuerten nun den Bahnhof Jastrebarsko an. Das Auto sah jetzt aus, au weia... In Jastrebarsko ging ein Pu wieder mal nur im Halblicht.
 
(http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/56-Jastrebarsko-Pu_im_Halblicht_.jpg) (http://cro-eu.com/galerija-fotografija/albums/userpics/10001/56-Jastrebarsko-Pu_im_Halblicht_.jpg)
Pu im Halblicht.

Wir warteten einfach nochmal ne Weile. 11.15 hatten wir uns als Ultimo gesetzt, dann mussten wir mal so langsam zum Aerodrom. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn um 11.12 bekam ein Ostfahrer grün und es tauchte als letztes Fotomotiv der Reise der erste in Kroatien gesehene Containerzug auf, gezogen von --- nicht zu fassen --- von der Dispolok, die bis gestern noch regelmäßig Personenzüge gezogen hatte. So bekamen wir sie also doch noch im Wechselstromabschnitt!

Vor der Mautstelle war dann wieder Stau, obwohl alle 11 Kassenhäuschen geöffnet waren. Der Tag des Bettenwechsels! Man sah bald mehr deutsche, niederländische, ungarische, schwedische, schweizer Kennzeichen als kroatische. Erst um 12.30 hatten wir kapiert, wo wir den Wagen am Flughafen abstellen mussten. Nach dem Ausräumen latschten wir zur Halle und zum Europcar-Schalter. Von dort latschte ein grün Gekleideter wieder zum Auto, um es zu begutachten. Warten! Wortlos reichte er seinem Schalter-Kollegen dann den "Abnahmebogen", in dem nix beanstandet wurde. Nun ja, den Dreck von der Heckscheibe würde man auch sicher wieder abbekommen...

Nicht viel vor Ablauf der Check-in-Frist von einer halben Stunde vor Abflug standen wir am Germanwings-Schalter und nachdem unser Pilot mittels einer 360°-Runde in Zagreb an Höhe gewonnen und ein aufziehendes Gewitter überflogen sowie durch Tiefflug vor Hamburg (in Woltersdorf bei Mölln brachen wir durch die Wolkendecke, in der Waldsiedlung war jedes Haus zu erkennen...) ein anderes Gewitter unterflogen hat, landeten wir wohlbehalten in der Freien und Hansestadt Hamburg.

Uns war klar, dass eine selten-gute Tour hinter uns lag. Das Top-Wetter der ersten Woche und die vielen Sonnenstunden der zweiten Woche ermöglichten, dass meist ohne gehetzten Wetterblick trotz geringer Zugdichte eine Vielzahl hervorragender Motive umgesetzt werden konnte.

Aber noch etwas Positives brachten wir mit. Der gute Eindruck der vorangegangenen Touren von Land und Menschen hat sich voll und ganz bestätigt. Besonders über die Lokführer haben wir uns richtig gefreut. Es hat wohl jeder Lokführer zurückgegrüßt - nicht selten wurde richtig freudig gewunken, untermalt vom Tröten des Typhons. Vielleicht erkennt ja ein Lokführer seinen Zug wieder, wenn ich die hier gezeigten Bilder auch in das kroatische Eisenbahn-Forum einstelle.

Und noch etwas war interessant: Von der Likabahn sind ja bisher kaum Bilder publiziert worden (ich wüsste jedenfalls nicht wo). Daher hatten wir das Gefühl, hier so richtiges Neuland zu betreten. Und dieses Neuland ist mit Sicherheit noch nicht fertig abgegrast...


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