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Autor Tema: Njemaèki "Der Spiegel" o hrvatskom nogometu  (Posjeta: 1687 )
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Marica
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« : Lipanj 29, 2016, 16:28:15 »


Der Fluch des Vaterlands

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Gewalt Kroatien bezaubert mit leichtfüßigem Fußball und weltgewandten Stars. Doch in den Kulissen tobt ein grotesker Kleinkrieg: zwischen radikalen Fans und korrupten Funktionaren.

Als Kroatiens Sieg über Titelverteidiger Spanien endgültig feststeht, wirft sich im VIP-Bereich des Stadions ein grau melierter Starstürmer früherer Tage in Positur: Davor ©uker.

Der 48-Jährige ist - oder: war - Nationalheld in seiner Heimat. Weil er Lothar Matthäus und Konsorten einst schwindlig spielte beim unvergessenen 3:0 über Deutschland während der WM 1998 in Frankreich; weil er zum Torschützenkönig  des Turniers wurde damals und zum Idol seiner stolzen, eben erst dem sozialistischen Jugoslawien entkommenen Nation.

Nun, 18 Jahre später, ist ©uker zurückgekehrt nach Frankreich: Als Verbands Präsident halt er Hof bei der Fußballeuropameisterschaft, wo das kroatische Team schon vor dem Achtelfinalspiel gegen Portugal streckenweise brillanten Fußball bot. Was mitgereiste Fans nicht daran hinderte, während des Spiels gegen Tschechien Brandfackeln aufs Feld zu schleudern und sich untereinander bis an den Rand der Bewusstlosigkeit zu prügeln - um ein Zeichen zu setzen, wie es heißt, gegen ©uker und seine Kamarilla.

Doch so, wie der Verbandschef da steht, nach dem 2:1 über die Spanier in Bordeaux, wie er seinen erst Monate zuvor aus der U-Haft entlassenen Vize Zdravko Mamiæ sowie andere Finster-männer umarmt und dabei in Kameras grient, zeigt er allen: Ihr könnt mich mal. ©uker und der Strippenzieher Mamiæ, das sind - verkürzt gesagt - die einen bösen Buben in diesem traurigen, sehr kroatischen Fußballpanorama. Es geht dabei um Korruption und kriminelle Machenschaften, um blinden Nationalismus und offenen Faschismus.

Die anderen bösen Buben sind die Fans - vor allem die "Bad Blue Boys" vom Serienmeister Dinamo Zagreb aus der Hauptstadt und die "Torcida"-Jungs vom Dauerrivalen Hajduk aus der dalmatinischen Küstenstadt Split. Gemeinsam ist beiden Lagern der Hang zur Verherrlichung von Kroatiens faschistischer Vergangenheit sowie der Hass auf die der Korruption verdächtigen Verbandsspitze um ©uker und Mamiæ. Durch Randale unter den Augen der Weltöffentlichkeit sollen die Funktionäre blamiert werden - notfalls auch, so verkündeten radikale Fans, zulasten der eigenen Nationalmannschaft.

Sie sind die Geiseln in diesem absurden Stück: die kroatischen Spieler. Wie sie da in Frankreich auf dem Rasen zaubern, Stars wie Luka Modriæ von Real Madrid, Ivan Rakitiæ von Barca oder Ivan Peri¹iæ von Inter, vereinen sie das Erbe der gerühmten jugoslawischen Ballschule mit taktischer Disziplin auf höchstem internationalen Niveau. In ihrer Weltläufigkeit verkörpern die Spieler den größtmöglichen Gegensatz zum Kleingeist der Fans und der Verbandsspitzen.

Das Problem der Kroaten beginnt ja schon am Spielfeldrand und setzt sich fort auf der Ehrentribüne. Der aktuelle Ko-trainer Josip ©imuniæ etwa, ehemals als Raubein bei Hertha BSC aktiv, ist vor allem dafür berühmt, dass er sich nach geglückter Qualifikation für die WM 2014 ein Mikrofon im Stadion schnappte und "Za Dom ... " brüllte, woraufhin von den Rangen ein tausendfaches "Spremni" erscholl. "Za Dom - Spremni" - "Für die Heimat - bereit" - war der Wahlspruch der faschistischen Ustascha- Bewegung im von Hitler tolerierten kroatischen Marionettenstaat.

©imuniæ wurde in der Folge zwar für die WM 2014 gesperrt, vom Funktionar ©uker aber zum Märtyrer geadelt. Man werde das Weltturnier nun "zu Ehren von Joe ©imuniæ" bestreiten, sprach der Verbandsboss, der seine eigene Vorliebe für die Zeit, als Kroatien noch von starker Hand regiert wurde, offen einräumt. Fotos aus dem Jahr 1996 zeigen ©uker lächelnd in Madrid am Grab des Ustascha-Führers Ante Paveliæ. "Ich bin dorthin gefahren, wie andere Menschen nach Berlin oder Auschwitz fahren", erklärte ©uker ungerührt im Nachhinein.

Die UEFA belohnte den Paveliæ-Verehrer 2015 mit einem Sitz im Exekutivkomitee. Noch weiter als ©uker hat es von den Kroaten nur Zvonimir Boban gebracht: Der ist inzwischen FIFA-Vizegeneralsekretär. Boban, der spätere Milan-Star, hatte 1990, in jungen Jahren als Spieler bei Dinamo Zagreb, mit seinem Fußtritt gegen einen jugoslawischen Polizisten Schlagzeilen gemacht. Er gilt seither unter Landsleuten als Symbolfigur der Auflehnung gegen die Einheit der Südslawen.

Sobald es um Kroaten geht, scheinen die Anti-Rassismus-Kampagnen von UEFA und FIFA vergessen. 100000 Euro Strafe - und auch die nur "auf Bewährung" - verhängte die UEFA nach der Randale im Spiel gegen Tschechien. Dabei war den Kroaten bereits 2014 nach Ausschreitungen in einem Match gegen Italien die "letzte Warnung" zugestellt worden. Was damals folgte? Ein offenkundig in den Rasen geätztes Hakenkreuz beim EM-Qualifikationsspiel gegen Italien im Juni 2015.

Auf Spielern wie dem langmähnigen, betont zurückhaltend auftretenden Real-Star Modriæ lastet derweil der Fluch der vaterländischen Mission: Sie leben im Ausland, kennen die Welt und die dort geltenden Regeln, müssen aber im Trikot mit dem kroatischen Schachbrettmuster einen rabiaten Nationalstolz bedienen, wie er europaweit seinesgleichen sucht. Im Fall Modriæ kommt erschwerend hinzu: Bei seinem Wechsel 2008 zu Tottenham Hotspur soll der Dinamo-Manager Zdravko Mamiæ kräftig mitkassiert haben.

Der heutige Verbandsvize, der zuletzt zweimal kurz im Gefängnis saß, wird beschuldigt, in seiner Zeit als Vereinsvizepräsident mehr als 15 Millionen Euro aus Transfererlösen an den Finanzbehörden vorbeigeschleust zu haben. Bruder Zoran, heute Trainer von Dinamo, kam gleichfalls in U-Haft. Laut Ermittlungen soll der mittlerweile in Madrid glänzende Spielgestalter Modriæ sich verpflichtet haben, bis ans Karriereende 20 Prozent seines Gehalts an die Mamiæs zu überweisen. Modriæ, kroatischen Medien zufolge Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, hat bereits ausgesagt.

Mamiæ bestreitet die gegen ihn gerichteten Vorwürfe. 120 Millionen Euro an
Spielerverkäufen soll er dennoch in seiner Amtszeit bei Dinamo erlöst und teilweise abgezweigt haben
. Die Dinamo-Hooligans verzeihen ihm das nicht.

In Zagreb boykottieren sie aus Protest die Heimspiele ihres Vereins, und in Frankreich, beim Ländermatch gegen Tschechien, hätten sie um ein Haar einen Spielabbruch erzwungen - mit einer scheinbar straff geplanten Aktion, deren organisatorische Einzelheiten dank Facebook schon im Vorfeld zugänglich waren: "Die Fackeln befinden sich unterhalb der Ost- Tribüne, Eingang F, Reihe 3, Sitz 24."

Zumindest die Drohung der Hooligans, während der folgenden Partie gegen Spanien den niederländischen Schiedsrichter tätlich anzugreifen, wurde am Ende nicht wahr. Und so konnte dann Nikola Kaliniæ kurz vor der Halbzeit noch zeigen, was die eigentliche Stärke des kroatischen Fußballs ist: Mit einem artistisch eingesprungenen Hackentrick lenkte der Stürmer des AC Florenz eine Peri¹iæ-Flanke ins Tor.

Es war ein Treffer ganz nach dem Geschmack von Tribünengast Davor ©uker: eiskalt und abgezockt.

Walter Mayr
SPIEGEL Nr. 26/25.06.2016 - Seite 91-92

Der Fluch des Vaterlands


Sehr geehrter Herr Mayr,

auf dem Fußballfeld muss die Regel der sportlichen Fairness gelten.
Das Gleiche erwartet man als Spiegel-Leser (*72255514#) vom Spiegel. Weit gefehlt, Sie schreiben "ohne Schiedsrichter", geleitet von ihrem Halbwissen und persönlichen Abneigungen und Vorurteilen: Allzu leicht unterstellen Sie den kroatischen Fans den Faschismus (In Kroatien gab es nie eine faschistische Partei - Ustascha waren kroatische Nationalisten, die auf dem unglücklichem Wege zur Jahrhunderte ersehnten kroatischen Staatlichkeit den unheilvollen Pakt mit den deutschen Nationalsozialisten und italienischen Faschisten machten).

Die Begeisterung der kroatischen Fans für ihre Nationalmannschaft bezeichnen Sie als einen rabiaten Nationalstolz, den die kroatischen Spieler "bedienen" müssten: Fragen Sie die kroatischen Spieler, was diese von ihrer Behauptung halten! Vor jedem Spiel feiern die kroatischen Fans auch mit den gegnerischen Fans, ganz ausgelassen und friedlich.

Ja, im kroatischen Fußball gibt es interne Probleme. Und diese Probleme machen sich dunkle politische, militärisch organisierte, antikroatische Kräfte zu Nutze, um Kroatien international zu schaden: Sie ätzen Hakenkreuz auf dem Stadionrasen in Split ein, werfen Fackeln und Petarden auf den Fußball Rasen - alles mit dem Ziel, Kroatiens Fußball Schaden zuzufügen. Das sieht nicht nach glühendem Nationalismus aus, oder?

Zu Beginn des kroatischen Verteidigungskrieges 1991. versuchte eine jugoslawisch - groß serbische Geheimorganisation namens "Labrador" die Weltöffentlichkeit gegen Kroatien aufzuwiegeln, indem diese ein jüdisches Friedhof stark schändete, um der Weltöffentlichkeit den "kroatischen Faschismus" vorzuführen, was aber durch die spätere Aufdeckung der Tat nur kurzfristig gelang.

"... und sich untereinander bis an den Rand der Bewusstlosigkeit prügeln", wie Sie schreiben, war der Versuch der entsetzen kroatischen Fans im Stadion von Saint - Entienne die Terror -"Fans" aus dem Stadion herauszuwerfen, da die französischen Sicherheitskräfte, trotz vorheriger Warnung, kläglich versagten.

Kroatische Fans die im Stadion von Saint - Entienne das Spiel verfolgten, berichteten von unbegreiflich laschen Sicherheitskontrollen bei Eintritt ins Stadion - und das im Zeichen der hohen Alarmstufe wegen der erwarteten Terroristenanschläge - darüber verloren Sie in ihrem Bericht dagegen kein Wort...

Mit freundlichen Grüßen
Stjepan Poropatiæ (71144 Steinenbronn)
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