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Autor Tema: Reisebericht Croatien 2006.  (Posjeta: 12554 )
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Marica
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« Odgovor #15 : Lipanj 01, 2009, 22:00:55 »


Dieser Viadukt war klasse. Wir liefen ein Stück die auf der Karte gelb eingezeichnete Schotterpiste parallel zur Bahn aufwärts und hatten von verschiedenen Stellen einen Super-Ausblick auf die elf Steinbögen mit dem kleinen Dorf zu Füßen und einem großartigen weiten Ausblick auf das Hochgebirge dahinter. Dieser Viadukt war praktisch in Längsrichtung auf eine Bergscharte gebaut worden (während Bergscharten ja sonst eher in Querrichtung als Pass verwendet werden). So fiel also beiderseits des Viaduktes das Gelände ab.
 

Der Viadukt von Plavno: Das schönste Kunstbauwerk der Likabahn.

Leider war an Sonne nicht zu denken. Eine GM kam mit nem einzelnen MWB-farbenen Begleitwagen abwärts gerollt und einen Nagibni versuchten wir mal gegen den hellen Himmel aufzunehmen. Doll war das aber nicht. Wir konnten nur auf morgen Nachmittag hoffen... Nun waren wir hungrig genug für eine zünftige Mixfleischplatte im Hotelrestaurant und die eine oder andere Flasche Karlovaæko.

Dienstag, 25. Juli 2006: Knin - Malovan - Knin

Das Frühstück gab es schon ab 6.00 Uhr. Das war gut so, denn ab 7.12 sollten drei Güterzüge hintereinander ab Knin aufwärts ins Gebirge fahren. Das war zwar sehr schön, doch wären uns drei aufeinanderfolgende Güterzüge, die in das Licht fahren, lieber gewesen. Es gab nur wenige Möglichkeiten, diese drei Nordwestfahrer mal mit Frontlicht zu erwischen. Die besten Chancen rechneten wir uns noch von der in Paðene abzweigenden Asphaltstraße aus, die wir gestern getestet hatten.

Nach einem genauen Blick auf die Minenkarten des HCR (aber hier war weit und breit nichts rot eingezeichnet) konnten wir einen schönen Hangstandort beziehen. Es dauerte nicht lange, dann begann das Orgelkonzert. Schon zwanzig Minuten, bevor der Güterzug erschien, waren die zwei GM-Loks akustisch anwesend. Die Vorbeifahrt der Doppeltraktion mit ihren Cement-Eiern im schönsten Morgenlicht war ein Hochgenuss! Ein Stück weiter bezogen wir einen neuen Standpunkt, wobei der leider recht motivlos war (aber mit gutem Lichtstand). Der Güterzug von eben war noch deutlichst zu hören. Er musste den Talkessel von Plavno umrundet haben und die Maschinen donnerten jetzt kriechend in geringer Luftlinie von uns den Berg weiter hoch.

Doch was war das? Widerhall? Während der Zug von oben noch deutlich zu hören war, drängte sich von unten nun ein immer lauter werdender Sound in das Konzert. General Motors' Orgelkonzert im Stereoklang! Eindeutig: Der zweite Güterzug kam. Als auch dieser vorüber war, war es von unten erstmal ruhig. Und auch von oben erstarb der Sound jäh. Offenbar war der Bahnhof Plavno erreicht und der erste Güterzug hatte noch nicht den nächsten Streckenabschnitt bis Zrmanja verlassen. Einige Minuten Stille - dann donnerte der ebenfalls mit zwei GMs bespannte Kesselwagenzug in Plavno wieder los.


Güterzug Nummer 2. Hier wird hart gearbeitet!

Wir suchten uns nun einen dritten Standpunkt, wobei wir dazu schon ein ganzes Stück den Schotterweg reinlaufen mussten. Die S-Kurve war zwar netter als der Blick eben, doch mussten wir zunehmend zur Uhr schauen. Denn wir wollten ja unbedingt unten auf der Zadar-Strecke den Blick von der Straßenbrücke mit dem Nebenbahn-Güterzug machen. So verließen wir bald wieder den Standpunkt. Als der Sound des dritten Güterzuges in der stillen Gebirgswelt die Oberhand über den des zweiten Güterzuges gewann, waren wir schon wieder am Auto und konnten den Zug nur noch bei der Vorüberfahrt beobachten. Doppeltraktion vor Tads-Wagen. Würde sich unser Verzicht wenigstens rentieren?

Zügig fuhren wir nun runter zur besagten Straßenbrücke zwischen Kistanje und Knin. Der vorausfahrende Pu-VT musste Knin nun erreicht haben, der Güterzug konnte also ab Kistanje folgen. Und lange brauchten wir tatsächlich nicht zu warten! Bald schon sah man eine Kette von Kesselwagen weit hinten, wo wir das Gleis gar nicht vermutet hätten, durch den Buschwald rollen. Die GM stand richtig herum, das Motiv war um Klassen besser als die oben auf der Likabahn verschmähte S-Kurve - der Verzicht war eine gute Entscheidung gewesen. (Ok, im Nachhinein hätte man wohl knapp beide Motive mitnehmen können, aber das wäre ein riskantes Spiel gewesen).


Der Ortswechsel hat sich gelohnt. Besser kann man
die Streckenführung durch die karge Weite wohl kaum
darstellen. Eines meiner Lieblingsbilder!

Jetzt interessierte uns aber mal der weitere Streckenverlauf der Likabahn oben im Gebirge. Ich hatte da ganz nette Erinnerungen an den Passabschnitt bei Malovan. Unterwegs auf einem Parkplatz oberhalb des Zrmanja-Tals Rast gemacht. Und da lag es schon wieder in der Luft - dieses Orgelkonzert. Weit hinten auf der anderen Seite der Schlucht konnten wir ein Stück Bahn oberhalb einer 250m in die Tiefe fallenden Felswand erkennen. Die Meterangabe stammt aus einem alten Baedeker aus einer Zeit, als noch Bahnstrecken und keine Straßenrouten im Reiseführer beschrieben wurden.
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Marica
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« Odgovor #16 : Lipanj 01, 2009, 22:08:32 »


Wir warteten und warteten. Der Sound wurde mal stärker und mal wieder schwächer. Nach fast einer halben Stunde tauchte der Zug endlich auf. Ein vierter Güterzug fuhr hier aufwärts - mit nur einer Lok bespannt. Wir fuhren nun auch weiter und trafen zeitgleich mit dem Zug im Bahnhof Zrmanja ein. Glücklicherweise musste der Güterzug hier auf Kreuzung mit dem Nagibni warten, so dass wir mal nach einer Stelle suchen konnten, wo sich die Strecke ein Stück südwärts neigte. Tatsächlich gab es da eine Talumrundung, wo uns dieser Wunsch erfüllt wurde. Dazu mussten wir ein Stück eine Schotterpiste hochfahren. Mittlerweile wussten wir aber, dass man sich auf kroatische Schotterpisten verlassen kann (in Griechenland gibt's da ja immer gern mal böse Überraschungen...).

Auto auf dem Weg abgestellt und erstmal auf den Nagibni gewartet. Plötzlich hörten wir unter uns das Geknirsche von Autoreifen auf Schotter. Da wird doch wohl nicht...? Doch, natürlich kam da jetzt noch ein weiterer Wegverkehrsteilnehmer, der wohl etwas irritiert war, als unser Auto im Weg stand. Nun, da half alles nichts: Standpunkt verlassen und Auto ein Stück weiter an die Seite gefahren. Im anderen Auto saß übrigens der Postbote! Den ICN konnte ich dann aber doch noch fotografieren.


Und er neigt sich doch!

Nun galt es, auf die Schnelle für den Güterzug was zu finden. Es nützte nichts - wir mussten einen Hang hoch. Auch hier wieder vorher der bange Blick auf die Minenkarten. Weit und breit war aber nichts Rotes zu sehen. Außerdem waren die Minenflächen mittlerweile derartig gut durch Tafeln gekennzeichnet, dass wir hier wohl kaum Sorge haben mussten. Irgendwie war's aber doch ein blödes Gefühl!

Der Ausblick war phantastisch. Hier oben herrschte ein ganz anderes, alpineres Landschaftsbild mit weiten Almwiesen und hohen Bergen rings herum. Wunderschön! Wir ließen uns dann einfach mal im Gras nieder, denn ein Güterzug aus Richtung Norden sollte jetzt auch bald mal kommen. Er kam dann nach etwa einer Stunde auch, doch das Licht war gerade hinter einer der nun rasend schnell quellenden Wolken, außerdem kam die Lok falschrum...

Weiter ging es hoch nach Malovan, wo uns ein weiterer Güterzug unverhofft entgegen kam. Kurz am Scheitelpunkt in die Runde geschaut, dann wieder zurück gefahren. Der zweite Güterzug stand in Zrmanja zur Kreuzung mit einem ICN. Leider kam während des gesamten Aufenthaltes die Sonne nicht hinter so einer blöden Schwaberwaberwolke hervor. Rund um den Bahnhof war übrigens alles zerschossen, die Häuser hatten keine Dächer, das EG fehlte ganz. Fdl und Ww residierten in weißen Containern.
 

Eigentümliche Stimmung im zerstörten Bahnhof.

Laut Karte sollte eine weiße Straße von hier parallel zur Bahn bis Plavno führen. Wir fuhren diese Schotterpiste mal ein Stück rein, entdeckten hier schon genug Motive für die Züge eines ganzen Tages, drehten aber bald angesichts der nun wieder einsetzenden Gewitterschauer um. Ich bin sicher, dass diese durchaus gut befahrbare Schotterpiste noch viele weitere Motive - vielleicht auch für die Frühgüterzüge - eröffnet. Bei der nächsten Tour dann...
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« Odgovor #17 : Lipanj 01, 2009, 22:21:05 »


Der Himmel war nun wieder wie gestern völlig dicht. Wir fuhren nach Knin zurück und gaben uns, da wir sehr müde waren, einem Mittagsschläfchen hin. Nachmittags fuhren wir einfach mal zur Tvrðava hoch und besichtigten die Riesen-Festung. Dabei auch einfach mal zu den Bahnanlagen runtergeknipst. Doch der ICN von Split ließ uns ewig warten. Er kam dann eine Stunde verspätet... Ansonsten konnte man hier gut den Verlauf der Krka-Schlucht beobachten. Und überall führten irgendwelche Gleise lang... Abends gab es im Hotelrestaurant wieder lecker Grillplatte.


Blick von der Tvrðava auf den Bahnhof,
ein ganzes Stück dahinter dann das Betriebswerk.

Mittwoch, 26. Juli 2006: Knin - Karlovac

In der Nacht war eine größere italienische Reisegruppe mit im Hotel. Doch wir waren so müde gewesen, dass wir nicht mehr viel gehört haben. Da wir die drei Früh-Güterzüge weit oben im Gebirge machen wollten, konnten wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit lassen.

Unterhalb des Bf Zrmanja hatten wir ja vom Schotterweg tolle Ausblicke entdeckt. Auch wenn die Güterzüge hier kein Sonnenlicht auf die Front bekommen würden, so musste eines der Motive, ein Damm, hinter dem es steil abwärts ging, mal umgesetzt werden. Die Sonne schien wieder unschuldigst vom Himmel - so, als ob es nie Gewitter gegeben hätte. Oben im Motiv angekommen, empfing uns totale Einsamkeit und Ruhe. Das einzige, was in der Luft lag, war das noch sehr ferne, aber unverkennbare Donnern zweier GM-Lokomotiven. Wir wussten, dass noch viel Zeit sein würde.

Mit dem erwarteten Sounderlebnis wurde es aber leider nichts. Plötzlich kam ein Bagger den Schotterweg entlang gerumpelt. Genau auf unserer Höhe (aber zum Glück nicht im Bildausschnitt!) hatte er sein Ziel erreicht und machte das, was ein Bagger halt so macht: Baggern. Dass das angesichts des felsigen Bodens nicht ruhig zuging, dürfte klar sein. Wir haben uns nur fassungslos angeschaut. Als Videofilmer, dem es auf den GM-Sound angekommen wäre, hätte ich wohl einen Tobsuchtsanfall bekommen...

Nun, der Güterzug war dann irgendwann im Kasten und wir suchten nun oberhalb von Malovan im Bereich des Scheitelpunktes weiter. Doch das Licht kam hier überall schon arg von hinten und vermochte nichtmal befriedigend die Seite zu bestrahlen. Aber was sollten wir machen? Der zweite Güterzug war bald zu hören, er folgte dem ersten im Blockabstand (wobei hier ein Blockabstand bei 30-40 Minuten liegt). Der Sound wurde lauter und lauter, jeden Augenblick erwarteten wir, dass der Zug um die Ecke käme. Doch plötzlich hörten wir nur noch, wie runtergeschaltet wurde und schlagartig war Ruhe! Da hatten die doch glatt den Zug in Malovan an die Seite genommen, um den ICN überholen zu lassen!

Da der ICN unten in Graèac mit dem Gegen-ICN kreuzt, würde der Güterzug hier wohl über eine Stunde stehen! So war es dann auch. Während der Tf des Güterzuges gemütlich einen Spaziergang durch die Hügel begann, lauerten wir dem ICN an einer Steinbogenbrücke auf, die beinahe die höchste Stelle der Bahn markiert. Wir befanden uns gute 800m über Meereshöhe.

Wenn der zweite Güterzug nun also in Malovan stand, musste der dritte Güterzug wohl in Zrmanja warten. Deshalb fuhren wir einfach nochmal an die Talausfahrung zwischen Zrmanja und Malovan, wo wir gestern den vierten Güterzug gemacht hatten. Der dritte Zug kam ja jetzt in derselben Zeitlage. Gesagt - getan. Aus etwas veränderter Perspektive erwischten wir somit den dritten Zug mit ganz guter Ausleuchtung!


Auf 800m Höhe wird die Landschaft schon kahler.

Auch wenn danach die Hochlicht-Glocke schon wieder tönte, so warteten wir im Bahnhof Malovan auf einem Hügel gegenüber dem zerstörten Empfangsgebäude, in dem die Diensträume aber wieder hergerichtet waren, auf den südfahrenden Güterzug. Leider war das Licht schon etwas zu weit rum, als dieser kam, aber die Szene mit Fdl und Weichenwärter war nett.

Nun wollten wir einen großen Sprung nordwärts machen. Das war allerdings schwierig, weil wir, nachdem wir im Supermarkt von Graèac nach den kältesten Getränken geforscht hatten, im Bahnhof den Nahgüterzug entdeckten, der einen Wagen in Mittelweserbahn-Farbe und eine nette Reihe von E-Wagen mit Holz führte. Nicht zu vergessen die richtigrumme Lok! Dieser Zug gelangt an den meisten Tagen nur von Ogulin bis Peru¹iæ und zurück. Deshalb suchten wir uns einen Punkt, der zwei Dinge auf einmal erlaubte: In Ruhe Supermarkt-Einkäufe vernichten und Sammler-Zug aufnehmen. Dabei entdeckten wir einen Haltepunkt mit nagelneuem Bahnsteig. Lässt das auf eine baldige Wiederaufnahme des Nahverkehrs schließen? Zur Zeit verkehren zwischen Knin und Vrhovine nämlich nur die ICN- und Nachtzüge.

Auch nach Vertilgung der Einkäufe gab es höchstens mal wieder einen Nagibni zu bewundern, der mit Affenzahn über irgendwelche technisch nicht gesicherten BÜs bretterte. Also ein Stück weiter gefahren, weil die Stelle so dolle nicht war. Von der Straße sahen wir das Empfangsgebäude von Lovinac, das wirklich nur noch eine Ruine war. Der gesamte Dachstuhl fehlte! Auch wenn der Anblick alles andere als ergötzend ist, so fanden wir das EG aus fotografischer Sicht hochinteressant, denn nirgendwo sonst wurde so deutlich, was dieser Strecke in den neunziger Jahren widerfahren ist...
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« Odgovor #18 : Lipanj 01, 2009, 22:33:24 »


Allerdings fuhr dann der Sammler auch schon ein, ohne dass wir bereit standen und machte, indem er wegen Kreuzung stehen blieb, das "Motiv" auch für den Gegenzug unbrauchbar. Wir fuhren lieber ein Stück voraus. Die Bahn fährt hier durch die Lièko Polje, einer wilden, relativ ebenen Landschaft vor imposanter Hochgebirgskulisse. Ein genialer Bergkegel ließe sich von der Autobahnbrücke aus umsetzen (hatte ich sogar 2003 notiert, als nur die Brücke ohne Autobahn da war), doch gibt es nun keine Möglichkeit mehr, auf die Brücke zu kommen.
 

Lovinac: Die Gleisanlagen sind generalüberholt,
die Bahnhofsgebäude jedoch zerschossen.

So gelangten wir erst im nächsten Bahnhof, Medak, wieder an die Bahn. Von der östlichen Einfahrweiche aus konnte man den Kegelberg auch noch schwach im Dunst erkennen. Plötzlich gesellte sich der Weichenwärter zu uns und machte, als der Zug auftauchte, mit seiner roten Fahne stramme Auf- und Abwärtsbewegungen. Diese Bewegungen waren so zackig, dass das Tuch der Fahne durch den Luftzug regelrecht knallte. Die Zeichen mussten wohl heißen "Einfahrt frei", denn das Esig war nur eine Tafel.

Weiter ging es nach Gospiæ. Die Stadt machte einen hübschen Eindruck. Zwar sah man durchaus noch viele Kriegsschäden, aber mindestens ebenso viel frische Farbe auf den renovierten Hausfassaden. Vor Gospiæ waren wir wieder durch Minengürtel gefahren. Man hatte nicht nur Warnschilder, sondern auch sehr genaue Landkarten (schätze mal 1:25000), auf denen die Minenflächen rot eingezeichnet waren, als Schautafel aufgestellt.

Mittlerweile zogen wieder fette Gewitterwolken durchs Land, aber wie wir gerade die Aktion abblasen wollten und schon auf der Autobahn-Zufahrt waren, da sahen wir, dass weiter nordwärts eigentlich schon wieder viel blauer Himmel zu sehen war. Da ich von 2003 die Ecke bei Vrhovine (oben auf dem zweiten Gebirgspass der Likabahn) noch als sehr nett im Hinterkopf hatte und dort in über einer Stunde der Nachmittags-Pu anstehen sollte, fuhren wir dort einfach mal hin.

Auf den herrlich genauen Minenkarten-Tafeln an der Straße (rund um Vrhovine war nix rot!) waren einige Wege zu einer Fotokurve nördlich des Bf Vrhovine eingezeichnet, die sich aber dann als unbefahrbar erwiesen. Auf der anderen Seite der Bahn konnten wir allerdings einen Asphaltweg reinfahren, der geradewegs in eine Rundkehre der Bahn führte. Über paar Wiesen konnte man das Gleis queren und schön von leicht erhöht die Rundkehre einsehen. Der Bummelzug kam mit richtigrummer GM-Lok und der nachfolgende Nagibni machte sich auch gut. Seeehr nett!


Eben noch hinter den Häusern langfahrend, hat der Pu nun
die Rundkehre durchfahren und sein Ziel Vrhovine fast erreicht.

Für den zurückfahrenden Bummelzug fanden wir dann auch noch einen netten Ausblick mit Gewitterwolken im Hintergrund. Da machte auch die lange Loknase mal nichts... Nun war es schon 18 Uhr und wir sahen zu, dass wir in Otoèac auf die Autobahn kamen, denn wir wussten ja nicht, ob wir auf Anhieb in Karlovac im altbekannten Hotel Carlstad ein Zimmer bekämen. Das ging dann jedoch wieder mal problemlos. Wir erhielten sogar dasselbe Zimmer wie im Vorjahr ganz am Ende eines verwinkelten Ganges - also schön ruhig. Da machte es auch nichts, dass nach wie vor als deutsche TV-Sender nur RTL2 und Südwest3 funktionierten... Und nochwas: Dieser Raum war klimatisiert! Mitgebrachtes Wasser würde auch nach einer Stunde noch nicht warm sein!

Selbstverständlich gab es keine zwei Meinungen, wo wir essen gehen würden: Natürlich im klimatisierten (!) Lehrlingsrestaurant der Hotelfachschule! Für etwa 8 Euro pro Person gab es Zwiebelsuppe, ein wahnsinnig zartes Rumpsteak mit Pfeffersoße, dazu Reis und gegrillte Champions, hinterher Palatschinken und als Getränke Weißwein und Mineralwasser. Da schmeckte das Bäuerchen hinterher doch doppelt gut!

Der letzte Teil des Reiseberichtes führt uns in völlig andere, fast heimische Landschaft. Es geht um die Überbleibsel des europäischen Fernverkehrs und um einen Wolkenkrimi, der es in sich hatte.
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« Odgovor #19 : Lipanj 01, 2009, 22:40:01 »


Donnerstag, 27. Juli 2006: Karlovac - Savetal - Karlovac

Heute entschieden wir uns mal für das absolute Kontrastprogramm. Nicht mehr in Richtung Wildnis sollte es gehen, sondern nordwärts an eine der wichtigsten europäischen Magistralen: Die Savetalbahn. Über die Autobahn ging es bequem innerhalb einer Stunde über die slowenische Grenze nach Kr¹ko, wo wir nördlich der Stadt einen ersten idealen Fotostandpunkt für Programmpunkt 1, den Nachtzug aus Zürich, entdeckten. Eine Anwohnerin rief freudig bei Ansicht unseres ©ibeniker Kennzeichens "Aaaah, Dalmatia!". Offenbar wurden Gedanken an Urlaub und Strand bei ihr wach. Mit paar englischen und kroatischen Brocken wurde sie aufgegleist...

Der Nachtzug ließ sich Zeit, was auch gut war, denn ein Wolkenfeld musste sich noch auflösen. Da wir innerhalb einer halben Stunde auch sonst keinen Zug gesehen hatten, befürchteten wir schon irgendwelche Streckensperrungen. Doch alles wurde gut, ein roter Franzose brachte den Zug ca 20 Min nach Planzeit vorbei.
 

B 415 (Zürich -) Schwarzach-St.Veit - Beograd: WR (serbisch),
AB und B (slowenisch), B (serbisch), Bc (schweizerisch).
Der Schlafwagen ist wohl verloren gegangen...


Nun schauten wir mal weiter. Auch vor Sevnica schienen uns einige Fotomöglichkeiten zu sein, doch dachten wir, dass hinter Sevnica das Licht besser stände, und mittelfristig wollten wir uns auch in das enge Tal hinter Zidani Most orientieren - zumal dort mehr Verkehr sein müsste.

Hinter Sevnica noch eine Rechtskurve des Tals - und es gab keine zwei Meinungen. Hier war so einiges drin. Nach dem nächsten Bahnhof benannten wir das, was vor uns lag, die "Saveschleife von Breg". Die Bahn lief im Bereich dieser Schleife kilometerlang unmittelbar am Ufer entlang. Wieder so ein Punkt, an dem man sich den ganzen Tag aufhalten könnte!


Die "S-Bahn" ausnahmsweise mal sauber!

Bei uns stand neben der Desiro-S-Bahn bald aus Richtung Nordwesten der "Kurvenzug" an, der EC 157 von Wien nach Zagreb, der die slowenische Hauptstadt rechts liegen lässt und in Zidani Most die Verbindungskurve nutzend nach Kroatien abzweigt. Er kam mit ner 342 (Ansaldo-Einteiler) und einem ÖBB-Wagen im Altlack an der Spitze. Dahinter dreimal H® in drei verschiedenen Farben, dann zweimal ÖBB neu. Aber auch aus der Gegenrichtung rollte es: Neben einem EC Richtung Villach (342 rot, 4 Wagen - S®,H®,H®,S®) beehrte uns auch noch ein Zug, den ich paar Monate zuvor zwischen Thessaloniki und Idomeni fotografiert hatte: Der D 410 "Olympus" mit ca 4,5h Verspätung und Ansaldo-Doppler davor.
 

B 410 "Olympus" Thessaloniki - Ljubljana: WL (bulgarisch, Kurswagen von Sofia),
WL (serbisch), zweimal B (slowenisch), Bc (makedonisch).

Wir fuhren dann mal die Straße oberhalb der Bahn weiter. Immer wieder entdeckten wir Möglichkeiten, doch wir wollten mal hinter Zidani Most schauen. Tja, das Tal ist wirklich interessant, doch fotografisch entdeckten wir nicht gar so viel. Wir glaubten, die eine oder andere Möglichkeit vom Hang auf der anderen Talseite ausgemacht zu haben, doch waren da immer viele hohe Bäume vor. So klapperten wir also hauptsächlich die Brücken ab. Ein Optima-Express kam uns entgegen und blieb unfotografiert.
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« Odgovor #20 : Lipanj 01, 2009, 23:32:54 »


Mittags zogen Quellwolken auf. Und wir hatten Hunger. An einer Tankstelle bei Hrastnik besorgten wir uns erstmal paar Baguettes und nahmen die kältesten Getränke aus dem Kühlschrank mit. Tolar hatten wir zwar nicht, doch Visa wurde auch akzeptiert. Am "Weg der Wiederkehr" (alle, auch wir, dachten, der Asphaltweg sei der Talweg auf der rechten Flussseite - dabei führte er nur steil bergauf und endete bei paar Häusern; mehrere Radfahrer strampelten hier schweißüberströmt hoch und kamen bald wieder zurück...) packten wir die Einkäufe aus. Durch eine kleine Waldschneise hatten wir einen Ausblick auf den Bahnhof Hrastnik.


Nur ein Desiro. Die internationalen Züge kamen im Wolkenschatten...

Mal ein Desiro oder eine Lz oder der ICS gingen noch. Doch die Wolken quollen immer mehr und für die besonders interessanten internationalen Züge zwischen 14 und 16 Uhr war das Licht dann endgültig weg. Hilflos sahen wir bunteste Züge, die Reste des europäischen Bahn-Fernverkehrs an uns vorüberfahren... Wir hatten beide denselben Gedanken, doch Nico sprach ihn als Erster aus: Morgen müsse man hier nochmal herkommen. Vielleicht nicht ins enge Tal, aber an die Strecke jedenfalls. Wer weiß, wie lange hier noch diese bunten Züge fahren? Eigentlich hatten wir am morgigen letzten vollständigen Tag unserer Reise nochmal rund um Ogulin und an der Metlikabahn was machen wollen, aber dies hier war ja schon nett...

Da das Wetter völlig dicht gemacht hatte, die Uhr aber erst ca 15 Uhr zeigte, fuhren wir mal erkundenderweise "über die Dörfer" zurück. Von Sevnica starteten wir zeitgleich mit einem neulackierten 715 (ohne Graffiti hätte er prächtig ausgesehen!) entlang der Nebenbahn über Mokronog nach Trebnje, wo wir ca 5 Min vor dem Zug und 6 Minuten vor dem Gewitter-Starkregen eintrafen. Einige "Stimmungsbilder" mit Regen und Sonnenstrahlen im Hintergrund sind leider gar nix geworden.

Durch denselben Starkregen setzten wir die Fahrt auf der Schnellstraße nach Nove Mesto und auf Landstraße nach Metlika fort. Die Schnellstraße war wohl das letzte Stück zwischen Mitteleuropa und Split, das noch nicht zur Autobahn ausgebaut war. Bauarbeiten waren aber im Gange. In Metlika schauten wir natürlich kurz am Bahnhof vorbei. Es standen dort zwei 715 in alter und neuer Farbgebung. Auch hier mal ne fotografische Spielerei versucht, bis uns so'n Soupski zulabern wollte.


Baureihe 715 in Alt- und Neulack.

Am Grenzübergang wurden wir mal wieder gewahr, welchen Wert deutsche Pässe haben. Wir wurden sofort durchgewunken. Natürlich mussten wir jetzt mal im Bahnhof Kamanje vorbeischauen. Denn wenn die letzten Meldungen von der Metlikabahn stimmten, so müsste dort ein Schienenbus stehen, der zwischen hier und Metlika pendelt. Der Rest der Strecke sollte wegen einer schadhaften Brücke nicht im Personenverkehr bedient werden. Letztes Jahr waren ja gerade die letzten 7221 (vgl DB-795) Kroatiens durch 7122 (ex schwed. Y1) ersetzt worden, doch traut man sich momentan bestenfalls, die schadhafte Brücke zwecks Tankfahrt mit nem kleinen Schienenbus ohne Fahrgäste zu belasten. Daher die vorübergehende Reaktivierung der 7221.

Tatsächlich standen in Kamanje sogar zwei 7221 (028 und 033) friedlich nebeneinander. Eigentlich wäre es eine Sünde, morgen nicht die "letzte Gnadenfrist" für die silbernen VTs nochmal zu nutzen und hier was zu machen. Hin- und Herüberlegerei ging los, ob sich denn vielleicht beides vereinen ließe? Dumm war halt, dass die Schienenbusse praktisch nur über Mittag zwischen 12 und 15.30 aktiv werden (sonst nur bei Dunkelheit). Und das war gerade die Zeit der bunten Züge im Savetal...

Während eines leckeren und ausführlichen Abendessens im Lehrrestaurant zu Karlovac kristallisierte sich der Plan für morgen heraus. Er war völlig verrückt, beinhaltete aber alles, was wir noch machen wollten, komprimiert auf einen Tag!

Freitag, 28. Juli 2006: Karlovac - Ogulin - Savetal - Karlovac

Die Vormittagszüge im Savetal hatten wir ja passabel bekommen. Schienenbusse gingen auch erst am Mittag, deshalb konnten wir ja morgens erstmal in Richtung Ogulin fahren. Allerdings verzichteten wir lieber auf die um ca 7 und ca 8 Uhr in Richtung Likabahn startenden Güterzüge zugunsten eines entspannten Hotelfrühstücks. Danach ging es über die Autobahn nach Ogulin, wo wir nach dem soundsovielten Vorbeifahren am Motiv (vor allem letztes Jahr) nun mal einen Zug mit dem Klek fotografieren wollten.
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« Odgovor #21 : Lipanj 01, 2009, 23:39:09 »


Trotz soundsovielen Vorbeifahrten kannten wir noch immer nicht auf Anhieb die Stelle, wo man stehen musste. So vermurksten wir dann schon mal den verspäteten IC nach Rijeka, der unverhofft auftauchte. Aber wir hatten es ja auf den nachfolgenden Pu abgesehen. Für diesen fanden wir nun auch den richtigen Standpunkt, doch was nicht kam, war der Pu. Zudem kam langsam die Befürchtung in uns auf, dass es zeitlich genau hinkäme, wenn jetzt so'n Siff-S-Bahn-Zug nach Moravice hochführe. Tja, was soll ich sagen - wir hatten richtig vermutet!


Siffzug vorm Klek (1181m).

Zwar stand danach schon bald der durchgehende Pu Zagreb - Rijeka an, doch für den war die Sonne leider schon einen Tick zu weit rum. Immerhin hatte er eine schön saubere orange 1141 vor. Die Zwischenzeit hatte Nico damit verbracht, einer dicken Spinne, die da gierig in ihrem Netz wartete, Futter zuzuführen. Irgendwie mochte sie das alles aber nicht...

So langsam musste an den nächsten Programmpunkt gedacht werden: Bevor es ins Savetal ging, wollten wir wenigstens noch den ersten der mittäglichen Schienenbusfahrten beim Schrankenposten oberhalb Kamanje machen, wo wir letztes Jahr am Wetter gescheitert waren. Danach müsste man es zu den bunten Zügen ins Savetal schaffen. Binnen einer Stunde waren wir in Kamanje, wobei wir unterwegs in Mahiæno etwas irritiert waren: Der dortige Schrankenposten stand vor seiner Hütte bereit, als wenn er irgendwas erwarten würde. Vielleicht eine Tankfahrt? Doch als wir in Kamanje ankamen, standen beide Schienenbusse nebeneinander im Bahnhof.


Kamanje anno 2006: Ein Bahnhof "voller" Schienenbusse!

Pech war jetzt aber, dass das Licht noch gar nicht weit genug für unseren Schrankenposten rum war. Wir drückten trotzdem mal ab, doch irgendwie waren wir uns einig, dass das Ohne-Sonne-Bild im letzten Jahr bald besser gewesen war... Angesichts der nun wieder stark quellenden Wolken und einer sich von Südwesten heranschiebenden dicken Wolkenfront (gestern auf dem Satellitenbild konnten wir sehen, dass weiter nördlich über den Alpen viel weißes Zeugs waberte) begann nun wieder das Gehader. Würde sich die Fahrt ins Savetal überhaupt noch lohnen oder sollte man hier noch versuchen, mehr rauszuholen?

Irgendwie stachen bei uns beiden dann jedoch interessante lokbespannte Züge die kleinen mickrigen (tschuldigung!) Schienenbusse aus und wir beschlossen, die weitere Tour gen Norden zu wagen. Die Grenzabwicklung war mal wieder erquickend schnell, und schon saßen wir auf der Landstraße nach Nove Mesto. Hier waren wir so weit westlich, dass erste Schleier der fetten Bewölkung die Sonne dämpften. Doch die Autobahn nach Kr¹ko führte nun ostwärts und brachte wieder mehr Distanz zwischen uns und die Schleier. In Kr¹ko wollten wir schauen. Entweder dort gleich bleiben, oder doch noch wieder nordwestwärts an die Saveschleife von Breg.

Bei Kr¹ko waren nur paar Quellwolken am Himmel, auch westwärts sah man die geschlossene Bewölkung nicht direkt. Also riskierten wir es und fuhren in Richtung Sevnica und weiter Richtung Breg, diesmal in die Innenseite der Flussschleife. Denn hier hatten wir die Möglichkeit, Züge beider Richtungen mit optimalem Seitenlicht zu bekommen. Um 14.25 Uhr waren wir dort. Der Uferweg ermöglichte bestes Arbeiten. Die Wolkenfront war gerade hinter den Bergen im Südwesten auszumachen. Die ersten Züge würden doch vielleicht wenigstens gehen? Laut Programmheft sollten von Sevnica die interessanten Züge um 14.26, 14.44 und 15.01 westwärts starten, Ankünfte der Ostfahrer waren für Sevnica um 14.30 und 15.21 vorgesehen.

Gestern waren die Züge allerdings furchtbar verspätet gewesen. Das konnten wir heute gar nicht gebrauchen. Paar Schatten herkömmlicher Wolken zeigten sich am Rande unseres Motives. Zogen aber wieder ab. Um 14.34 dann erste Zuggeräusche! Von Sevnica näherte sich gemächlich der IC 210 Belgrad - Villach. Es handelte sich wohl um die bunteste Zuggarnitur. Hinter der 342 ein slowenischer AB, zwei österreichische B ohne Klimaanlage, dann der Wagen für die serbische Bohnensuppe und ein ebenfalls serbischer B. Alles in allem fünf Farbvarianten bei einer Lok und fünf Wagen.
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« Odgovor #22 : Lipanj 01, 2009, 23:48:45 »


Dann hatte ein weniger bunter, aber hier doch sehr fremd wirkender Zug seinen Auftritt: Der "Goldoni" Venedig - Budapest bestand aus einer reinrassigen FS-Garnitur. Die Wolkendecke war der Sonne mittlerweile doch schon recht nah auf die Pelle gerückt. Die Uhr zeigte 14.50. Komm, einer muss noch gehen! Nein, kein beschmierter Desiro, Kusch! Weg mit Dir, mach den Block frei! Die Sonne verdunkelte sich, kämpfte sich aber zwischen den ersten Dunstzungen der Bewölkung immer wieder heraus. Auch in dem Moment, als der EC 156, der "Kurvenzug" nach Wien kam. Zwar war schon arg viel in neuer ÖBB- und H®-Farbgebung (also farblos...) lackiert, aber je ein altlackierter Wagen war auch noch dabei. Dummerweise haben wir den unerwarteten Liegewagen am Ende nicht mehr mit drauf bekommen. Aber wir hatten jetzt drei verschiedene Züge mit vollem Sonnenlicht bekommen - und das war mehr, als womit wir rechnen konnten.
 

EC 156 "Zagreb" (toller Name...) Zagreb - Wien: A und WR (österreichisch),
dreimal B (kroatisch), B (österr.), Bc (österr., apl. Überführung).

Das Licht ging aus. Für den bunten Serbenzug 211 in der Gegenrichtung drückten wir trotzdem nochmal ab, wir konnten einfach noch nicht zusammenpacken. Doch wir waren glücklich, dass immerhin so viel geklappt hatte. Gemütlich hinter einem LKW herbummelnd ging es nun nach Kr¹ko zur Autobahn und auf dieser nach Kroatien zurück. An der Grenzstelle war's wie bei Aldi. Erst nur eine Schlange. Dann wurden zwei weitere Kontrollhäuschen aufgemacht und alles stürzte sich drauf - nicht ganz ungefährlich, wenn man statt Einkaufswagen einen PKW steuert...


IC 211 "Sava" (München -) Villach - Beograd: AB und WR (serbisch),
zweimal B (österr.), AB (slowenisch); normalerweise sind die ÖBB-Wagen
 nicht klimatisiert, dafür aber der slowenische AB, heute war's umgekehrt.
In der ersten Klasse durfte geschwitzt werden!

Die Kontrolle war wieder unproblematisch. Dann wurden wir gewahr, dass es weiter ostwärts noch richtig sonnig war. Schon schaute ich im Kursbuch nach (als Beifahrer natürlich), was man machen könnte und spekulierte auf den B Osijek - Rijeka zwischen Zagreb und Karlovac. Doch dann machten wir einen Fehler. Anstelle auf die Landstraße zu fahren (die uns ja viel direkter ins Motiv gebracht hätte), fuhren wir auf die Autobahn Richtung Karlovac rauf. Besser gesagt: Wir stellten uns hinten an. Es ging nämlich nicht wirklich vorwärts! Erst dachten wir ja nur, dass es ein Stau vor der nun kommenden Mautstelle sei, doch dahinter ging es so weiter. Freitag-Nachmittag, na klar! Warum sollte es in Kroatien anders sein, als in Deutschland?

Vor Jastrebarsko (das ist weit!) gab es keine Möglichkeit, die Autobahn zu verlassen. Aber es gab da eine Brücke über die Bahnstrecke. So konnten wir wenigstens sehen, dass "unser" Schnellzug mit der Dispo-189 bespannt war. Hrmpf! Die hätten wir ja schon gern auch mal auf dem Wechselstrom-Abschnitt bekommen! Tja, in Jastrebarsko bezahlten wir dann brav die 8 Kuna für's Im-Stau-stehen und klapperten südwärts mal alle möglichen Bahnübergänge ab. Vernünftig was machen konnte man aber erst im Bahnhofsbereich von Draganiæi. Die Zufahrtsstraße zum Ort war zwar gesperrt, Umleitung aber nicht angegeben. Na ja, ein Durchlass wurde neu gebaut, man konnte aber über ne Wiese drum herum fahren.

Leider wurden wir nun etwas von einem Wolkenfeld geärgert, so dass beide Pu, die noch kamen, ohne volles Licht abgingen. Dennoch - wir waren mit dem Tag noch den Umständen entsprechend zufrieden. Das Abschlussessen fand natürlich wieder an altbekannter Adresse statt.
 
Samstag, 29. Juli 2006: Karlovac - Zagreb - Hamburg

Unser Flieger ging um 13.25. Großes würden wir bis dahin nicht mehr vollbringen können, das war klar. Also kümmerten wir uns einfach nochmal etwas um den Wechselstrombetrieb zwischen Karlovac und Zagreb. Als erstes steuerten wir wieder mal den Bahnhof Draganiæi an. Diesmal baggerte ein Bagger auf unserer Umfahrung der Durchlass-Baustelle. Da aber ein weiteres Auto durch wollte, machte er für uns Platz und klopfte mit der Schaufel sogar die Sandrampe von der Wiese auf die Straße glatt.
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Marica
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« Odgovor #23 : Lipanj 01, 2009, 23:58:35 »


Einen Pu mit einer 1141 in der selteneren blau-roten Farbgebung konnten wir schön an der Einfahrt aufnehmen, dann den B nach Osijek im Bahnhof. Als er kam, schmodderte gerade ein Wolkenfeld vor der Sonne rum, doch zum Glück musste er halten, um einen Befehl zu bekommen. Während des Aufenthaltes kam das Licht wieder voll raus.
 

Der Schnellzug muss zum Befehlsempfang anhalten.

Danach wollten wir mal weiter gen Norden schauen. Um den Bagger nicht wieder bei seiner Arbeit unterbrechen zu müssen, wollten wir mal einen anderen Weg ausprobieren. Schließlich musste es ja eine Umleitung geben! Dazu die Dorfstraße einfach weiter gefahren. Doch diese querte bald die Autobahn und ging in einen Schotterweg über. Wenn man sich die Kroatien-Karte ansieht, so stellt man fest, dass südlich von Zagreb und östlich unserer Bahnlinie nur ein riesiger grüner Klecks ist. Ein Waldgebiet ohne Ansiedlung weit und breit. Lediglich paar Wege führten durch diesen gigantischen Sumpfwald.

Und in diesen Wald steuerten wir geradewegs hinein! Eine Kette am Waldanfang war offen - na klar, wegen der Umleitung natürlich! Irgendwann sollte man laut Karte mal wieder nach links abbiegen und in die Zivilisation zurückkehren können. Die Schotterpiste war wenigstens gut zu fahren, kaum Schlaglöcher. Immer tiefer fuhren wir in den Wald hinein. Mal kreuzte ein schilfbestandener Graben, sonst nur Wald. Erstaunlich wenig Verkehr auf dieser Umleitung! Streng genomen gar keiner! So langsam dachten wir dann natürlich auch mal drüber nach, ob denn am anderen Ende des Waldes auch eine Kette sei und ob diese denn vielleicht nicht offen wäre?

Immerhin - die Karte stimmte. Nach etwa 20 Minuten Fahrt, auf der wir keine einzige Notrufsäule für Autopannen gesehen haben, konnten wir scharf nach links abbiegen. Eine schnurgerade Piste lag nun vor uns. So langsam wurde vor uns ein weiterer Wegverkehrsteilnehmer sichtbar. Ein Trecker mit Holzanhänger! Er machte brav Platz, doch die Blicke der Besatzung sagten eindeutig "Verrückte ©ibeniker, sind die total bekloppt?" Über den Trecker waren wir allerdings erleichtert, denn er garantierte uns, dass wir wieder aus dem Wald hinauskämen. Wäre ja ein Jammer, wenn wir unseren Flieger nur von unten gesehen hätten...

Am Waldausgang war sogar ein massiver Schlagbaum - zum Glück zur Seite gedreht. Über Autobahn und Bahn ging es zur Hauptstraße zurück und wir steuerten nun den Bahnhof Jastrebarsko an. Das Auto sah jetzt aus, au weia... In Jastrebarsko ging ein Pu wieder mal nur im Halblicht.
 

Pu im Halblicht.

Wir warteten einfach nochmal ne Weile. 11.15 hatten wir uns als Ultimo gesetzt, dann mussten wir mal so langsam zum Aerodrom. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn um 11.12 bekam ein Ostfahrer grün und es tauchte als letztes Fotomotiv der Reise der erste in Kroatien gesehene Containerzug auf, gezogen von --- nicht zu fassen --- von der Dispolok, die bis gestern noch regelmäßig Personenzüge gezogen hatte. So bekamen wir sie also doch noch im Wechselstromabschnitt!

Vor der Mautstelle war dann wieder Stau, obwohl alle 11 Kassenhäuschen geöffnet waren. Der Tag des Bettenwechsels! Man sah bald mehr deutsche, niederländische, ungarische, schwedische, schweizer Kennzeichen als kroatische. Erst um 12.30 hatten wir kapiert, wo wir den Wagen am Flughafen abstellen mussten. Nach dem Ausräumen latschten wir zur Halle und zum Europcar-Schalter. Von dort latschte ein grün Gekleideter wieder zum Auto, um es zu begutachten. Warten! Wortlos reichte er seinem Schalter-Kollegen dann den "Abnahmebogen", in dem nix beanstandet wurde. Nun ja, den Dreck von der Heckscheibe würde man auch sicher wieder abbekommen...

Nicht viel vor Ablauf der Check-in-Frist von einer halben Stunde vor Abflug standen wir am Germanwings-Schalter und nachdem unser Pilot mittels einer 360°-Runde in Zagreb an Höhe gewonnen und ein aufziehendes Gewitter überflogen sowie durch Tiefflug vor Hamburg (in Woltersdorf bei Mölln brachen wir durch die Wolkendecke, in der Waldsiedlung war jedes Haus zu erkennen...) ein anderes Gewitter unterflogen hat, landeten wir wohlbehalten in der Freien und Hansestadt Hamburg.

Uns war klar, dass eine selten-gute Tour hinter uns lag. Das Top-Wetter der ersten Woche und die vielen Sonnenstunden der zweiten Woche ermöglichten, dass meist ohne gehetzten Wetterblick trotz geringer Zugdichte eine Vielzahl hervorragender Motive umgesetzt werden konnte.

Aber noch etwas Positives brachten wir mit. Der gute Eindruck der vorangegangenen Touren von Land und Menschen hat sich voll und ganz bestätigt. Besonders über die Lokführer haben wir uns richtig gefreut. Es hat wohl jeder Lokführer zurückgegrüßt - nicht selten wurde richtig freudig gewunken, untermalt vom Tröten des Typhons. Vielleicht erkennt ja ein Lokführer seinen Zug wieder, wenn ich die hier gezeigten Bilder auch in das kroatische Eisenbahn-Forum einstelle.

Und noch etwas war interessant: Von der Likabahn sind ja bisher kaum Bilder publiziert worden (ich wüsste jedenfalls nicht wo). Daher hatten wir das Gefühl, hier so richtiges Neuland zu betreten. Und dieses Neuland ist mit Sicherheit noch nicht fertig abgegrast...
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