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Autor Tema: Reisebericht Croatien 2006.  (Posjeta: 12965 )
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Marica
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« : Lipanj 01, 2009, 19:17:16 »



Kroatien Juli 2006

Für mich ging es das erste Mal im Hochsommer in den Süden und ich rechnete hinsichtlich der Temperaturen mit dem Schlimmsten. Die An-/Abreise fand per Flug statt (Germanwings Hamburg - Zagreb und zurück), ab Zagreb Flughafen hatten wir einen Leihwagen für den zweiwöchigen Aufenthalt bestellt. Anno 2003 hatte ich die für dieses Jahr angepeilten Ecken per Zug bereisen können (zum Reisebericht 2003) und viele mögliche Motive notiert. Um diese möglichen Motive wollten wir uns jetzt mal kümmern, wobei dazu einfach ein Leihwagen unerlässlich war. Im März 2005 waren Nico und ich auch schon mal in Kroatien gewesen, doch hatten wir damals leider viel Pech mit dem Wetter und waren auch eher im Norden des Landes unterwegs gewesen.
 

In Hamburg-Fuhlsbüttel steht der Flieger bereit...

Samstag, 15. Juli 2006: Hamburg - Zagreb - Kostrena (bei Rijeka)

Pünktlich um 12.55 kamen wir in Zagreb an. Von oben hatte man schon einen netten Ausblick auf die Savebrücke der Karlovacer Bahnstrecke, auf die schnurgerade Bahnlinie in Richtung Sisak und den Güterbahnhof. Die Dame vom Europcar-Schalter fuhr uns unseren Clio vor und wies uns darauf hin, dass der Wagen noch ganz neu sei und keinerlei Kratzer hätte. Wir erzählten ihr nicht, was wir mit dem Auto alles vorhatten...

Heute war der Tag des Bettenwechsels an der Küste, und an diesem Tag verkehren eine Reihe von zusätzlichen Zügen. Wir hatten es diesen Samstag auf den deutschen Urlaubsexpress ab Rijeka abgesehen, dessen Hinfahrt wir zwar nicht mehr schaffen konnten, dessen Rückfahrt uns aber sehr interessierte. Eine Ansaldo-Altbauellok vor deutschen Wagen - ein interessantes Kuriosum!

Unser Clio hatte Klimaanlage und CD-Spieler - das war das Wichtigste! Dass er bereits für 125 km/h 4000 Motorumdrehungen brauchte, war nicht so toll; aber uns standen ja nur wenige längere Autobahnfahrten bevor. Die erste davon erledigten wir gleich. Was die Kroaten da an Autobahnen ins Land gestellt haben, ist der reine Wahnsinn (Wer bezahlt die?). Welches Schattendasein fristet daneben die Bahn, die von Zagreb nach Rijeka im IC fast dreieinhalb Stunden braucht? Über schwindelerregend hohe Viadukte, durch lange Tunnel und Bären-Unterführungen im einsamen Gebirge Gorski Kotar erreichten wir nach knapp zwei Stunden den Küstenort Kostrena, der eingekeilt zwischen den Industriehäfen von Rijeka und Bakar liegt.

Hier kannten wir vom letzten Jahr her noch die 60er-Jahre-Hotelanlage "Lucija", an der seit den sechziger Jahren wohl auch nichts gemacht worden war, die aber dennoch sauber war und in der man auch im großstädtischen Raum mit nettem Meeresblick wohnen konnte. Entgegen unserer Befürchtung, hier in der Hochsaison nichts zu bekommen, wurden wir nett aufgenommen, luden unser Gepäck im Zimmer ab und fuhren dann mal westwärts. Problem ist nämlich, dass die von den deutschen Zügen befahrene kurze Strecke von Rijeka bis zum Grenzbahnhof ©apjane kaum Fotomöglichkeiten bietet. Einzig notiert hatte ich den tollen Bf Opatija-Matulji, doch stand hier das Licht zu spitz.

Zunächst schauten wir im Bahnhof Rijeka rein, kauften Kursbücher und fotografierten das, was gerade da war: Ein IC nach Zagreb (nicht der planmäßige 7123 / vgl DB-612, sondern lokbespannt) und ein einfahrender Güterzug. Viele deutsche Urlauber standen schon bereit, allein der UEx war noch nicht bereit gestellt. 20 Min vor Abfahrt fuhren wir lieber mal an die Strecke. Wir wussten ja nicht, wie lange wir nach einem vernünftigen Standpunkt suchen mussten.

An vielen Stellen kam uns das Licht zu spitz, doch vor Matulji wurden wir fündig. Von einer Straßenbrücke hatte man einen netten Ausblick auf eine schnurgerade Rampe mit Meeresblick. Lediglich ein willenlos in der Luft hängendes Telefonkabel musste unterfotografiert werden. Tja, da standen wir nun, immer wieder interessiert von den vorüberkommenden Einheimischen gemustert. Auch 20 Min später standen wir noch dort. Auch 20 min nach erwarteter UEx-Durchfahrt. Dann tat sich aber etwas: Eine 1061 (die einzige Lok-Baureihe für den kurzen kroatischen Gleichstrom-Abschnitt Moravice - Rijeka - ©apjane) kam langsam die Rampe hoch, der Zug sah allerdings etwas unförmig aus. Ein Güterzug! Also weiter gewartet. Es ging nun auf 18.30 Uhr zu, die Schatten wurden länger, das Licht wurde spitzer. Ein Pu (Putniæki vlak = Personenzug) sollte jetzt eigentlich in Richtung Grenze kommen. Kam er aber nicht. Gutes Zeichen, weil vielleicht nun doch erst der UEx abgelassen werden würde? Nein, nix tat sich. Die Schatten wurden noch länger, erste Möglichkeiten schatteten zu. 18.45. Viel Luft auf dem Gleis. Um 19.02 wurden wir dann endlich erlöst. Zwei 1061 zogen einen Autowagen und eine lange Schlange von Liege- und Schlafwagen die Rampe hoch. Der Zug hatte fast 90 Min Verspätung!
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Marica
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« Odgovor #1 : Lipanj 01, 2009, 19:24:49 »



Deutscher UEx vor der Kulisse des Kvarner und der Krk-Brücke.

Wir fuhren nochmal hinterher bis ©apjane, doch ein Wolkenfeld vereitelte weitere Aufnahmen. Über die Autobahn ging es nun schnell zurück. In Kostrena suchten wir eine Konoba aus dem letzten Jahr auf, wo wir direkt am Strand unser Abendessen verspeisen konnten. Der gemischte Grillteller auf kroatisch schmeckt mir ja fast noch besser, als der auf griechisch... Es war nun die Samstagnacht, in der offenbar am Strand durchgemacht wird. Mit zunehmendem Getränkekonsum wurde das Gegröle vom Strand am frühen Morgen immer lauter, so dass wir nur bedingt gut geschlafen haben, obwohl wir sehr müde waren. Wir konnten nur hoffen, dass dies ein spezielles Phänomen der Samstagnacht blieb.
 
Sonntag, 16. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Delnice - Kostrena

Um 7 Uhr war es vom Strand her ruhig. Auf der Veranda frühstückend genossen wir die Stille. Anstelle aber runter zum Strand zu laufen und an paar dort liegenden Alkoholleichen Rache für entgangene Nachtruhe zu nehmen, starteten wir um 7.30 über die Autobahn nach ©krad. Bereits auf dem Weg hoch zur Autobahn fiel uns die nicht enden wollende Blechkarawane in der Gegenrichtung auf. Vor der Mautstation der kleinen Autobahnabfahrt Ostrovica (oberhalb Bf Meja) war regelrecht Stau. Offenbar war ganz Zagreb unterwegs zu einem Badetag am Strand! Manchmal ist es gut, wenn man hobbytechnisch nicht mit dem Strom schwimmt... Wir hatten freie Bahn und standen um 8.30 am nördlichen Ortsrand von ©krad bereit für den IC von Zagreb. Hier hatte man einen netten Landschaftsüberblick über ein Waldtal.


Ein bischen Bahn, dann der Gorski Kotar.

Nur der IC kam nicht. Das Licht kam immer spitzer, die Sonne stieg immer höher. Dass der IC ca 10 Min Verspätung haben würde, wenn er wie gestern nicht als 7123, sondern als Wagenzug mit Lokwechsel in Moravice käme, war ja klar. Aber warum mussten es nun gleich wieder 55 Min Kasni (=Verspätung) sein??? Na ja, der Lichtstand ging gerade noch, und wenigstens hatte man den Gegenzug, einen Pu nach Moravice, im Bf ©krad stehen lassen, so dass wir diesen ohne Eile nach Ortswechsel in Donja Dobra (zwischen den Bfen Brod Moravice und Moravice) nochmal nett und mit richtigem Lichtstand nehmen konnten.

Um kurz nach 11.00 nahmen wir dann noch den durchgehenden Pu Zagreb - Rijeka (Reisezeit 4,5h) auf dem Viadukt Fu¾ine mit. Eigentlich hätte jetzt die Hochlicht-Glocke zur Mittagspause aufrufen müssen, doch sollte der Mittags-B (Br¾i vlak = Schnellzug) ja die zu Probezwecken hier stationierte Dispo-189 vorgespannt haben (Dank an Nil für den informativen Reisebericht), und so begaben wir uns trotz absolutem Hochlicht in den Bf Delnice, wo wenigstens der horizontale Lichteinfallwinkel stimmte. Einige Wolken am absolut stahlblauen Himmel machten die Sache spannend. Aber ein kurzes Wolkenloch und die Fuhre war im Kasten.

Wäre auch doppelt ärgerlich gewesen, wenn nicht. Der Zug hatte nämlich Doppelbespannung aus Dispo-189 und GM-Diesellok der Baureihe 2063. Eine deutsche Lok mit Amidiesel friedlich vereint - zu schön! Die 2063er helfen hier aus, weil der H® (Hrvatske ®eljeznice = Kroatische Eisenbahn) die Gleichstrom-1061er langsam ausgehen, von denen mittlerweile mehr als die Hälfte abgestellt sind. Eigentümlicherweise scheint es in erster Linie Loks mit modernisierter Front getroffen zu haben. Das sollte uns nur recht sein, uns gefiel die klassische Variante eindeutig besser. Die 189 werden hier als mögliche Nachfolge-BR getestet.
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Marica
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« Odgovor #2 : Lipanj 01, 2009, 19:37:01 »



Deutsch-amerikanische Zusammenarbeit vor drei Wagen...

Nun war aber Mittagspause angesagt. An der Straße fanden wir einen Wegweiser zu einem Gasthaus, der steil abwärts an einen See, den Lokve jezero, wies. Dort zwischen den Bäumen war ein mega-nettes Waldlokal, in dem es sich die nächsten anderthalb Stunden wohl aushalten ließ. Eine Spezialität des Hauses war (neben Froschschenkeln in allen Varianten) ein gemischter Fleischspieß, den ich mir habe schmecken lassen. Obwohl hier oben im Gebirge auch in der Mittagszeit ein kühlender Wind wehte und die Temperaturen alles andere als unerträglich waren, schmeckte die kalte Cola irgendwie besonders gut...

Um 15.00 wurde der Nachmittag angepfiffen. Mit dem B 700 von Zagreb erwarteten wir gemäß Nils Bericht die Dispo-189 zurück. Wir fuhren bis oberhalb des Bf Plase, von wo aus wir schon letztes Jahr mal einen Weg austesten wollten (damals am Wetter gescheitert), der parallel zur Bahn aufwärts führte. Von meiner Zugmitfahrt hatte ich notiert, dass da oben in der Einsamkeit im Bereich einer Rundkehre offene Landschaft sein soll und die Bahn über mehrere Dämme mit Boramauer (Mauer zum Schutz vor der Bora, einem "Fallwind mit Düsencharakter" lt Reiseführer) fahren würde. Nach ca 20 Min Fußweg öffnete sich tatsächlich der Buschwald und der Blick fiel auf einen ersten Damm mit Boramauer.

Nachdem wir dort den B verarztet haben, der nicht die Dispolok vor hatte, gingen wir weiter. Ein Stück weiter, aber hinter der Rundkehre, tauchte die zweite Boramauer auf. Von einem Felsen westlich der Bahn müsste man einen Super-Ausblick auf beide Dämme hintereinander haben. Das haben wir allerdings dann doch nicht probiert. Wir liefen den Weg einfach weiter und kamen auf einen Hügel in der Rundkehre. Hier einfach mal postiert. Glück gehabt: Es kam trotz Sonntag ein Güterzug aus der richtigen Richtung. Was uns aber besonders erfreute: Der Zug war mit einer 2063 und 1061-Doppeltraktion bespannt!


Kleiner Pu mit großer Bora-Mauer...

Nach einem Pu der Gegenrichtung ging es zurück zum Auto. Ein Muss-Motiv war nämlich noch offen: Der Viadukt von Fu¾ine abends von der Kirche aus. Die Wolken hatten sich wieder aufgelöst, es herrschte strahlend blauer Himmel. Auf dem Viadukt konnten wir im netten Abendlicht nun drei Züge in einer halben Stunde erleben, von denen einer besonders positiv überraschte: Eine der polnischen S-Bahn-Garnituren (von denen hier zwei im Gleichstrom-Abschnitt stationiert sind) kam vollkommen ohne Graffiti über die Brücke gefahren. Beide Garnituren kannten wir von den Vorjahren nur übelst beschmiert, und nun kam ein solcher Vierteiler völlig sauber daher. Das gefiel!
 

Obwohl wir mit jedem Meter, der vom Zug sichtbar wurde,
auf die Graffitis warteten, kam nix!

Den restlichen Abend verbrachten wir einfach mal am größten Damm mit Boramauer an der Strecke, dem Damm von ©krljevo. Leider tat sich gar nichts - Sonntag halt. Immerhin hatten wir die Hoffnung, dass der B von Osijek vielleicht mal pünktlich käme - dann ginge er hier noch kurz vor Sonnenuntergang. Und was soll ich sagen - er ging, und zwar um 20.12 Uhr. Die Belichtung konnten wir nur raten, hoffentlich haben wir nicht zu arg daneben gegriffen. Der Zug hatte übrigens die Dispo-189 vorgespannt!

Es war spät geworden, daher besorgten wir uns nur aus dem Supermarkt paar Kleinigkeiten, die wir auf unserem Hotelbalkon verspeisten. Danach fielen wir hundemüde ins Bett.

Montag, 17. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - ©apjane - Buzet - Kostrena

Heutiges Hauptanliegen war der deutsche Autozug, der gegen Mittag über ©apjane reinkommen und gegen Abend wieder abfahren sollte. Bis Mittag war allerdings noch Zeit, und die wollten wir eigentlich für den Istrien-Schnellzug Lubljana - Pula nutzen, für den ich von 2003 ein spezielles Motiv bei Roæ im Auge hatte. Doch auch bis zu diesem war noch Zeit, und da fiel uns auf, dass ja der B aus Ljubljana mit Nachtzug-Kurswagen aus München und Wien bald von ©apjane her eintreffen müsste. Den konnten wir quasi auf dem Wege mitnehmen. Dachten wir wenigstens.
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« Odgovor #3 : Lipanj 01, 2009, 19:49:20 »


Wir hatten uns unweit der Stelle von vorgestern bei Matulji aufgebaut. Auf dem Gleis aber wieder nur heiße Luft. Hin und her überlegt, ob man lieber abbrechen sollte, um den Istrien-Schnellzug noch zu erwischen, doch ein klärender Anruf bei nserem "Disponenten" (großes Dankeschön!), der für uns im Norden immer HZ-online war, ergab plus 34. Das war jetzt erreicht. Und hier hatten wir ein nettes Motiv, bei dem bloß das Licht schon wieder spitzer und spitzer kam. Endlich, mit 40 Min Kasni, kam der internationale Schnellzug dann vorüber - gezogen von der Dispo-189! Leider kam das Licht schon viel zu spitz.

Den Istrien-Br¾i konnten wir nun vergessen, daher direkt mal nach ©apjane hoch gefahren. Nördlich des Bf war an der Ladestraße eine nette freie Fläche, wo man die Einfahrt von der Grenze her (und noch mit slowenischer Lok) umsetzen konnte. Bis 10.52, der planmäßigen Ankunftszeit, dauerte es auch gar nicht mehr so lange. Wir konnten paar Röhrenverladern zuschauen, die an der Ladestraße tätig waren. Nicht mehr lange, und alles wäre verladen und wir könnten sogar das Form-Esig mit ins Bild nehmen. Entgegen unserer Erwartung interessierte sich niemand für uns - immerhin standen wir zwischen Grenz(polizei)bahnhof und Grenze...

Um 11.05 ging endlich das Esig auf Fahrt. Eine slowenische Ansaldo-Doppellok, vergleichbar der 1061 der H®, kam langsam herein. Allerdings handelte es sich um Wagen, auf denen bestenfalls LKWs transportiert werden könnten, nicht aber um den erwarteten Autozug. Nun denn - horizontal wurde das Licht immer besser, doch vertikal stieg es nun in gewaltige Höhen. Eigentlich hätte jetzt die Hochlicht-Glocke schrill klingeln müssen. Doch wir wollten deutsche Wagen hinter italienischen Altbauloks sehen...

Nun denn, eine geschlagene Stunde später ging die Schranke mal wieder runter, das Signal mal wieder auf Einfahrt. Die Röhrenverlader waren inzwischen mitsamt Kran, Tieflader und Röhren verschwunden, so dass wir das Esig mit drauf bekamen. Und es kam tatsächlich der erwartete AZ aus Hamburg. Immerhin war er auch mit nem Ansaldo-Doppler bespannt (wer will hier vor deutschen Wagen schon Dispoloks haben?). Wie es sich für deutsche Wagen gehört, prangte auf dem dritten ein großes Graffiti - tolle Wurst!


Slowenische Lok italienischer Herkunft und deutsche Wagen in Kroatien.

Den Grenzaufenthalt nutzend fuhren wir dem Zug nun bis zum Bf Opatija-Matulji vorweg, denn erstens war das EG äußerst sehenswert, zweitens wollten wir gern ne 1061 vor den deutschen Wagen haben und drittens zeigte sich hier die andere, hoffentlich Graffiti-freie Seite der Wagen. Mastentechnisch war es nicht ganz so einfach, den Zug im Bf umzusetzen, aber es ging gerade noch so. Schön bei kroatischen Bahnhofsaufnahmen finde ich es immer, dass der Rotkäppi vorm Gebäude steht und den Zug beobachtet - manchmal sogar zusammen mit dem Weichenwärter. Hier war es so, dass der Weichenwärter die Rotmütze mit dem herannahmenden Zug aus Deutschland im Hintergrund fotografierte. Und wir fotografierten alles.

Einer geht noch, Einer geht noch vor der Mittagspause. Der B nach Ljubljana stand nämlich noch auf dem Zettel. Auch diesen im Bf verarztet, wobei die mit 1061 und 2063 bespannte Fuhre etwas günstiger zu fotografieren war, als der deutsche Zug. Das nächste Ziel hatten wir schon die ganze Zeit vor Augen gehabt: Die O¹taria "Stacion" mit weinberankter, schattiger Veranda und Bahnblick am Bahnhofsvorplatz. Hier gab es lecker Minestrone (ein italienisches Gericht gegenüber einem italienisch angehauchten Bahnhofsgebäude...).


Ob sich die Beförderungsfälle wohl freuen, dass sie gleich ein kostenloses
Orgelkonzert composed by General Motors hören werden?

Zum Nachmittagsprogramm fuhren wir durch den Uèka-Tunnel rüber nach Istrien. Erstmal den einsamen Hp Hum an der Istrienbahn aufgesucht, doch der vollgesiffte 7122 (ex schwedische Baureihe Y1) brachte etwas Ernüchterung mit sich. Der Ort Hum, der weit oberhalb in den Bergen liegt, macht an der Hauptstraße Werbung damit, dass er die kleinste Stadt der Welt sei. Die Festungsorte hoch oben auf Bergkuppen wie auch Roè und Buzet sind schon sehr eindrucksvoll!

Zu letztgenanntem Ort, Buzet, ging es dann auch. Allerdings nicht zwecks Stadtbesichtigung, sondern weil auch hier zwischen Grenzbahnhof und Grenze noch paar Motive offen waren. Der Bahnhof Buzet liegt ca 200 Meter oberhalb der Stadt hoch oben am Hang und besitzt nur zwei Gleise. Dennoch hat die jüngste Geschichte diesen Bahnhof zum Grenzbahnhof gemacht, wo sogar das Güterzugpaar Lokwechsel macht (Preisfrage: Wie läuft das Verfahren bei nur zwei Gleisen ab?). Ein Stück oberhalb vom Bf Buzet (also in Richtung Slowenien) kommt das Gleis aus dem Bereich der bewaldeten Hänge hinaus in den Bereich der senkrechten Felskanten, die hier in der Gegend fast alle Bergrücken krönen.
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« Odgovor #4 : Lipanj 01, 2009, 20:02:07 »


Am Bahnübergang westl des Bf stellten wir den Wagen ab. Auch hier hatten wir ein blödes Gefühl, weil man uns bei der Wanderung am Gleis in/aus Richtung Grenze für Illegale Aus-/Einwanderungswillige halten konnte (wobei wir auf dem Rückweg dann wohl die ersten Flüchtlinge aus der EU hinaus gewesen wären...). Jedenfalls am BÜ erstmal gewartet, bis keine Autos zu sehen waren. Während des Wartens hielt ein Vatrogasci-Auto neben uns und der Fahrer fragte uns hier, inmitten der knochentrockenen Botanik mit der Zigarette in der Hand nach Feuer! Vatrogasci ist übrigens die Feuerwehr...

Dieser Grenzübergang wird nur von drei Zugpaaren befahren: Der B Ljubljana - Pula (nur Juli und August), ein Pu-Paar mit Umsteigen in Buzet (nur Mo-Fr) und der Güterzug (meist nur Mo-Fr). Pu und Güterzug pendeln dabei nachmittags in kurzem Abstand hintereinander vorbei, so dass sich zu dieser auch vom Lichtstand her idealen Zeit, ein Besuch der Felsen durchaus lohnte. Die Felsen waren wirklich nett - da wären sicher noch mehr Motive möglich. Weniger nett war der Pu, der aus einem völlig versifften 715 bestand. Der Gz war dagegen höchst erfreulich, zumal die slowenische GM die richtige Seite, nämlich die kurze Nase, ins Licht hielt.


Graffitimurks am Winnetoufelsen.

Ohne verhaftet worden zu sein, verhafteten wir dann noch den abendlichen Schnellzug von Pula zweimal.


©apjane - Da fährt er hin. Die Sonnenblumen lassen traurig die Köpfe hängen.

Immerhin sind die wunderschönen 711-Triebwagen anscheinend alle Graffiti-frei. Auf dem Rückweg schauten wir in Lupoglav noch kurz am Bf vorbei. Es stand sogar ein lokbespannter Personenzug im Bahnhof (GM und ein Wagen). Im Online-System der H® hatte ich vor dem Urlaub schon mehrfach beobachtet, dass sowas als VT-Ersatz gelegentlich vorkommt. Fototechnisch war aber nichts zu machen. Mit Tankstopp für Auto und uns ging es nun durch den Tunnel zurück und direkt ins Hotelrestaurant, wo wir nett auf der Veranda in der Abenddämmerung essen konnten. Den Kellner kannten wir noch vom letzten Jahr: Eine schrullige Gestalt von der ganz alten Schule, der sicher von Anfang an in dem Betrieb dabei war und fließend deutsch und englisch sprach...

Das war der Tag der slowenischen Fahrzeuge auf kroatischem Boden...

Im nächsten Teil geht es um die Rampen von Koper und Rijeka, um Waldbrand und "Die Drei von der Zollstelle", und ein wenig Likabahn-Luft schnuppern wir auch schon...

Dienstag, 18. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Koperrampe - Kostrena

Nun wollten wir es aber nochmal wissen mit dem Motiv bei Roè. Wir ließen uns mit dem Frühstück Zeit und fuhren dann gemächlich durch den Tunnel nach Roè. In der Tat war der Ausblick auf kleine Felder und die felsgekrönten Berge dahinter sehr ansprechend. Nach einiger Faulenzerei im Gras hörte man den Signaldraht rasseln und die Scheibe des Formvorsignals klappte auf "Fahrt erwarten". Ein grasegrüner 711 der slowenischen Eisenbahn passierte.


Festungsstädtchen Buzet. Zum Bahnhof gehts erst runter ins Tal,
dann ca 45 Min aufwärts...

Über Buzet fuhren wir nun weiter an die Koperrampe. Hier hatte ich von der Zugmitfahrt eigentlich eher weniger Motive in Erinnerung (außer dem großen Damm natürlich). Doch Nils Bilder zeigten ja, dass schon bischen was möglich sei. Als erstes fuhren wir die Nebenstraße bis Dol und ihrem Ende am Feuerwehrhaus (die Feuerwehr heißt hier nicht Vatrogasci - wär' ja noch schöner, wenn man in Kroatien und Slowenien die gleichen Begriffe verwenden würde - ach ja, hatte ich erwähnt, dass wir hinter Buzet nach Slowenien eingereist sind?).

Gemäß Nil's Wegbeschreibung gelangten wir dann über eine gut befahrbare Schotterpiste hoch zum Geisterdorf Zanigrad, das noch über Ortsschild, Straßenbeleuchtung und die Ruinen von Kirche und Häusern verfügte. Ein solches Geisterhaus diente dann auch als Motiv. Innerhalb einer Dreiviertelstunde bekamen wir die Franzosenloks in rot, gelb und weiß vor die Linse und verabschiedeten uns wieder. Schade war nur, dass selbst der IC eine Franzosenlok vorhatte...
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Marica
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« Odgovor #5 : Lipanj 01, 2009, 20:17:11 »



Der IC hält nicht im Geisterdorf.
(Zanigrad - Hrastovlje - selo duhova – napu¹teno selo)

Die Hochlicht-Glocke läutete schon wieder sehr schrill und wir beschlossen, mit unserem klimatisierten Clio mal etwas Streckenkunde zu fahren. Steil aufwärts ging es im ersten Gang auf das hoch am Hang klebende Dörfchen Podpeæ zu. Wenn man hier die ebenfalls am Hang klebende Bahn mit den klebenden Häusern zusammen umsetzen könnte... Uns interessierten allerdings auch Motive, die ich seinerzeit auf der Istrienbahn notiert hatte, die sich nur ein Stück höher und ein Tal weiter durch die Berge kämpft.

Von Podpeæ kann man auf einer netten Asphaltstraße nach Ratikoveæ gelangen und kommt dabei durch einsamste, meist baumlose Steppenlandschaft. Dazu diese Felskronen... Man konnte förmlich Winnetou mit Old Shatterhand durch die Gegend reiten sehen. Die Filme sind schließlich auch hier irgendwo gedreht worden, man müsste sie sich eigentlich mal wieder anschauen. Vielleicht erkennt man ja irgendwo im Hintergrund eine grüne GM mit dem Istrien-Güterzug durch die Prärie gleiten?

Also, irgendwann war dann der slowenische Grenzbahnhof Ratikoveæ erreicht. Die Signale waren durchkreuzt, der Fdl offenbar abgezogen. Die paar Züge am Tag (siehe unter Montag) kommen hier wohl auch ohne Fdl klar. Ein Container als Grenzwächter-Herberge erschien uns ebenfalls verwaist. Es war keine Menschenseele zu sehen, nun ja, Mittagszeit. Nördlich des Bf fanden wir meine Notiz von damals in Form einer netten Fotokurve bestätigt. Bis zu den Zügen war aber noch viel Zeit, daher wieder nach Podpeæ zurück gefahren und oberhalb mal auf das gewartet, was da kommen möge.

Wir brauchten Züge von oben, doch es kamen nur Züge von unten (und auch die sehr spärlich). Erst der dritte Zug von unten hatte dann wenigstens eine Nachschub-Lok (Dispo-189, die Dinger werden zum Schrecken des Balkan...), so dass ein Nachschuss ging. Ach, das wollte ich ja gar nicht verraten, die Lok hatte nämlich hinten Spitzenlicht an.

Nun wurde es wieder Zeit für die Winnetou-Prärie-Eisenbahn oben bei Ratikoveæ. Die Hinfahrt des Regionalzuges nach Buzet hatten wir uns in Befürchtung von dessen Aussehen schon gespart, die Rückfahrt bestätigte unsere Befürchtungen: Es war derselbe 715 wie gestern - gestaltet von den Halbwüchsigen der Gegend. Wobei hier eindrucksvoll Getto-Kultur und wunderschöne Natur aufeinander prallen... Richtig nett war trotz falschrummer Lok dann der Güterzug in der Kurve.


Ratikoveæ Die Westernbahn.

Für die Rückfahrt suchten wir uns eine Stelle, wo die (richtigrumme) Front der GM-Lok Frontlicht gehabt hätte, doch war diese Stelle sehr motivlos. Als der Zug dann nicht kommen wollte und wir gern noch den Abendblick aus Nil's Bericht an der Koperrampe machen wollten, warteten wir nicht länger. Möglicherweise war die Strecke gesperrt worden, ein Stück weiter tobte nämlich mittlerweile ein ordentlicher Waldbrand.

Unter der Waldbrand-Wolke hindurch fuhren wir nun wieder zur Koperbahn. Doch schnell wurden wir gewahr, dass ausgerechnet bei unserem geplanten Motiv keine Sonne hinkam. Die Wolke des Brandes zog dort direkt vor der Sonne her. So also doch mal Podpeæ probiert, erst aus dem Weinberg mit Wehrturm, dann direkt innercity den Desiro. Dessen einziges Graffiti prangte natürlich genau in der Ecke, die wir ganz vorn im Bild hatten. Grrrr...

Der Durst sagte uns, dass wir mal wieder langsam nach Hrvatska rübermachen sollten, denn wir besaßen nur Kuna und keine Tolar. Da oben in Ratikoveæ eine Straße nach Buzet ausgeschildert war, die uns einen Riesen-Umweg über den Grenzübergang an der Hauptstraße erspart hätte, beschlossen wir, dort entlang auszureisen, obwohl dort auf der Karte zwar eine durchgehende Straße, aber keine Grenzstation eingezeichnet war.

Hinter Ratikoveæ fanden wir dann so richtig die "rollende Prärie", wie Karl May sie beschrieben hat (als Ossi durfte er ja nicht nach Amerika, vielleicht aber wenigstens nach Jugoslavien... kleiner Scherz...), also eine steppenartige Hügellandschaft mit einzelnen Bäumen drauf. Und mitten in der Einöde, auf weitem Land, kam dann die Grenze. Schlagartig war es aus mit der Freiheit. Der Grenzübergang war zwar noch bis 22 Uhr geöffnet, aber nur für Einheimische (wir hatten auf den Straßen rund um Ratikovec noch kein anderes Auto gesehen, aber es muss wohl welche geben...). Und unser ©ibeniker Kennzeichen wies uns schonmal nicht als Grenz-Anrainer aus. Die deutschen Pässe erst recht nicht.
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« Odgovor #6 : Lipanj 01, 2009, 20:26:58 »



Eine Grenze und die Welt ist zuende. Woran erinnert mich das bloß?

Die Drei von der Grenze (wir sahen zwei Slowen(inn)en und einen Kroaten) waren aber sehr freundlich und erklärten uns in englisch, dass wir nicht ganz über Podpeæ zurück müssten. Ein Waldweg sei gerade asphaltiert worden, und da entlang käme man über Movra¾ zum internationalen Grenzübergang an der Hauptstraße. Die Frau hätte uns glaub' ich auch so durchgelassen, so einen verdursteten Eindruck müssen wir gemacht haben. Ein fragender Blick von ihr zum Kollegen wurde aber mit dezentem Kopfschütteln beantwortet.

Die Waldstraße runter nach Movra¾ war nett, das ganze Rotwild, das dort rumlungerte, sprang nicht vor den Kühler und von dort war ne andere Straße in spitzem Winkel direkt zum Grenzübergang in der Karte verzeichnet. Diese Straße endete dann allerdings bereits ein Stück vorher in einem Ort namens Dvori, wo wir wahrscheinlich die ersten Fremden seit der Grenzziehung gewesen sind. Tja, und nu?

Ein Bauer meinte: Movra¾, Graèi¹æe, Buzet. Na super! Also gaaanz weit von der Grenze weg, dort auf die Hauptstraße und gaaanz weit an die Grenze ran. Zwischen uns und der Hauptstraße lag halt so'n kleiner Bergkamm... In Buzet fanden wir gerade noch vor 21 Uhr einen Supermarkt, in dem wir die kältesten Getränke aussuchten, die da waren. Gegen 22 Uhr waren wir endlich auf unserem Hotelbalkon in Kostrena, wo nach paar Happen und Dusche Schluss war.
 
Mittwoch, 19. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Meja - Kostrena

Wer sich auskennt, kann an der Tagesüberschrift sehen, dass wir heute nur rund um den Kirchtrm fotografiert haben. Allerdings gab es morgens dann doch eine kleine Programmänderung gegenüber sonst, nämlich einen Vor-Frühstücks-Fototermin mit dem Stadtviadukt in Rijeka. Anscheinend herrscht in Rijeka um 7.00 noch kein Berufsverkehr, denn wir waren ruckzuck in der Stadt und fanden auch sogleich einen Parkplatz auf einer schraffierten Fläche mitten auf einer Kreuzung (da standen schon paar andere).

Eine nette Pu-Garnitur kam durch, 1061 und zwei Wagen (im Gegensatz zu den Triebwagen erlebten wir die Reisezug-Wagen in Slowenien und Kroatien angenehm Graffiti-frei!). Auf dem Rückweg zum Hotelveranda-Frühstück erblickten wir in einer Werft (deren Gelände an das unseres Hotels anschloss) ein Schiff mit Vogelfluglinien-Beschriftung. Erst bei genauerem Hinsehen konnten wir ausmachen, dass es sich um die ihrer Bugklappe beraubte Carl Carstens handelte. Mensch Mensch, was sieht dieses einst schönste Schiff der Vogelfluglinie heruntergekommen aus...

Nach dem Frühstück steuerten wir mal (weil keine Reiseüge auf der Hauptstrecke anstanden) einen Rastplatz oberhalb der alten Stadt Bakar an, die am Ende eines kleinen Fjordes liegt. Das Gleis zum Erzhafen führt von der Hochfläche zweimal hinter der Stadt und dann noch einmal vor der Stadkulisse entlang, um an Höhe zu verlieren.

Einziges Problem: Es tat sich nichts - außer dass der Rastplatz mitten in der prallen Sonne lag und wir uns einen Sonnenbrand holten. Vom letzten Jahr wussten wir allerdings, dass vormittags irgendwann zwar auf der Hauptstrecke nix los ist, aber die Bakarbahn sowohl zum Öl-, wie auch zum Erzhafen bedient wurde. Als wir keine Lust mehr hatten, fuhren wir hoch zum Abzweigbahnhof ©krljevo - und drehten gleich wieder um. Der Tf eines abfahrbereit stehenden Erz-Leerzuges bekam gerade letzte Papiere in die Lok gereicht. Wir erwischten den Zug dann noch auf allen Ebenen der Bakar-Rampe.


Die Bahn führt erst oben am Hang entlang, dann um den Ort herum.

Letztes Jahr hatten wir entdeckt, dass an der Hauptstrecke zwischen dem einsam am Steilhang gelegenen Bf Meja und der Straßenbrücke unterhalb Plase ein Asphaltweg zu einem Bahnübergang hochführt. Wir hatten lange gebraucht, bis wir im Dorf Hreljin (weit unterhalb der Bahn) die richtige Zufahrt zu diesem Asphaltweg gefunden hatten. "Bei der Post links ab" hatte ich damals notiert - und es stimmte! Es ist wirklich angenehm, wie viele Nebenwege in Kroatien asphaltiert sind (und wenn Schotterpiste, dann bestens instandgehalten).
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« Odgovor #7 : Lipanj 01, 2009, 20:38:07 »



Weite Ausblicke auf der Rijekabahn.

Da oben, am BÜ "Tuhobiæ", fanden wir ein nettes Schattenplätzchen zum warten. Von einer Anhöhe hatte man einen schönen Blick auf den Bahnhof Meja, der ein Stück weiter am Hang klebte. Die Hochlicht-Klingel war schon ne Weile zu hören, wir ignorierten sie noch für den Dispolok-189-IC, dann war Mittagspause angesagt. Es ging wieder zu dem netten Lokal am Lokve jezero, wo wir nach einem guten Essen am Ufer des Sees ne Runde geschlafen haben.


"Geht hier was? Ups! DER ZUUUUG KOMMT!"

Erst für die nachmittäglichen Personenzüge ging es wieder an die Rampe zwischen Plase und Meja, wo uns dank der Verspätung des aufwärts fahrenden Zuges zwei abwärts fahrende Gz durch die Lappen gingen. Der abwärts fahrende Pu war wieder die saubere Polen-S-Bahn, die wir diesmal von etwas näher ablichten konnten.

Da uns der Schnellzug von Osijek sehr gefiel, fuhren wir ihm mal ein Stück entgegen. Bei Delnice gab es einen schönen Ausblick von einer Straßenbrücke. Der Zug hatte wieder die Dispolok vor. Nun gemütlich über die Autobahn zurück nach Rijeka gefahren, wobei wir den Schnellzug bereits kurz hinter Delnice eingeholt hatten. Im allerletzten Licht suchten wir dann den Damm von Su¹ak Peæine auf. Allerdings war die Sonne schon so gut wie untergegangen, als der Zug endlich angebummelt kam.
 

Im allerletzten Lichtfetzen erreicht der Schnellzug das Stadtgebiet von Rijeka.

Donnerstag, 20. Juli 2006: Kostrena (bei Rijeka) - Tromilja (bei ©ibenik)

Es passte gut: Wir wollten nun langsam mal weiterziehen, denn die großartige Likabahn sollte nun mal näher beäugt werden. Und das Hotel hatte angekündigt, dass ab Donnerstag wegen Reisegruppen kein Platz mehr sei. Heute war mehr Dunst in der Luft als an den Tagen zuvor und die Hitze war etwas drückender. Allerdings blieb der Tag wie die Tage seit Montag völlig wolkenlos. Vor der Hochlichtphase wollten wir mal paar Wechselstromzüge vor Ogulin machen, denn die Baureihe 1141 (vgl schwedische Rc) ist mit ihren drei Lackierungsvarianten auch immer nett.

Bis Vrbovsko ging es über die Autobahn, dann auf Landstraße durch das einsame Waldtal, durch das auch die Bahn führt. Wir beschlossen, uns mal den Bf Gomirje anzuschauen, den ich mir 2003 notiert hatte und der ein Stück abseits der Hauptstraße tief unten im Tal liegt. Wir fanden bei einem unbewohnten Haus einen schönen Standpunkt mit Blick auf die Westeinfahrt. Der erwartete Pu kam dann allerdings als versiffte Zagreber S-Bahn. Diese eine Leistung wird von den Dingern auf dieser Linie bis Moravice gefahren. Allerdings hatten wir Glück, denn es folgte ein Güterzug mit oranger Rc, äääh, 1141.


Schiebewandwagen ohne Graffiti!

Da der wegen Kreuzung anhielt, konnten wir einen Bahnhof voraus fahren und ihn in Ogulinski Hreljin nochmal erwischen. Dort durften wir auch mal unsere Fotogenehmigung auspacken. Der Weichenwärter hatte uns angesprochen. Als er den Wisch dann seinem Cheffe unter die Nase hielt, machte der aber nur grinsend eine ironische Respektbezeugung zu der Genehmigung hin und bestätigte uns per Geste, dass gleich der Güterzug käme.
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« Odgovor #8 : Lipanj 01, 2009, 20:46:27 »


Bevor die Hochlicht-Klingel läutete, deckten wir uns schon im Supermarkt für die doch etwas längere Fahrt ein (unter anderem mit den kältesten Getränken des Supermarktes) und saßen bald auf der nagelneuen Autobahn nach Split. Auch hier wieder eindrucksvolle Kunstbauten, wobei die langen Passtunnel durch Mala Kapela und Velebit hervorzuheben sind. Bei einer Rast unter den Felszinnen des Velebit bekamen wir eigentlich zum ersten Mal auf der Tour die Hitze so richtig derbe zu spüren. Danach wurde die Landschaft öde. Endlos ziehen sich hinter Zadar die welligen Ebenen dahin, die mit ihrer Steinigkeit wohl kaum unfruchtbarer sein könnten. Bewachsen sind sie nur mit nem fiesen, undurchdringlichen Buschwerk. Die Schluchten, die diese Ebene durchziehen, sieht man eigentlich erst, wenn man davor steht.

Da wir keine Lust auf Stadt-Übernachtung hatten, fuhren wir mal in Skradin von der Autobahn runter. Die malerische Stadt Skradin liegt in einem dieser "Canyons", die der Fluss Krka hier gegraben hat. Allerdings war der Ort derartig überlaufen, dass wir gleich weitergefahren sind. Auch direkt am Nationalpark-Eingang oberhalb der Krka-Wasserfälle war nichts zu finden. Doch mitten in der Ödnis, in Tromilja, wo die Straße nach Skradin von der Landstraße ©ibenik - Drni¹ abzweigt, fanden wir eine nette Pension, wo wir für 15 Euro die Nacht (pro Person) unterkamen. Die gesamte untere Etage mit mehreren Pensionszimmern und zwei Bädern sollten wir für uns haben.

Mittlerweile war es 15 Uhr und man konnte mal langsam mit der ©ibeniker Piste beginnen. Ein Güterzug könnte im Laufe des Nachmittags kommen (war vielleicht schon durch) und es stand der lokbespannte Pu an (alle anderen Pu auf der Zweigstrecke Perkoviæ - ©ibenik fahren als 7122 / schwed. Y1-Triebwagen). Die Hinfahrt des Pu aus dem Licht raus war die lange Nase voraus, so dass wir für die Fahrt ins Licht mit der richtigen Seite der GM rechnen durften. Das ging dann auch gut unweit Hp Ripi¹te, und sogar ein vorher durchkommender 7122 war sauber gewesen. Der Güterzug wurde uns von unserem "Disponenten" in der Heimat allerdings als stark verspätet avisiert. Er hatte noch nichtmal Knin erreicht.
 

Der einzige lokbespannte Pu auf der Nebenbahn Perkovic - ©ibenik.

Nun an der nahen Hauptstrecke zwischen Perkoviæ und Primorski Dolac nach einem Motiv für einen zu erwartenden Gz aus Richtung Split Ausschau gehalten und am Scheitelpunkt fündig geworden. Doch was war das? Plötzlich überraschte uns von hinten, aus Richtung Perkoviæ, ein Güterzug (fortan hieß die Stelle nur noch das "Ü-Motiv"). Da es sich um eine recht fotogene Doppeltraktion handelte, sind wir mal hinterher gefahren, denn weiter östlich, bei Prgomet, führt die Strecke ein Stück gen Süden - dort wollten wir ihn dann mal mit Frontlicht erwischen. Das gelang uns auch. Führende Zuglok war sogar eine frisch lackierte 2063, während auf der Likabahn sonst eigentlich nur die GM-Baureihe 2062 (ehemals auch 2061 - sie mögen ruhen in Frieden) eingesetzt wird. In Labin Dalmatinski hatte der Zug Kreuzung mit dem von uns erwarteten Güterzug.
 

Nur kurz drehte sich die Front des nachmittäglichen Ostfahrers ins Licht.

Diesen hinter Labin gemacht und hinterher gefahren. Bei Prgomet stand der Zug dann aus unersichtlichem Grunde, so dass wir ihn nochmal an der Einfahrt von Priomorski Dolac erwischen konnten. Als der Tf uns sah, winkte er uns lachend zu und hielt seine Fotokamera hoch. Sollte er dort oben bei Prgomet für eine eigene Aufnahme gehalten haben? Überhaupt muss ich sagen, dass die kroatischen Lokführer allesamt freundlich bis fröhlich zurückgegrüßt haben, wenn sie uns gesehen haben. Das war ein sehr sympatisches Arbeiten!

Es gab dann noch den Pu nach Split bei Prgomet, eine Erkundung in die Schlucht südöstlich Labin (2003 hatte ich vermerkt: "Interessante Schluchten mit Formvorsignal Labin, aber Zugänglichkeit???". Dass man alles wunderbar von einem Rastplatz an der Straße einsehen kann, konnte ich aus dem Zug damals nicht erkennen...). Auf der ©ibeniker Piste gab es nun noch einen Y1 in einer netten S-Kurve, dann ging es über Tankstelle und Supermarkt in ©ibenik zurück nach Tromilja. Unterwegs kam uns um kurz nach 20 Uhr ein rosa-weißer Schnellbus der Hamburger Hochbahn aus den achtziger Jahren entgegen...

Im nächsten Teil erkunden wir näher die südliche Likabahn, lernen alte Städte kennen und finden den Fotostandpunkt, der drei Wünsche auf einmal erfüllt...
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« Odgovor #9 : Lipanj 01, 2009, 20:54:02 »


Freitag, 21. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Trogir - Tromilja

Im Supermarkt hatten wir uns kalten Kaffee aus der Dose besorgt, denn Frühstück gab es hier nicht. Als ich auf unserer schönen Terrasse so dasaß und den Kaffee trinken wollte, flogen plötzlich Schwalben regelrechte Angriffe auf mich. Offenbar war gerade Fütterung angesagt, an der Decke über der Terrasse hingen zwei Nester. Zum Glück fühlten sich die Viecher abends nicht gestört - denn den Abend hätten wir nicht gern im Zimmer verbracht.

Erstmal erledigten wir an einer hübschen Bogenbrücke bei Vrpolje auf der ©ibeniker Nebenbahn einen Y1, dann ging es zum gestern entdeckten Rastplatz oberhalb der Schlucht mit Evsig von Labin. Der morgendliche Pu von Perkoviæ nach Split sollte es sein - diese Pu sind allesamt lokbespannt, wobei die GM nach Split immer "vorwärts" fuhr. Ich hatte mir mein Frühstück zum Glück zum Fotostandpunkt mitgenommen und nicht am Auto verzehrt, denn kaum war ich bereit, da kam unten der Nachtzug Zagreb - Split durch. Leicht verspätet, so ca 2,5 Stunden... Ääähm, sorry, Nico, dass ich den Zug erwähne... (Nachtrag: Es handelte sich nicht um den ganzen Nachtzug, sondern nur um die verspäteten Kurswagen aus Budapest, die nachgeführt wurden).


Von nun an gehts bergab, der Scheitelpunkt bei Labin ist passiert.

Den dann auch verspäteten Pu bekamen wir dann beide gut in die Kamera. Da nun ein Güterzug aus Richtung Solin anstehen konnte, der aber auch ebensogut erst Stunden später auftauchen mochte, fuhren wir mal auf die andere Seite von Perkoviæ, wo Nordfahrer mal ein Stück gen Osten kurven. Doch der Gz kam nicht. Rechtzeitig zum ICN (Intercity Nagibni = Neitech-IC, Reihe 7123 / DB-612) wechselten wir zum nächsten Bahnhof: Une¹iæ. Dieser Bahnhof ist insofern bekannt, dass er der einzige Bahnhof des Landes ist, der einzeln für jedes Gleis Form-Ausfahrsignale hat, so dass hier kleine Formsignal-Gruppen stehen. Damit dann den ICN fotografiert, der sich allerdings nicht so schön wie erwartet in die Kurve legte.


Der Nagibni mit der berühmten Signalgruppe von Une¹iæ.

Die Hochlichtklingel schellte durchs Tal und hieß uns Mittagspause zu machen. Dazu fuhren wir nach Trogir runter. Die Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und wirklich sehenswert. Durch ein Labyrinth enger Gassen kann man das mittelalterliche, auf einer Insel gelegene Städtchen erleben. Wir entdeckten eine schöne Konoba in einer Seitengasse, wo wir wunderbar schattig speisen konnten. Und Eis gab es auch... Nach paar Fotos von unseren Jachten gab es einen Supermarkt-Besuch (mittlerweile kannten wir uns mit den Kühlschrank-Bauarten der Läden aus; man musste schauen, ob von vorn oder hinten nachgefüllt wird, um die kältesten Flaschen zu bekommen) und Rückkehr zum Auto.


In Trogir konnten wir direkt vor der Altstadt festmachen...

Den Nachmittag begannen wir in Ka¹tel Stari, wo die Bahn hoch oberhalb des Meeres verläuft. Mit Form-Einfahrsignal und in den Obstgärten einen ICN und einen Pu verarztet, dann nochmal den Rastplatz von heute Morgen aufgesucht. Dort hatte man nämlich auch einen schönen Ausblick auf aufwärts fahrende Züge mit Beleuchtung aus westlicher Richtung. Der Güterzug stellte uns allerdings auf eine sehr harte Probe. Immer wieder dachten wir, dass er käme, aber dann war's doch nur ein LKW oder so. Und als er kam, wurden unsere Gesichter wahrscheinlich noch länger, denn die GM war falschrum und der Zug bestand fast nur aus Flachwagen.
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« Odgovor #10 : Lipanj 01, 2009, 21:08:10 »



Schienengebundener Berufsverkehr aus der zweitgrößten kroatischen Stadt hinaus:
Quasi bedeutungslos.

Deshalb lieber nochmal für den zurückkehrenden Pu von Perkoviæ ein Motiv gesucht. Irgendwie meinte ich, dass ich dazu mal eine Straßenböschung bei Labin emporkraxeln müsste, doch dort oben gab es bis fast an die Kante nur diese knochentrockenen, stacheligen Büsche, so dass ich mich kaum drehen und wenden konnte. An den Abstieg mochte ich schon gar nicht denken. Der Zug ging einigermaßen, der Abstieg dann auch. Die Schuhe musste ich danach allerdings erstmal ausleeren...

Wie üblich erfolgte nun ein Supermarktbesuch in ©ibenik, dann ging es kurz nach 8 die drei Meilen Richtung Tromilja raus. Uns kam mal wieder ein ex-HHA-Schnellbus entgegen. Vom Straßenrand aus konnten wir im tosenden Lärm gleich an der Autobahn-Brücke (wie romantisch!) den Sonnenuntergang über dem Krka-Nationalpark fotografieren. Dem Bild sieht man den Verkehrslärm aber nicht an. Man könnte das Motiv als "herrlich ruhiger Abend in der Einsamkeit" verkaufen.
 

Ein herrlich ruhiger Abend in der Einsamkeit...

Abends in der Pension wurde uns unter großen Entschuldigungen angekündigt, dass wir uns morgen die Pension mit einigen Italienern würden teilen müssen. Wir durften uns aber das Bad aussuchen, das wir dann weiterhin für uns haben würden. Nun ja, das sollte wohl kein Problem werden...

Samstag, 22. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Drni¹ - Tromilja

Die Nacht hatte kaum Abkühlung gebracht, entsprechend schlecht hatte ich geschlafen. Auch heute fiel - wie schon in den letzten Tagen - der Blick am Morgen zwar auf blauen, aber doch recht dunstigen Himmel. Wir begannen den Tag im Bahnhof Perkoviæ, wo sich morgens um 8.00 die Pu-Züge aller Himmelsrichtungen trafen und zudem noch der erste ICN nach Zagreb durchkam. Der erhoffte Panoramablick vom Feldweg östlich der Gleise war leider nicht so gut, weil hier zwei Güterzüge abgestellt waren. Dennoch gelang der eine oder andere Schuss.
 

Der erste Zug zum großen Knoten ist da. Ein 7122, ex schwed. Y1.

Größtes Augenmerk wollten wir am heutigen Bettenwechsel-Samstag auf den Urlaubsexpress aus Serbien richten. Dieser tauchte dann schon während des Umsteigeknotens in Perkoviæ auf, als der Pu von Split noch nichtmal da war. Er war damit deutlich vor Plan und sollte ohnehin 25 Min Aufenthalt haben. Sicherheitshalber fuhren wir nun aber doch an die Strecke, denn in Perkoviæ stand das Licht für den Bäderzug ungünstig. Unweit des Hp Preslo wurden wir fündig. Die Bahn steigt hier steil am Hang von Primorski Dolac nach Labin an.

Der Serbenzug musste tatsächlich in Perkoviæ warten. Als erstes tauchte der Pu auf der Rückfahrt nach Split (und mit richtigrummer GM) auf. Der kleine Zweiwagenzug passte vielleicht sogar für dieses Motiv besser. Für den Serbenzug fuhren wir dann zum Bf Labin Dalamtinski weiter. Bahnhofsaufnahmen mit Rotkäppi aufm Bahnsteig kommen ja immer gut. Wir wollten dann auch artig vorher fragen, ob wir uns auf das hinterste Gleis stellen dürften, doch Cheffe war am dauer-telefonieren und ignorierte uns. Also so hingestellt. Es blieb beim Ignorieren, auch als der Zug durchfuhr. Auch gut. Leider hatte der Zug nur ganz hinten einen serbischen Schlafwagen. Alle anderen Wagen waren von der H® gestellt, was uns etwas verwunderte.
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« Odgovor #11 : Lipanj 01, 2009, 21:17:38 »



Ausfahrt steht! Bei Durchfahrten wird dies durch das Auf und Ab der Kelle signalisiert.

Das Thermometer im Bahnhof zeigte bereits um 10 Uhr 36° im Schatten an. Das konnte ja heiter werden! Nach einem Frühstück unter den schattigen Bahnhofsbäumen waren wir gerade aufgebrochen, da sahen wir das Esig aus Richtung Primorski auf Fahrt. Und tatsächlich kam auch bald ein Güterzug durch - eindeutig einer der morgens in Perkoviæ abgestellten. Irgendwie war der Güterzug-Fahrplan etwas durcheinander - das mit dieser Abstellerei in Perkoviæ hatte ich so nicht in den Fpl-Auswertungen gesehen...

Daher schauten wir jetzt einfach mal, was sich denn sonst so in Perkoviæ tun könnte. Erst nichts gesehen, doch nachdem wir den Dorfladen nach den kältesten im Kühlschrank vorhandenen Flaschen abgesucht hatten, hörten wir eindeutig eine nach Norden beschleunigende GM. Wir hinterher und bald oberhalb von uns am Hang einen netten Gz mit richtigrummer Lok und Begleitwagen gesehen. Die Begleitwagen sind jetzt alle in H®-Farben lackiert und sehen so'n bischen nach Mittelweserbahn aus (so blau mit gelbem Streifen).

Hinter Une¹iæ und vor Drni¹ sollte die Strecke gen Osten verlaufen, dort konnte was mit richtiger Beleuchtung gehen. Und so war es auch. Ab Une¹iæ wurde die Landschaft anders, es begann diese weite steinige Busch-Steppe. Und rechts und links der Straße tauchten die ersten Minen-Warnschilder auf. Wir fragten uns, wie in diesem unwirtlichen Stachelbuschland die ganzen Flächen irgendwann mal von Minen bereinigt werden können.

Der Bahnhof Zitniæ war 2003 der erste auf unserer Fahrt gewesen, der keine Einfahrsignale hatte und wo der Weichenwärter an der Einfahrt stehen und Zeichen geben musste. Heute sahen wir im Vorbeifahren, dass Ein- und Gruppenausfahrsignale aufgestellt, aber noch durchkreuzt waren. Vor Drni¹ führt die Bahnlinie oberhalb einer Schlucht entlang - und das war wider Erwarten trotz Minenwarnung beiderseits der Straße gut von der Asphaltdecke selbst umzusetzen. Keinen Schritt hätten wir hier in die Botanik gewagt - da kann das Motiv noch so reizvoll sein!!


Güterzug mit Begleitwagen kurz vor Drni¹.

Die Hochlicht-Bimmel war für den Güterzug bei Drni¹ nochmal ausgegangen, weil der Zug sich so schön in die Außenkurve legte und damit ja besser von oben beleuchtet wurde. Doch jetzt schrillte sie zur Mittagspause, die wir diesmal in der Altstadt von ©ibenik verbrachten. So gut wie mir die Altstadt 2003 auch gefallen hatte, so sehr stand der Eindruck jetzt doch im Schatten der Altstadt von Trogir. Haupt-Problem war allerdings die Hitze. Wir machten den Fehler, draußen zu essen anstelle im klimatisierten Restaurant. Der Schweiß rann nur so an uns runter...

Anschließend wollten wir einen Platz, der drei Wünsche auf einmal erfüllte: Ruhe, Schatten und Bahnblick bei einem Sonnenstand, der einen mehrstündigen Aufenthalt zuließ. Wir fanden den Platz an der Nebenbahn gleich hinter Ra¾ine. Falls der Güterzug, der sonst immer ab 14.00 hier eintrifft, sich denn heute mal die Ehre geben sollte, hätten wir unsere Siesta ja mal unterbrechen können. Er kam, aber nur als Lok. Die Wagen hatte er sicherlich in Perko stehen gelassen...

Spätnachmittags wollten wir rechtzeitig zur Rückkehr des Serben-Zuges an der Hauptstrecke sein. Daher den lokbespannten Nebenbahn-Zug gleich hinter Perko verarztet und dann hoch zu unserem "Ü-Motiv", wo uns am ersten Abend der Güterzug von hinten überrascht hatte, gefahren. Erst kam der Pu zum Nachmittagsknoten in Perkoviæ, dann der Zug nach Belgrad. Leider zeigten uns beide Zugloks die lange Nase *bääääh!*. Dennoch kam gerade der Serbenzug mit dem Schlafwagen an erster Stelle ganz nett.
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« Odgovor #12 : Lipanj 01, 2009, 21:24:57 »



Der serbische Bäderzug bei unserem Ü-Motiv.

Den nachfolgenden Gz (auch mit langer Nase voraus, was war heute Abend los?) am Esig von Primorski Dolac verarbeitet, dann den Pu nach Split mit der typischen Steinmäuerchen-Landschaft dieses Tals hoch am Hang fahrend verarztet. Diese Steinmäuerchen waren wirklich hübsch, zeugten aber auch von der Armut in dieser Gegend. Sie teilten winzige Parzellen ab, von denen die allermeisten landwirtschaftlich aufgegeben waren.

In Primorski nochmal auf die Lauer gelegt - vielleicht würde ja noch was kommen. Und tatsächlich klapperte bald der Draht und das Esig wurde gezogen. Eine Lok kam von Split angefahren - immerhin richtig rum. Hmmm, hier eine Lok Richtung Perko, dort viele abgestellte Güterzüge - sollte da ein Zusammenhang bestehen? Er bestand! Die Lok setzte sich in Perko vor einen Zug ans Nordende (und damit Führerstand voraus). Wir fuhren einfach mal nach Une¹iæ voraus, wo wir den Zug dann im Bahnhof mit Rotkäppi und Signalgruppe machen konnten.

Die Entfernungen sind kurz in Kroatien, und nach der Nutzung einer für uns neuen Landstraße waren wir schon bald wieder vor unserer Pensionstür. Allerdings ging es dann doch nochmal zum Supermarkt nach ©ibenik. Gegen 20 Uhr traten wir die dreimeilige Rückfahrt an, unterbrachen allerdings an einer Stelle, wo die Straße noch gut von der Sonne erfasst wurde. Die letzte Streckenaufnahme stand an. Hoffentlich wird er auch am Samstag kommen, der HHA-Schnellbus! Nun, er kam. Und dass heute kein Schnellbus, sondern ein weißroter "normaler" HHA-Stadtbus kam, war nicht weiter schlimm - farblich war's wohl sogar besser. Wagen 2301 passierte in den letzten Strahlen des Tages, bevor wir uns auf der Veranda einrichteten. Die angekündigten Italiener gingen gegen 22 Uhr erstmal auf die Piste, von denen haben wir dann die ganze Nacht nix mehr gehört...


Wagen 2301, ehemals Hamburger Hochbahn AG, auf der Landstraße bei Tromilja.

Sonntag, 23. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Perkoviæ - Tromilja

Wir wollten es nochmal mit dem Früh-Knoten in Perkoviæ wissen. Und tatsächlich standen diesmal die Güterwagen nicht ganz so weit, so dass wir vom erhöhten Randweg aus das Treffen der Personenzüge umsetzen konnten. Anschließend suchten wir nochmal östlich von Primorski Dolac in einer Rundkehre nach Motiven und entdeckten ein sehr schönes beim Dorf Bakoviæi. Der Pu kam wie immer Richtung Split mit richtigrummer Lok durch. Anschließend besuchten wir wieder den Tante-Vlatka-Laden in Perko und setzten uns mit kalten Getränken, kaltem Joghurt und weniger kaltem Brot auf den Randweg des Bahnhofes in den Schatten. Vielleicht würde ja mal wieder ne Lok auf der Suche nach nem Güterzug vorbeischauen.


Nochmal der morgendliche Knoten von Perkoviæ.

Tat sie auch. Sie erschien (allerdings mit Wagen und falschrum) aus ©ibenik, rangierte bisken rum und verschwand mit drei E-Wagen wieder nach ©ibenik. Dabei kam sie aber total aus dem Licht, so dass wir uns Fotos weitestgehend ersparten. Dann wollten wir für den ersten ICN aus der Hauptstadt eine Fotokurve aufsuchen, die wir neulich schon ein Stück Richtung Une¹iæ entdeckt hatten. Pünktlich waren wir da. Der Zug aber nicht. Erst kam ne leere GM von oben gefahren, dann der Gegen-ICN von unten und erst mit einer Stunde Kasni (wichtiges Wort auf kroatisch!) der für uns bestimmte ICN. Klar, dass der Hochlicht-Alarm schon längst durch die karge Landschaft hallte (wir standen wenigstens in der Außenkurve).


Eine Stunde des Wartens und der Nagibni kam doch noch...

Über Mittag zogen wir mit unserer Beute aus einem Tankstellen-Kühlschrank, aus dem wir uns die kältesten Flaschen ausgesucht hatten, zu unserem Drei-Wünsche-auf-einmal-Punkt am Ortsrand von Ra¾ine: Ruhe, Bahnblick und Schatten warteten schon. Erst als der lokbespannte Pu nach Perko hochdieselte, hoben wir mal so langsam die Augenlider, vom nachfolgenden Y1 machten wir gar ein Foto und zur Rückkehr des lokbespannten Pu mit richtigrummer GM standen wir gar an einem Motiv zu Füßen des Kirchlein Sveti Juraj, das mit dem Haltepunkt "Dalmatinski Sveti Juraj" sogar eine eigene Bahnstation hat. Doch was war das? Wir sahen Wolken! Richtig fette Wolken, die nicht von einem Waldbrand kamen! Wolken, die vielleicht sogar Regen bringen würden!?!
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« Odgovor #13 : Lipanj 01, 2009, 21:42:00 »



Der Blick von unserem Drei-Wünsche-auf-einmal-Punkt
mit dem Kirchlein von Sveti Juraj zu Dalmatinski.

Der Zug ging dann auch nur noch im Halblicht. Wir fuhren nochmal zum Ü-Motiv bei Perko, doch der Pu nach Split ging auch nur im Halblicht und der Güterzug von Split ließ auf sich warten. So fuhren wir zurück gen Pension. Da wir etwas früher dran waren, beschlossen wir, eine Konoba zwei Dörfer weiter aufzusuchen, die aus dem Auto ganz nett ausgesehen hatte. Aber man soll ja nicht reingehen, wenn keine anderen Gäste da sind. Auf unsere Frage nach Essen wurde uns gesagt: "Schwein". Soweit ok, wir hatten schon gesehen, dass viele Lokale einfach die fetten Ferkel über'm Grill drehten und wollten das jetzt auch mal probieren. Doch die Grill-Aktion war wohl schon paar Stunden her und das Fleisch entsprechend abgekühlt. Nicht wirklich lecker...


Die ehemals kältesten Flaschen irgendwelcher Kühlschränke
waren mittlerweile gut warm geworden.

Die Italiener in der Pension waren wohl von der letzten Nacht noch so müde, dass sie heute um 21 Uhr in ihren Zimmern verschwanden und nix mehr zu hören war... Auch unsere letzte Nacht in der Pension "Ivan" sollte ruhig werden.

Im nächsten Teil geht es entlang der Likabahn gen Norden. Vorbei an Kegelbergen und durchs Hochgebirge. Und wir hören ein stundenlanges Orgelkonzert überm Zrmanja-Tal...

Montag, 24. Juli 2006: Tromilja (bei ©ibenik) - Knin

Aufstehen war wie üblich um 6.30 angesagt, doch wandten wir uns dann nicht wie sonst südostwärts, sondern stramm nach Norden. Denn gar nicht mal so weit nördlich von unserer Pension gibt es schon die nächste Bahnstrecke, um die wir uns noch gar nicht gekümmert hatten: Die Linie Knin - Zadar. Da ich diese Strecke auch noch nie gefahren war, mussten wir erstmal Motive suchen. Das Vorgehen war wie üblich, wenn keine festen Motive im Hinterkopf oder im alten Fahrtenbuch existieren: Man schaut erstmal auf der Karte, wo denn der Lichtstand am günstigsten ist.

So steuerten wir Ðevrske an. Doch beim ersten Blick auf die Strecke westlich von Ðevrske wurde uns klar, dass wir einen der imposantesten Abschnitte der Linie vor uns haben müssten. Das Gleis schien in der Ferne einen wirklich kegelförmigen Berg mit Felsspitze oben drauf zu umrunden und gewann dann an einer Felswand, die der in Buzet in nichts nachstand, an Höhe. Bei Ðevrske führte das Gleis durch Landwirtschaft, dann in die bereits beschriebene stachelige, steinige und endlose Buschsteppe. Den 8.15-Y1 nahmen wir so "nebenbei" gern im Ortsbereich von Ðevrske mit, doch unser Haupt-Anliegen war der zuverlässig hinter dem Pu in Bibinje (bei Zadar) startende Güterzug. Den langen Blockabstand nutzten wir erstmal, um uns im Tante-Vlatka-Laden des Dorfes, in dem gerade mal die Hälfte der Häuser wieder bewohnt waren, paar Frühstücksutensilien auszusuchen (u.a. den kältesten im Kühlschrank vorhandenen Trinkjoghurt). Leider lag der vorhin entdeckte Felsabschnitt noch im Schatten, doch auf einem Damm durch die Felder am westlichen Ortsrand von Ðevrske gelang der Güterzug mit seiner richtigrummen Lok wunderprächtig (ich war gerade mit Frühstück fertig, Nico ein Stück entfernt musste sein Brot beiseite legen).
 

Ðevrske - Ein zuverlässiger Güterzug!

Der vorhin entdeckte Kegelberg musste jetzt natürlich mal untersucht werden. Es ging auf der Hauptstraße ein ganzes Stück gen Westen, bis eine Nebenstraße nach Ostrovica abzweigte. Am Anfang der Asphaltstraße stand ein Schild, das den Wiederaufbau von 50 Einfamilienhäusern in Ostrovica mit deutscher Hilfe verkündete. Bescheidener hätte ich es gefunden, wenn das Schild nicht dort gewesen wäre. Sollte es die Einheimischen auf ewigen Dank an uns tolle Deutsche verpflichten? An Touristen dürften sich eher wenige nach Ostrovica verirren...

Nun denn, nach Querung eines kahlen Hügelrückens lag ein Talkessel vor uns, gerade gegenüber von uns die Felswand mit der Bahnlinie. Links sah man den Kegelberg, an dem sich im unteren Bereich die Häuser des Dorfes hochzogen. Um zum Haltepunkt zu kommen, mussten wir uns links um den Kegelberg herum wenden. Erst auf Asphalt, dann auf Schotter und Steinen ging es steil bergauf. Rund um den Hp waren alle Häuser zerschossen, die Dächer fehlten. Der Haltepunkt Dalmatinska Ostrovica bestand nur aus einem Namensschild ohne Bahnsteig. Mit Kegelberg ließe sich vielleicht am späten Nachmittag für den letzten Zug nach Zadar etwas fotografisch machen. Sicher sind auch vormittags Fotos von der anderen Seite des Bergkegels möglich, doch da hätte man entweder durch einen Tunnel laufen oder sich irgendwie durch das Dorf rechts um den Kegel herum durchschlagen müssen. Da aber jeder Schritt von uns von der einheimischen Bevölkerung genauestens überwacht wurde, sparten wir uns das erstmal.
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« Odgovor #14 : Lipanj 01, 2009, 21:51:53 »


Statt dessen fuhren und liefen wir mal an die Stelle, wo der Felsabschnitt westlich Ðevrske in die Steppe übergeht. Dort konnten wir angenehm im kühlenden Schatten eines Felsens sitzen und dann einen Triebwagen zwischen all dem Fels fotografieren. Mit den 7122ern hier im Süden hatten wir Glück: Der einzige beschmierte VT, den wir hier sahen, begegnete uns nie auf Strecke.


Ðevrske - Recht felsige Gegend...

Erkundenderweise ging es danach unter dem mahnenden Geklingel der Hochlicht-Glocke ostwärts. Unterwegs nahmen wir an einem BÜ einen entgegen kommenden VT mit, weil's zeitlich gerade passte. Ach ja, das war ja doch der versiffte VT auf Strecke! Das Bild hatte ich wohl schon geistig verdrängt... Man konnte immer mal wieder von der Hauptstraße über Nebenstraßen an die Bahn ran fahren. Das war sehr abenteuerlich in diesem Sicht-undurchdringlichen Buschdschungel mit den vielen Steinmauern. Plötzlich konnte man unversehens auf einem Dorfplatz stehen, ohne die Häuser 10m vorher gesehen zu haben, oder eben auch vor einem Warnkreuz.

Die Ausblicke auf die Bahn waren aber irgendwie immer gleich, bestenfalls brachte die Architektur der Betonunterstandshäuschen, falls denn am BÜ ein Hp war, Abwechslung. Ansonsten nur Buschwald. Das beste Motiv fanden wir ohne Abstecher. Links und rechts der Hauptstraße wurden hinter Kistanje die Bäume immer spärlicher und schwärzer: Eine Waldbrandlichtung! Um die Sache zu vervollkommnen, führte unsere Straße plötzlich in die Luft, um auf einer Brücke mit langgezogenen Rampen die Bahn zu überqueren. Die Brücke einer wenig befahrenen Straße über eine noch weniger befahrene Bahnstrecke konnte eigentlich nur den Sinn haben, als Fotostandpunkt zu dienen. Man hatte einen wunderbaren Ausblick über die weite Steppenlandschaft. Das Motiv wurde erstmal vorgemerkt.

Ab hier verschwindet die Bahn abwärts in der Krka-Schlucht und ist völlig unzugänglich. Dieser Abschnitt steht dem bei Ostrovica sicher in nichts nach. Wir wären gern mal dort gefahren, aber ob die zweieinhalbstündige Fahrt (eine Richtung Knin - Zadar!) in einem Y1 bei dieser Hitze das reine Vergnügen gewesen wäre??? Übrigens waren die Triebwagen erschreckend leer, wir sahen maximal eine Handvoll Fahrgäste. Auch die ICN auf der Hauptstrecke erweckten längst nicht den Eindruck, voll zu sein. Man konnte bei Vorbeifahrt immer viele leere Sitzreihen beobachten.

Nach einem beeindruckenden Abstieg nach Knin, das in einem Talkessel zwischen zwei Schluchten der Krka liegt und oben von der Tvrdjava (das "dj" ist eigentlich ein kleines Ð, das ich aber nicht aus der Zeichentabelle rüberkopiert bekomme), einer der ältesten Festungen Kroatiens, gekrönt wird, brauchten wir etwas Zeit, um das im Reiseführer empfohlene Hotel zu suchen. Der Grund: Es war an den Stadtrand gezogen, wo wir es in einem netten Neubau vorfanden. Die Übernachtung sollte 25 Euro pP inkl Frühstück kosten.

Unser Reiseführer aus dem Jahr 2002 beschrieb Knin quasi als Geisterstadt. Nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens wurden hier die Kroaten durch die serbische Bevölkerung vertrieben, nach der Rückeroberung vertrieben die Kroaten die Serben, so dass niemand mehr da war. Davon merkten wir allerdings absolut Null. Knin empfing uns als eine nicht unbedingt hübsche, aber wie gesagt hübsch gelegene Stadt, in der quirlig das Leben tobte. Zerstörte Häuser sah man praktisch gar nicht. Der Bahnhofsvorplatz machte den Eindruck eines sozialistischen Paradeplatzes. Das Innere des Empfangsgebäudes war dann aber wieder ätzend wie viele größere kroatischen Bahnhöfe: Leer, nüchtern, finster.

Die Hochlichtglocke war übrigens mittags wieder ausgegangen, denn es war gar kein Sonnenlicht mehr. Finstre Gewitterwolken hatten nun den Platz am Himmel eingenommen. Wir starteten daher mal eine Erkundungstour nordwärts an der Likabahn entlang. Als eines der herausragendsten Motive hatte ich einen Viadukt auf einer Bergscharte notiert. Dieser wollte jetzt gefunden werden. Zwar ahnte ich, wo er sein müsse, doch das Hinkommen war dann recht schwierig.

Erst testeten wir eine weiße Straße von Paðene. Diese Straße eröffnete zwar viele Motive an der in Hanglage mit weitem Blick über die Buschsteppe verlaufenden Bahn, doch endete ein Stück vor Plavno die Asphaltdecke. Da gerade ein heftiger Gewitterschauer nach dem anderen runterging, hielten wir eine Fahrt auf Schotterpiste hier in der Einsamkeit für nicht so angebracht und drehten um.

Weiter nördlich verläuft die Hauptstraße als Schnellstraße auf der Westseite der Zrmanja-Schlucht, während die alte "gelbe" Straße unten im engen Tal verläuft. Dort unten sollte nun in Zrmanja-Ort eine gelbe Straße nach Plavno abgehen. Wir fanden aber nur eine Schotterpiste. Also den ganzen Weg bis kurz vor Knin zurück und die letzte in der Karte verzeichnete Anfahrmöglichkeit nach Plavno genommen. Auch hier standen wir plötzlich wieder vor Schotter, doch hatten wir eine Abzweigung übersehen. Der Ort Plavno ist jetzt mit "Bender" ausgeschildert. Nach zwanzig Minuten auf einsamster Asphaltpiste erreichten wir erst den Bahnhof Plavno (auch hier in der Einöde selbstverständlich mit Rotkäppi plus Weichenwärter) und dann den Viadukt.
Evidentirano

Jedna ruka drugu pere
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